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Dieser Artikel wurde im August 2020 als Artikel des Monats vorgestellt.

Das bleiche Monster (engl. Pale Man; bleicher Mann) ist ein Monster aus Guillermo del Toros 2006 erschienenen Film Pans Labyrinth und fungiert dort als sekundärer Antagonist. Es handelt sich um ein Monster welches Kinder frisst und welches Protagonistin Ofelia im Zuge ihrer zweiten Prüfung konfrontieren muss.

Er wurde von Doug Jones dargestellt.

Aussehen

Das bleiche Monster hat grobe humanoide Proportionen. Sein ausgemergelter Körper ist mit einer bleichen Haut überzogen, die jedoch in Falten an seinem Körper herum hängt. Insbesondere die Extremitäten des Monsters wirken knochig; die Haut an Armen und Beinen hingegen sitzt sehr locker und flattrig. An den Fingerspitzen hat das bleiche Monster spitze Krallen. Das markanteste Merkmal des Wesens ist, dass seine Augen nicht in seinem Schädel, sondern in der Handinnenfläche sitzen; es kann also durch seine Hände sehen. Dort, wo eigentlich Augenhöhlen wären, ist der Schädel stattdessen mit glatter Haut überzogen. An Stelle einer Nase verfügt das Monster über Nüstern und in seinem Mund prangern spitze dunkle Zähne.

Handlung

Vergangenheit

Nicht viel ist über das bleiche Monster bekannt, sein genauer Ursprung bleibt völlig ungeklärt. Es scheint aus der selben Welt wie der Pan zu stammen und lebt in einer großen Kammer, in der sich ein langer Tisch befindet auf dem ein opulentes Festmahl steht. Es reagiert nicht auf Eindringlinge, solange diese nicht von der Nahrung auf dem Tisch essen oder trinken. Da die Kammer keine Ein- oder Ausgänge hat, gerät man überhaupt nur mit dem Wesen in Kontakt, wenn man mit magischer Kreide eine Tür zeichnet, die in genau diese Kammer führt.

Fresken an der Decke der Kammer offenbaren, dass das Monster Kinder fängt und verschlingt, es ist jedoch unbekannt inwiefern dies geschieht, da die Kammer, in der das Monster lebt, keine natürlichen Ein- oder Ausgänge hat. Da in der Kammer jedoch ein ganzer Berg voller leerer Kinderschuhe liegt, kann davon ausgegangen werden dass es in der Vergangenheit bereits dutzende, wenn nicht hunderte Kinder getötet und verspeist hat. Möglicherweise sind die Opfer des Kinders ausschließlich jene Personen, die in seine Kammer gelangen, was aber unwahrscheinlich ist da die Wandmalereien das bleiche Monster in freier Natur zeigen.

Das Labyrinth des Fauns

In der offiziellen Romanfassung des Films Das Labyrinth des Fauns von Cornelia Funke und Regisseur Guillermo del Toro wird mehr über die Vergangenheit des Monsters enthüllt.

Auch es war einmal ein Mensch gewesen, doch durch seine zahlreichen Morde wurde er so entmenschlicht und entstellt wie er im Film zu sehen ist. Schon als Kind war er äußerst grausam und tötete kleine Tiere wie die Katzen seiner Mutter. Außerdem mied er die Sonne und seine Haut nahm eine sehr starke Blässe an. Mit 13 Jahren beging er seinen ersten Mord, indem er seinen kleinen Bruder tötete. Danach wurde er der Schüler eines Priester der spanischen Inquisition und lernte alles über das Handwerk des Folterns und Tötens. Nach 3 Jahren hatte er seinen Meister übertroffen, tötete ihn und aß sein schlagendes Herz, wodurch er dessen Grausamkeit in sich auf nahm.

Über 300 Jahre lang lebte er in einem uralten Wald, entführte Kinder aus den Dörfern und erhielt von den Einwohnern den Namen Der bleiche Mann. In seinen unterirdischen Hallen füllte er die Wände mit den Namen seiner Opfer und fertigte Möbel aus ihren Knochen. Die gefangen Kinder wurden in Käfigen unter dem Speisesaal gehalten. Er hatte auch Diener, die jeden Tag die Blutpfützen auf dem Saalboden wegwischen mussten. Sein liebstes Werkzeug war ein Silberdolch mit goldenem Griff, den er von dem Priester erhalten hatte.

Irgendwann konnten seine Augen die Grausamkeiten nicht mehr ertragen und fielen ihm aus dem Kopf. Er schnitt sich Löcher in die Handflächen, wo er sie einfügte.

Drei Kinder konnten ihm entkommen und eines davon, der Junge Serafin, stahl ihm noch dazu den Schlüssel für das Schließfach des Dolches.

Ofelias Besuch

Das bleiche Monster erwacht

Im Verlauf der zweiten Prüfung, die der Pan der jungen Ofelia stellt, erreicht diese die Kammer des bleichen Monsters durch eine mit Kreide gezeichnete Tür. In der Kammer findet sie das bleiche Monster vor Kopf des Tisches sitzen, wo dieses regungslos verharrt. Seine Augen liegen auf einem Teller vor seinem Sitzplatz; auch als Ofelia den Teller angewidert anhebt und begutachtet bewegt das Monster sich nicht. Ofelia, die von drei Feen begleitet wird, sieht sich nun in der Kammer um und kann hinter einer Luke den Dolch findet, womit sie ihre Prüfung als abgeschlossen erkennt. Sie will nun die Kammer des noch immer regungslosen Monsters verlassen, wird aber von den prallen Weintrauben auf dem Tisch abgelenkt. Obwohl die Feen sie warnen wollen, wird Ofelia von ihrem Hunger überwältigt und isst eine Traube.

Sofort erwacht das bleiche Monster aus seiner Starre und beginnt, rasselnd zu atmen. Es hebt seine Augen von dem Teller auf und drückt sie in die Löcher in seinen Handinnenflächen. Nun, da es sehen kann, erkennt das Monster die noch immer mit den Weintrauben beschäftigte Ofelia, erhebt sich und stolpert langsam auf sie zu. Kurz bevor es Ofelia erreichen kann, schwirren jedoch die Feen um den Kopf des Monsters herum um es abzulenken, so dass auch Ofelia auf die Gefahr aufmerksam wird. Das Monster kann zwei der Feen aus der Luft greifen und ihnen die Köpfe mit seinen spitzen Zähnen abbeißen, so dass Ofelia panisch die Flucht ergreifen will. Die Tür, durch die sie hereingekommen ist, hat sich jedoch in der Zwischenzeit geschlossen und ist verschwunden, so dass Ofelia dem Monster schutzlos ausgeliefert ist.

Das bleiche Monster verfolgt Ofelia

Während Ofelia panisch vor dem Monster davonrennt, streckt dies seine Hände aus um sich im Raum umhernavigieren zu können. So kann es Ofelia ausfindig machen, die verzweifelt in einer Sackgasse angekommen ist und dort mit Kreide einen Ausgang zeichnet. Diesen kann sie gerade noch rechtzeitig öffnen, bevor das Monster sie erreicht, klettert durch die Luke in die reale Welt zurück und schließt sie vor dem Monster, so dass dieses in seiner eigenen Welt gefangen bleibt und Ofelia erfolgreich entkommen ist. In ihrem Zimmer in der echten Welt angekommen hört sie das kreischen des wütenden Monsters unter ihrem Fußboden und einige Schläge krachen von unten dagegen, bevor sie schließlich verstummen und Ofelia entgültig in Sicherheit ist.

Galerie

Trivia

  • Laut Regisseur und Drehbuchautor Guillermo del Toro repräsentiert das bleiche Monster das institutionelle Böse, das sich von den Hilflosen ernähert. Laut del Toro sei es kein Zufall, dass das Monster hellhäutig und ein Mann ist.[1]

Verweise

  1. The Pale Man represents all institutional evil feeding on the helpless. It's not accidental that he is a) Pale b) a ManTweet von del Toro
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