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Dr. Jason Woodrue ist ein Nebenantagonist im vieldiskutierten Superhelden-Spielfilm Batman & Robin von Joel Schumacher aus dem Jahr 1997 und basiert auf dem gleichnamigen Charakter, 1962 erschaffen von Gardner Fox und Gil Kane für DC-Comics.
In dieser Inkarnation ist er maßgeblich verantwortlich für die Erschaffung von Poison Ivy, der zweiten Hauptantagonistin neben Mr. Freeze, und dem, mit Steroiden vollgepumpten, übermenschlich starken Bane.

Verkörpert wurde der vollkommen wahnsinnige und absolut skrupellose Wissenschaftler, der davon besessen ist, den perfekten Supersoldaten zu kreieren und für seine Ziele bereit ist, über Leichen zu gehen, vom US-amerikanischen Schauspieler John Glover (*1944), der im englischen Original der preisgekrönten, 1992 bis 1999 produzierten Zeichentrickserie Batman: The Animated Series den Riddler gesprochen hatte.

In der deutschen Übersetzung wurde er von Arne Elsholtz (*1944; †2016) synchronisiert.

Charakterbiographie

Vorgeschichte

Dr. Woodrue nimmt Pamela Isleys "Venom"-Vorräte an sich - Batman & Robin, der Comic zum Film, 1997.

In einer abgelegenen Forschungseinrichtung in Südamerika, inmitten der undurchdringlichen Regenwälder des Amazonas, arbeitet der exzentrische Dr. Jason Woodrue an einem bizarren Experiment zur Erschaffung eines unbesiegbaren, hundertprozentig gefügigen Supersoldaten.

Da sein ehemaliger Auftraggeber Wayne Enterprises nicht an einer militärischen Anwendung von Woodrues Forschungen interessiert war und schlussendlich sämtliche finanzielle Unterstützung eingestellt hat, hat sich der Wissenschaftler neue Finanziers bei den “Nichtvereinten Nationen“ gesichert, einem dubiosen inoffiziellen Zusammenschluss diverser von Diktatoren und Autokraten beherrschter Schurkenstaaten.

Dr. Woodrue will den perfekten Supersoldaten kreieren.

Fortan ohne jedwede Beschränkungen in finanzieller, moralischer, ethischer oder gesetzlicher Natur, beginnt Woodrue umgehend damit, in seinem “Projekt Gilgamesch“ Versuche an Menschen durchzuführen, wobei er sich sein “Forschungsmaterial“ über geheime Quellen von den diversen südamerikanischen Gefängnissen und geschlossenen Anstalten anliefern lässt. Zahllose dieser “freiwilligen“ Probanden kommen im Zuge seines grausamen Experiments durch das Verabreichen unerprobter Sera ums Leben.

Bane, “das Verderben der Menschheit“

Dr. Woodrue arbeitet an der Erschaffung von Bane.

Unfreiwillige Hilfe bei seiner Arbeit erhält er von seiner ahnungslosen Assistentin, der unscheinbaren und verschrobenen Dr. Pamela Isley, deren erklärtes Ziel es ist, hybride Mischwesen aus tierischem und pflanzlichem Erbgut zu erschaffen, damit die Natur besser in der Lage ist, sich gegen die destruktive Menschheit behaupten zu können.

Ihre kostbaren Gifte und Sekrete nimmt Woodrue regelmäßig an sich, um diese in seinem Privat-Laboratorium im “Gilgamesch-Flügel“ der Forschungseinrichtung mit seinen eigenen toxischen Lösungen und illegalen Muskelaufbaupräparaten zu kombinieren und daraus schließlich das Supersteroid “Venom“ zu entwickeln.

Dr. Woodrue bedrängt seine Assistentin Pamela Isley.

Nach den zahlreichen früheren Fehlschlägen, demonstriert Dr. Woodrue nun während einer Auktion die Wirksamkeit des Venoms, unter den wachsamen Augen einer Delegation von Vertretern der “Nichtvereinten Nationen“, an seinem letzten überlebenden Versuchskaninchen, dem Häftling Antonio Diego.

Nachdem der hilflos strampelnde, unscheinbare Serienmörder (dem zuvor unter anderen bei vollem Bewusstsein fünf Kanäle durch den Schädelknochen bis direkt ins Gehirn gebohrt wurden) auf dem Behandlungstisch festgeschnallt wurde, verabreicht Dr. Woodrue ihm, durch die in den Schädel eingepflanzten Schläuche, das Supersteroid. Voller Entzücken beobachtet der wahnsinnige Wissenschaftler, wie die Chemikalien aus dem kleinen, schmächtigen Hänfling einen riesenhaften, über und über mit prallen Muskeln bedeckten, fast zwei Meter großen Hünen mit grünfleckiger Haut machen.

Euphorisch vom spektakulären Erfolg seines Experiments, nennt er die Kreatur, die er erschaffen hat Bane, “das Verderben der Menschheit“.

Poison Ivy

Dr. Woodrue attackiert Pamela.

Ehe Woodrue aber seinen Triumph weiter auskosten kann, bemerkt er seine vor Entsetzen völlig aufgelöste Assistentin, die ihm offenbar aus lauter Neugier hinterhergeschlichen ist. Er nimmt Dr. Isley beiseite, wo er ihr sämtliche Hintergründe offenbart, sowie auch, dass sie schon längst nicht mehr für Wayne Enterprises arbeiten. Da er sie zudem schon lange attraktiv findet und leidenschaftlich begehrt, bietet er ihr eine Partnerschaft an, um gemeinsam an der Erschaffung einer neuen Ära beteiligt zu sein.

Dr. Woodrue ist hingerissen von Pamelas verändertem Äußeren.

Als sie ihn jedoch von Abscheu erfüllt zurückweist, verkehrt sich Woodrues Zuneigung für sie augenblicklich ins Gegenteil. Um sie zum Schweigen zu bringen, stößt er sie zu Boden und begräbt sie unter einem mit Giften und Chemikalien gefüllten Regal. Einen kurzen Augenblick lang beobachtet er, wie sie zusammen mit den hochkonzentrierten Pflanzensekreten, Toxinen und Säuren buchstäblich im Erdboden versinkt, ehe er zu seiner Auktion zurückkehrt.

Dr. Woodrue stirbt an Pamela 'Poison Ivy' Isleys giftigem Kuss.

Kurze Zeit später, gerade als Dr. Woodrue Bane erfolgreich “verkauft“ hat und die letzten Konditionen zum Versand des Supersoldaten aushandelt, wird er von der ganz und gar nicht toten Pamela Isley überrascht. Die Substanzen haben sie nicht getötet, sondern zu einer völlig unerwarteten Mutation geführt, die aus der unscheinbaren Forscherin eine verführerische Femme-Fatale mit feuerrotem Haar gemacht haben, in deren Adern der Saft der Aloe fließt und deren Haut von Chlorophyll durchdrungen ist.

Woodrue ist vollkommen gebannt vor Staunen, als sie Anstalten macht, nun doch auf sein Angebot einzugehen und ihre neue Verbindung mit einem leidenschaftlichen Kuss zu besiegeln.
Zu seinem grenzenlosen Entsetzen jedoch offenbart ihm Poison Ivy, wie Dr. Isley sich nun nennt, dass ihre Lippen seit ihrer Verwandlung mit giftigem Serum benetzt sind, ehe Dr. Woodrue unter heftigem Röcheln und Würgen an den Folgen ihres “Todeskusses“ leblos zusammenbricht.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit

Dr. Woodrue experimentiert in seinem Labor - Publicityfoto von 1997.

Dr. Woodrue ist ein großer, sehnig-magerer Mann in seinen frühen Fünfzigern mit einem schmalen Gesicht, stechend blickenden haselnussbraunen Augen, in denen stets ein irres Funkeln liegt, wirr abstehendem braunem Haar mit zwei markanten weißen Strähnen, sowie einem struppigen graumelierten Vollbart unter dem ein schmallippiger Mund liegt, der sich häufig zu einem breiten, manischen Grinsen mit großen, ebenmäßigen Zähnen teilt.

Gekleidet ist er in einen leichten, cremeweißen Leinenanzug mit hellblaugestreiftem Hemd und braunen Schuhen. Die Taschen seines Jacketts sind ausgebeult von all den medizinischen Instrumenten, die er stets mit sich führt, wie beispielsweise Wundklammern, Fadenscheren, Skalpelle und dergleichen.
Wegen seiner Experimente mit ätzenden und hochgiftigen Substanzen trägt er meist bis über die Ellbogen reichende dicke, schwarze Gummihandschuhe und schlüpft immer wieder in einen Arbeitskittel aus Flüssigkeitsabweisendem olivgrünem Kunststoffmaterial. Desweiteren sitzt meist eine runde Brille auf seiner Nasenspitze, die mit mehreren Vergrößerungsgläsern ausgestattet ist, was sein Äußeres noch befremdlicher wirken lässt.

Einerseits ist Jason Woodrue ein brillanter Geist und visionärer Wissenschaftler, andererseits jedoch ist er auch vollkommen wahnsinnig und verfügt über ein überschäumendes, unberechenbares Naturell in Kombination mit einem geradezu gemeingefährlichen Gottkomplex.

Um seine Forschung voranzutreiben verstößt er bewusst und ohne jedes Zögern gegen sämtliche moralischen und ethischen Prinzipien der Wissenschaft und experimentiert völlig bedenkenlos an menschlichen Versuchskaninchen, die unter seinen Händen buchstäblich wegsterben wie die sprichwörtlichen Fliegen.
Die Gräueltaten, die er an seinen unfreiwilligen Probanden verübt und die den abscheulichen Untaten eines Dr. Mengele in nichts nachstehen, tut er in seiner Hybris mit einem Schulterzucken ab, zumal sie in seinen Augen lediglich ein Mittel zum Zweck für sein großes Ziel – die Erschaffung des perfekten Supersoldaten – darstellen.

In diesem Sinne hat er auch keinerlei Bedenken zu morden, wie seine unglückliche Assistentin Pamela Isley am eigenen Leib erfahren muss als sie sein Angebot, sich mit ihm zusammenzutun, brüsk ablehnt.
Summa-Summarum ist Dr. Jason Woodrue ein gemeingefährlicher, unberechenbarer Wahnsinniger, der nur an seinem persönlichen Ruhm und in weiterer Folge an seinem eigenen Profit interessiert ist und dem Menschenleben weniger bedeuten als der Schmutz unter seinen eigenen Fingernägeln.

Auftritte

Film

  • 1997: Batman & RobinDer Spielfilm; gedreht von Joel Schumacher, nach dem Drehbuch von Akiva Goldsman.

Literatur

  • 1997: Batman & RobinDer Roman zum Film; geschrieben von Michael Jan Friedman, basierend auf dem Drehbuch von Akiva Goldsman, erschienen bei Warner Books.
    Eine deutsche Übersetzung von Kim Schwaner erschien bei Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH.
  • 1997: Batman & RobinDer Comic zum Film; erschienen bei DC-Comics, geschrieben von Dennis O’Neil und gezeichnet von Rodolfo Damaggio.
    Eine deutschsprachige Übersetzung wurde im Dino Verlag veröffentlicht.

Wissenswertes

  • Woodrue-Darsteller John Glover zufolge saß Regisseur Joel Schumacher während der Dreharbeiten meist oben auf einem Kamerakran und brüllte vor jedem Take in ein Megaphon: “Denkt daran, alle miteinander, das hier ist ein Cartoon!“ (“Remember, everyone, this is a cartoon!“). da dies in weiterer Folge die Tonart des ganzen Films definierte, fand Glover es eigener Aussage nach sehr schwierig, seine Rolle ernsthaft zu spielen.
  • Der Look von Dr. Woodrues Laboratorium, sowie der Aufbau der Szene, in der Bane erschaffen wird, sind eine Hommage an die klassischen Monsterfilme der 1930er bis 1950er Jahre, allen voran Frankenstein.
  • Es gibt einige auffallende Parallelen zwischen Dr. Woodrue und dem skrupellosen Industriebaron Max Shreck, einen der Hauptschurken in Batmans Rückkehr neben dem Pinguin und Catwoman:
    - Beide verfolgen einen finsteren Masterplan zur persönlichen Bereicherung, für den sie bereit sind zu töten (Woodrues Supersoldatenexperiment und Shrecks Kraftwerkprojekt mit dem Ziel, Gotham Citys Energie zu stehlen).
    - Sowohl der verrückte Forscher als auch der windige Geschäftsmann werden von ihrer Assistentin/ Sekretärin ertappt, woraufhin sie diese zu beseitigen versuchen (Woodrue begräbt Dr. Pamela Isley unter einem Regal voller Pflanzentoxine und Shreck stößt Selina Kyle aus dem Fenster).
    - Mit ihren Taten erschaffen beide ihren jeweiligen persönlichen Racheengel – Woodrue Poison Ivy und Shreck Catwoman, die ihrerseits für Chaos und Zerstörung in der Stadt sorgen und die schlussendlich für ihren Untergang sorgen.
    - Beide “kreieren“ einen neuen Schurken – Woodrue erschafft mittels seines Supersteroids “Venom“ den muskelbepackten, fast unzerstörbaren Bane und Shreck protegiert den Pinguin mit seiner Macht und seinem Reichtum und manövriert ihn sogar beinahe ins Amt des Bürgermeisters.

    Der signifikanteste Unterschied ist lediglich, dass diese Story-Verläufe sich in Dr. Jason Woodrue’s Fall deutlich gestraffter, innerhalb weniger Minuten abspielen, anstatt sich über den ganzen Film hinweg zu entfalten.
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