Schurken Wiki
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Dr. Kananga (auch unter dem Pseudonym Mr. Big agierend) ist der Hauptantagonist des achten James Bond-Films Leben und sterben lassen (Live and Let Die) von Guy Hamilton aus dem Jahr 1973, basierend auf Ian Flemings gleichnamigem zweiten 007-Roman von 1954.

Der skrupellose Premierminister des fiktiven karibischen Inselstaates San Monique wurde eigens für die Verfilmung erschaffen und orientiert sich nur sehr vage an Buonapart Ignace Gallia alias Mr. Big, dem Hauptgegenspieler in Flemings literarischer Vorlage.
Im Gegensatz zu jenem benutzt Kananga diesen Namen lediglich als Tarnung für seine kriminellen Machenschaften, während er sich nach Außen als ehrbarer Diplomat und Politiker präsentiert.

Er ist der erste und bislang einzige [Stand März 2021, Anm.] afroamerikanische Hauptgegner mit dem sich der britische Doppel-Null-Agent mit der Lizenz zu töten messen musste.

Dargestellt wurde der gewissenlose Gangster, der den US-amerikanischen Heroinmarkt unter seine Kontrolle bringen will und nebenbei seine Gefolgsleute mit einem fanatisch ausgelebten Voodoo-Kult an sich bindet, vom US-amerikanischen Schauspieler Yaphet Kotto (*1939; †2021).

In der deutschen Übersetzung wurde er von Herbert Weicker (*1921, †1997) gesprochen, der auch die Bond-Schurken Francisco Scaramanga (Christopher Lee, 1974) und Ernst Stavro Blofeld (John Hollis, 1981) synchronisiert hatte.

Charakterbiographie

Vorgeschichte

Während Dr. Kananga in der Öffentlichkeit als unbescholtener Premierminister des karibischen Inselstaates San Monique auftritt und sich mit Geschick und Eloquenz auf dem Parkett der internationalen Politik bewegt, unterhält er unter der falschen Identität des Gangsterbosses Mr. Big in den Vereinigten Staaten die Nachtklub-Kette Fillet of Soul und ntzt diese als Fassade und Umschlagplatz für sein illegales Drogenimperium.

Um allzu Neugierige von seinen umfangreichen Mohnfeldern zur Heroingewinnung fernzuhalten, praktiziert er auf San Monique einen exzessiven Voodoo-Kult, geleitet und orchestriert von seinem Hohepriester Baron Samedi. Für Kananga ist Voodoo nicht ausschließlich Mittel zum Zweck; er glaubt tatsächlich an Magie und den Einfluss höherer Mächte, weswegen er sich von seinem persönlichen Medium, der jungfräulichen Solitaire mittels Tarot-Karten die Zukunft weissagen lässt.

Nachdem auf seinen Befehl hin innerhalb von vierundzwanzig Stunden drei britische Agenten liquidiert wurden, einer in New Orleans, einer während einer Versammlung der Vereinten Nationen in New York City und der Dritte auf San Monique, nachdem sie seinen Machenschaften empfindlich nahe gekommen sind, übernimmt der hartgesottene Doppel-Null-Agent James Bond die Ermittlungen in diesem Fall.

Der lästige Mr. Bond

Obwohl Whisper, einer von Kanangas Attentätern, erfolglos versucht, Bond bereits auf dem Weg in die Stadt hinein aus dem Weg zu räumen, kann der britische Spion mit der Lizenz zum Töten entkommen. In seiner Verkleidung als Mr. Big befiehlt Dr. Kananga abermals, den Agenten zu eliminieren, jedoch kann Bond ihm abermals durch die Lappen gehen. Nichtsdestotrotz kann Kananga ihn perfekt im Auge behalten, da Solitaire, dank ihrer besonderen Gabe in den Karten zu lesen, seine nächsten Schritte stets punktgenau vorhersagen kann.

Nachdem Bond einem weiteren Anschlag entgangen ist und zudem Solitaire verführt hat, die mit dem Verlust ihrer Unschuld auch ihre Gabe der Voraussicht verloren hat, gibt Kananga seine Maskerade als Mr. Big auf und offenbart seinen Masterplan. Der Grund für die Mühe, die Dr. Kananga auf sich nimmt, um sein großes Unterfangen zu verschleiern, ist so einfach wie genial – Er beabsichtigt, mehrere Tonnen seines selbstangebauten und raffinierten Heroins, von einem Wert in Millionenhöhe, über Mr. Bigs Fillet of Soul-Klubs schlicht zu verschenken.

Auf diese Weise will er die harte Konkurrenz ein für alle Mal aus dem Drogengeschäft drängen, um dann, nachdem er seine Monopolstellung auf dem Markt gesichert- und die Zahl der Süchtigen in den USA sich verdoppelt hat, gnadenlos die Preise zu diktieren.

Nach dieser folgenschweren Enthüllung überlässt er Bond seinem Stahlklauen-bewehrten Handlanger Tee-Hee, der ihn zu Kanangas Krokodilfarm in den louisianischen Bayous schafft. Während der britische Agent von Tee-Hees “Lieblingen“ zerfetzt und aufgefressen werden soll, kehrt Kananga mit Solitaire nach San Monique zurück, um sie als Strafe für ihren Verrat in einer dramatischen Voodoo-Zeremonie exekutieren zu lassen.

Die letzte Konfrontation

Buchstäblich im allerletzten Augenblick bewahrt Bond die junge Frau vor einem tödlich giftigen Schlangenbiss und kann mit ihr bis in Kanangas unterirdischen Schlupfwinkel unterhalb von Baron Samedis Friedhof vordringen.

Dort hat Kananga bereits sämtliche Vorbereitungen Abgeschlossen, um seine Rauschgiftvorräte via Untergrund-Einschienenbahn fort zu schaffen. Für den lästigen Agenten und seine untreue Seherin hat er indes ein ganz besonderes Ende im Sinn. An einen Kran gefesselt und mit blutenden Schnittwunden an den Armen, sollen sie in einem Bassin voller hungriger Haie versenkt werden.

Dank seiner Spezial-Armbanduhr gelingt es Bond einmal mehr, sich zu befreien. Kananga stellt sich ihm zum Kampf Mann-gegen-Mann und erweist sich dabei als überaus geschickt im Umgang mit dem Messer.

Im Zuge des Handgemenges stürzen beide in das Haifischbecken. Während Kananga sich los zu winden versucht, kann Bond ihm eine entsicherte Hochdruck-Pressluftpatrone in den Mund zwingen.

Nachdem er sie verschluckt hat, entweicht schlagartig die massiv komprimierte Luft und Dr. Kananga steigt, grotesk aufgebläht wie ein bizarrer Luftballon, aus dem Wasser empor und zerplatzt beim Aufprall an die scharfkantige Höhlendecke im wahrsten Sinne des Wortes in zahllose kleine Fetzen.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit

Dr. Kananga und seine Bediensteten - Publicityfoto von 1973.

Dr. Kananga ist ein charismatischer, großgewachsener dunkelhäutiger Mann Anfang Dreißig mit kurzgeschnittenem, krausem, schwarzem Haar und stechenden, dunklen Augen. Er legt stets Wert auf ein tadelloses und überaus gepflegtes Auftreten, wenn er sich in der Welt der hohen Politik bewegt.

Üblicherweise kleidet er sich in perfekt sitzende, maßgeschneiderte dunkle Anzüge mit Krawatte und Einstecktuch. Gelegentlich hat er eine rote Nelke im Knopfloch, was ihm etwas Dandyhaftes verleiht. Im Finale trägt er jedoch einen schwarzen Abacost-Anzug [die afrikanische Variante des Mao-Anzuges, Anm.] mit einem seidenen weißen Halstuch.

Für sein Alter Ego bedient er sich der Raffinessen speziellen Make-Ups. Mithilfe von Latex-Applikationen verfälscht er seine Nasen- und Gesichtsform und trägt Schminke, die ihm eine ungesund graustichige Hautfarbe verleiht. Eine schwarze Perücke mit Afro-Look komplettiert seine Verkleidung.

Dr. Kananga in seiner Verkleidung als "Mr. Big" - Publicityfoto von 1973.

Auch seine Garderobe als Mr. Big ist, seinem üblichen Modestil gegenüber, um einiges ausgefallener. In der Verkleidung des gefürchteten New Yorker Gangsterbosses trägt er grelle und kontrastreiche Kleidung wie beispielsweise weiße Anzüge mit leuchtendroten Hemden. Während seines ersten Zusammentreffens mit Bond ist er in einen rostbraunen Rauledermantel gekleidet, dazu ein Rollkragenshirt aus schillerndem lila Samt und gestreifte Hosen.

Meist gibt sich Dr. Kananga in seinem Auftreten kühl und beherrscht. Als Souverän eines Inselstaates ist er mit sämtlichen Feinheiten der Etikette vertraut, um sich problemlos auf dem empfindlichen Parkett der internationalen Diplomatie bewegen zu können. Da er es bereits in relativ jungen Jahren beträchtlich zu Macht und Einfluss gebracht hat, neigt er mitunter zu Anflügen von Eitelkeit und Arroganz. So ist er von seiner eigenen Überlegenheit überzeugt und glaubt voll und ganz an die geniale Größe seines Masterplanes.

Einzig in Bezug auf Solitaire zeigt sich auch noch eine andere Seite seiner Persönlichkeit. Auf ihre Affäre mit Bond reagiert er mit rasender Eifersucht und schlägt ihr gar ins Gesicht. Zwar behauptet er sie zu lieben, doch sein Verhalten spricht mehr für brutale Besitzgier.

Als Mr. Big wiederum lässt er seiner aggressiven Seite völlig freien Lauf und lebt seine, im Alltag sorgfältig verborgene, sadistische Ader ungezügelt aus. Mit lauter Stimme und polterndem Gebaren scheucht er seine Untergebenen umher und “räumt mit jedem auf“, der mutig oder dumm genug ist, nicht nach seiner Pfeife zu tanzen.

Auftritte

Film

  • 1973: James Bond 007 – Leben und sterben lassen (Live and Let Die) – Achter “offizieller“ Bond-Film von Guy Hamilton nach dem Drehbuch von Tom Mankievicz.

Andere Medien

  • 2012: 007 Legenden (007 Legends) – Episoden-Egoshooter-Game; herausgegeben von Activision für PlayStation 3, Xbox 360, MS Windows und Wii U.
    Dr. Kananga hat zwar im Gegensatz zu anderen klassischen Bond-Gegenspielern wie Ernst Stavro Blofeld, Hugo Drax oder Beißer kein eigenes Story-Kapitel erhalten, ist jedoch ein im Multiplayer-Modus spielbarer Charakter.

Handlanger (Auswahl)

Tee-Hee Johnson

Tee-Hee Johnson, der kichernde Handlanger mit der Stahlklaue - Dargestellt von Julius W. Harris.

Tee-Hee ist gewissermaßen Dr. Kanangas Lieutenant und persönlicher Leibwächter. Seit ihm ein Krokodil, mit dem er “spielen“ wollte, den rechten Arm abgebissen hat, trägt er eine Armprothese mit einer gefährlichen zangenartigen Klaue aus Stahl, die sogar stark genug ist, um Bonds Walter PPK zu zerquetschen.

Seine schwere Verwundung scheint seiner Faszination für die gewaltigen Reptilien keinen Abbruch getan zu haben, denn er unterhält seine eigene Krokodilfarm, welche als Tarnung für eines von Dr. Kanangas Haupt-Drogenlaboratorien dient.

Zu guter Letzt findet Tee-Hee sein Ende während einer Auseinandersetzung mit Bond, kurz nachdem dieser Kananga ausgeschaltet hatte. Während eines erbitterten Kampfes kann Bond die Steuerungsdrähte seiner Kneifer-Prothese durchtrennen und ihn bei voller Fahrt aus dem Fenster eines Zuges stoßen.

Entgegen der Romanvorlage, wo Tee-Hee nur einen kurzen Auftritt als einer von mehreren Schlägern hat, wurde er in der Filmadaption deutlich raffinierter ausgebaut. Er ist neben Beißer und Mr. Hinx einer von bisher drei 007-Schurken, die durch einen Sturz aus einem fahrenden Zug umgekommen sind bzw. zumindest vorübergehend aufgehalten wurden.

Dargestellt wurde der sadistische Handlanger mit dem schrillen Kichern vom US-amerikanischen Schauspieler Julius W. Harris (*1923; †2004) und auf Deutsch von Gernot Duda (*1928; †2004) synchronisiert.

Whisper

Whisper, der Attentäter mit der flüsternden Stimme - Gespielt von Earl Jolly Brown.

Whisper ist hauptsächlich als Dr. Kanangas Privatchauffeur, fungiert aber auch regelmäßig als Attentäter. Beispielsweise liquidiert er völlig unbemerkt einen CIA-Agenten am Steuer seines Autos mit einer im Seitenspiegel seines Wagens eingebauten Abschussvorrichtung, während Bond bei diesem auf der Rückbank sitzt.

Bei anderer Gelegenheit deponiert er, als Kellner verkleidet, eine Giftschlange in James Bonds Hotelzimmer, während er vorgeblich nur eine Flasche Champagner serviert.

Im Finale steuert er von einer Schalttafel aus die Plattform mit der Bond und Solitaire in einem Bassin voller hungriger Haie versenkt werden sollen. Nachdem Bond sich aber befreien konnte, wird Whisper von ihm in einen der Vakuumzylinder zum Herointransport eingeschlossen.

Während er in der literarischen Vorlage nur in einer Szene als Verbindungsmann in der Telefonzentrale auftritt, wurde ihm im Film wesentlich mehr Raum gegeben.

Verkörpert wurde der schwergewichtige Attentäter mit der leisen, heiseren Flüsterstimme vom US-amerikanischen Schauspieler Earl Jolly Brown (*1939; †2006) und in der deutschen Übersetzung von Hartmut Neugebauer (*1942; †2017) gesprochen.

Baron Samedi

Baron Samedi, der geheimnisvolle Voodoo-Fürst - Dargestellt von Geoffrey Holder.

Der geheimnisvolle Baron Samedi, der zunächst als Schauspieler in einer Voodoo-Tanzshow zur Unterhaltung von Touristen auftritt, entpuppt sich bald als einer von Dr. Kanangas Verbündeten. Er bespitzelt Bond während dieser auf San Monique ermittelt und warnt seinen Boss mit dem in seine Querflöte eingebauten Funkgerät als der britische Agent im Begriff ist, die gut versteckten Mohnfelder zur Heroingewinnung zu entdecken.

Kurz darauf ist er zugegen, als Kananga Solitaire auf ihren Betrug mit Bond zur Rede stellt. Als dieser erklärt, dass es für sie nur eine angemessene Strafe geben kann, zieht Baron Samedi die Karte des Todes von ihrem Tarot-Deck während er in finsteres, manisches Gelächter ausbricht.

Im Finale erhebt er sich mit dramatischem Bühnenzauber und technischen Effekten aus einem präparierten Grab, um Solitaire in einer Voodoo-Zeremonie von einer Giftschlange töten zu lassen. Nach Bonds eingreifen und einem kurzen Handgemenge, stürzt der Baron in einen offenen Sarg voller Giftschlangen, wo er allem Anschein nach zu Tode gebissen wird.

Nach dem heil überstandenen Abenteuer fahren James Bond und Solitaire mit dem Zug einem vermeintlichen Happy End entgegen, nicht ahnend, dass Baron Samedi vorne auf der Lock sitzt und sardonisch lachend den Hut zum Abschiedsgruß lüftet. Ob dies lediglich als Abschluss-Gag gedacht war oder tatsächlich auf die Beteiligung übernatürlicher Mächte hinweisen soll, ist bis heute Gegenstand von Diskussionen.

Dargestellt wurde der unheimliche Voodoo-Fürst mit dem schaurigen Lachen vom US-amerikanischen Tänzer und Schauspieler karibischer Herkunft Geoffrey Holder (*1930; †2014).

Rosie Carver

Rosie Carver, die verführerische Doppelagentin - Gespielt von Gloria Henrdy.

Die attraktive Außendienst-Agentin Rosie Carver war ursprünglich im Auftrag der CIA nach San Monique gegangen Sie sollte Ermittlungen über eine mögliche Verbindung Dr. Kanangas mit dem auf dem Inselstaat praktizierten Voodoo-Kult und dem damit in Verbindung stehenden mysteriösen Verschwinden mehrerer Agenten im Einflussbereich des Gangsterbosses Mr. Big anstellen.

Schon kurz nach ihrer Ankunft verstrickt sie sich jedoch selbst in abergläubischer Furcht vor dem dunklen Kult rund um dem geheimnisvollen Baron Samedi, dass sie sogar die Seiten wechselt und zu Kanangas Doppelagentin wird.

Auf seine Anordnung hin, nimmt sie Kontakt zu James Bond auf und führt ihn nach San Monique, um ihn dort in eine tödliche Falle zu locken. Nachdem dies jedoch scheitert, wird sie selbst von einer als Vogelscheuche getarnten Abschussvorrichtung mit Kameraaugen ausgeschaltet.

Verkörpert wurde die, eigens für den Film erdachte, Agentin, die als Lockvogel für 007 fungieren soll, von der US-amerikanischen Schauspielerin Gloria Hendry (*1949). Auf Deutsch wurde sie von Heidi Treutler (*1943) synchronisiert.

Wissenswertes

  • Die Figur des Dr. Kananga wurde nach Stuntman Ross Kananga (*1945; †1978) benannt, der Bond-Darsteller Roger Moore (*1927; †2017) während des Sprints über die Krokodil-Rücken gedoubelt hatte und zudem der Eigentümer der in dieser Szene gezeigten Krokodilfarm war.
    Er wurde im Abspann als Stunt-Koordinator genannt und erhielt 60.000 US-Dollar für die waghalsige Aufnahme. Während der fünf Takes, die die Szene beanspruchte, schnappte eines der Reptilien nach Ross und riss ihm eine Wunde ins Bein, die mit vollen einhundertdreiundneunzig Stichen genäht werden musste.
  • Der reale haitianische Diktator Dr. François “Papa Doc“ Duvalier (*~1907; †1971) gilt als eine der Hauptinspirationsquellen für Dr. Kananga. Duvalier baute einen umfangreichen Kult um seine Person auf und bediente sich dafür des Voodoo-Glaubens. Zudem behauptete “Papa Doc“ tatsächlich, er sei die leibhaftige Inkarnation des Baron Samedi.
  • Kananga-Darsteller Yaphet Kotto war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten dreiunddreißig Jahre alt. Er gilt somit als der bislang jüngste Darsteller eines Bond-Hauptgegenspielers im 007-Filmkosmos.
  • Eine Passage des Drehbuches von Tom Mankiewicz, in dem Dr. Kananga seinem Handlanger Tee-Hee droht, ihm seinen verbliebenen Arm abzuschneiden, sollte er Solitaire auch nur ein Haar krümmen, wurde kurz vor Drehbeginn als “zu übertrieben“ aus dem Skript gestrichen.
  • Yaphet Kotto war seinerzeit überaus unglücklich mit den zahlreichen Klischees über schwarze Personen im Drehbuch. In einem Interview sagte er dazu:
    »Es gab so viele Probleme mit diesem Skript […] Ich musste tief in meiner Seele und meinem Verstand graben, um einen realistischen Ansatz zu finden, mit dem ich den stereotypen Mist überspielen konnte, den Tom Mankiewicz geschrieben hatte, der überhaupt nichts mit afro-amerikanischer Lebensart oder Kultur zu tun hat […] Die ganze Erfahrung war nicht so lohnend, wie ich es mir gewünscht hätte.«
    There were so many problems with that script […] I had to dig deep in my soul and brain and come up with a level of reality that would off-set the sea of stereotype crap that Tom Mankiewicz wrote that had nothing to do with the black experience or culture […]The entire experience was not as rewarding as I wanted it to be.«)
  • Laut Kotto, war ihm seinerzeit untersagt worden, Werbung für den Film zu machen. Auch war er nicht zur Premiere von Leben und sterben lassen eingeladen worden. Die Produzenten sollen dies damit begründet haben, dass sie negative Publikumsreaktionen befürchteten, wenn sich vorzeitig herausstellen sollte, dass der Hauptschurke des Films schwarz sei.
  • Mehrere Jahre nachdem er die Rolle des Dr. Kananga gespielt hatte, witzelte Yaphet Kotto, dass er einer der wenigen, wenn nicht gar der einzige Schurke innerhalb des 007-Kosmos sei, der je Bonds charakteristische Vorstellung, »Mein Name ist Bond. James Bond.«, abgewürgt hatte, indem er ihn in seiner Mr. Big-Verkleidung mit den Worten: »Namen sind was für Grabsteine, Baby!«Names is for tombstones, baby!«) unterbrochen hatte.
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