Dr. Ranbir Sartain ist ein Schurke innerhalb des Halloween Slasher-Universums und tritt im ersten Teil der Reboot-Trilogie aus dem Jahr 2018 als Nebenantagonist in Erscheinung.
Als zweiter Psychiater, der den geistesgestörten Serienkiller Michael Myers behandelt, wird er euphemistisch auch als “der neue Samuel Loomis“ bezeichnet, in Anlehnung an jenen Arzt, der Michael jahrelang betreut- und als erster darauf hingewiesen hat, dass sich hinter dessen schwarzen Augen das absolute Böse verbirgt.
Im Gegensatz zu Dr. Loomis will Sartain Michael jedoch buchstäblich von der Leine lassen um ihn in voller Aktion studieren zu können, da er davon überzeugt ist, nur so den Schlüssel zum Verständnis der Motivation des maskierten Mörders zu erlangen.
Somit ist Ranbir Sartain in seinem Wahn Michael Myers verstehen zu wollen nicht nur bereit, selbst über Leichen zu gehen, sondern ist auch unmittelbar verantwortlich für sämtliche Ereignisse und Tragödien, die sich in der Halloween Reboot-Trilogie ereignen.
Verkörpert wurde der ebenso manipulative wie mörderische Psychiater vom türkischen Schauspieler Haluk Bilginer (*1954).
In der deutschen Synchronfassung wurde er von Axel Lutter (*1952) gesprochen.
Charakterbiographie[]
Vorgeschichte[]
Dr. Ranbir Sartain übernimmt nach Dr. Loomis' Tod die Behandlung von Michael Myers.
Schon als Student entwickelte Ranbir Sartain eine ungewöhnlich starke Faszination für den Serienmörder Michael Myers. Als der maskierte Geisteskranke, nach seiner Flucht aus dem Smith's Grove Sanatorium und der Ermordung mehrerer Teenager in seiner Geburtsstadt Haddonfield in der Halloween-Nacht 1978, plötzlich und ohne ersichtlichen Grund aufgab und wieder in nahezu katatonische Starre verfiel, konnte Sartain ihn nach seiner Festnahme und Wiedereinlieferung erstmals persönlich in Augenschein nehmen.
Unter der Anleitung von Michaels Psychiater, dem exzentrischen Dr. Samuel “Sam“ Loomis, konnte er sich immer eingehender mit dem Myers-Fall befassen und war regelrecht besessen davon, herauszufinden, was genau die Triebfeder war, die Michael zu seinem Handeln brachte.
Seit Jahrzehnten versucht Dr. Sartain herauszufinden, was Michael zum Morden treibt.
Nach Dr. Loomis Tod in den 1990er Jahren übernahm Sartain, mittlerweile selbst erfolgreich zum Doktor der Psychiatrie promoviert, die Behandlung des berühmt-berüchtigten “Halloween-Killers“, der nach wie vor in ungerührter, wortloser Starre verblieb. Selbst nach vierzig Jahren jedoch konnte er nichts über Michaels Motive in Erfahrung bringen und sämtliche herkömmlichen Herangehensweisen verliefen ausschließlich in Sackgassen.
Die über die Jahre hinweg entwickelte Obsession Dr. Sartains hatte längst ungesunde, regelrecht gefährlich wahnhafte Züge angenommen, die er jedoch bislang geschickt vor seinem Umfeld hatte verbergen können.
Die Feldstudie[]
Als Michael in eine andere Einrichtung verlegt werden soll...
In seinem wachsenden Wahn, fasst Ranbir Sartain den Entschluss, dass er Michael Myers im strikt kontrollierten Umfeld der Hochsicherheitsverwahrungseinrichtung nicht ausreichend erforschen kann und beginnt, mit dem Gedanken zu spielen, irgendwie seine Freilassung zu arrangieren, um ihn “in freier Wildbahn“ studieren zu können.
... wittert Sartain die Gelegenheit, ihn unter unkontrollierten Bedingungen zu studieren.
Pünktlich zum nahenden vierzigsten Jahrestag der “Halloween-Morde“ kommt seine Gelegenheit. Nach all den Jahren soll Michael Myers in eine andere Einrichtung verlegt werden; zudem haben sich zwei Journalisten angemeldet, die einen Beitrag über Myers in ihrem Podcast veröffentlichen wollen. Auch wenn es auch ihnen nicht gelungen ist, dem schweigsamen Mörder eine Reaktion zu entlocken, so haben sie eigens für ihre Reportage, die Originalmaske der Mordnacht aus der Asservatenkammer herbeigeschafft.
Für seine Ziele, ist Dr. Sartain bereit zu morden...
Auf dem abendlichen Gefangenentransport, den Dr. Sartain begleitet, kommt es schließlich zu einem Unfall. Während Sartain das Bewusstsein verliert, als der Gefängnisbuss von der Straße abkommt und umstürzt, kann Michael entkommen. Infolge weiterer widriger Umstände wird der Doktor zudem angeschossen, wird jedoch von Deputy Hawkins, dem Hilfssheriff von Haddonfield ins örtliche Krankenhaus gebracht, ehe er verblutet.
Happy Halloween 2018[]
... und gibt sich gänzlich dem in ihm schlummernden Wahnsinn hin.
Während Dr. Sartain versorgt wird, beginnt Michael eine neue Mordserie und setzt seine Suche nach Laurie Strode fort; dabei geht er brutaler und blutiger vor denn je. Sogleich bietet Ranbir Sartain sich als psychiatrischer Experte auf der Jagd nach dem Killer an und begleitet Deputy Hawkins, in der heimlichen Hoffnung, Michael endlich in Aktion zu sehen.
Dr. Sartain ermordet Deputy Hawkins.
Zufällig laufen sie dabei der völlig aufgelösten Allyson Nelson, Lauries Enkelin über den Weg, die gerade eben über den leblosen Körper ihres ermordeten Freundes gestolpert war. Als zudem Michael auftaucht, fährt Deputy Hawkins ihn, trotz Sartains scharfer Einwände, er brauche ihn lebend, mit seinem Streifenwagen über den Haufen. Als der Hilfssheriff den ebenso zähen wie wahnsinnigen Serienmörder “zur Sicherheit“ auch noch erschießen will, greift Dr. Sartain ihn unvermittelt an und stößt ihm sein als Kugelschreiber getarntes Skalpell in den Hals.
Um das Gefühl des Tötens besser auszukosten, schlüpft Dr. Sartain in Michaels Maske.
Nunmehr vollkommen von seiner Obession, Michael verstehen zu wollen getrieben, setzt Ranbir Sartain sich selbst die ausdruckslose, bleiche Maske auf und schleift den besinnungslosen Killer zurück zum Einsatzfahrzeug und bugsiert ihn neben die fassungslose und entsetzte Allyson auf den Rücksitz. Während er zu Laurie Strodes Haus fährt, sinniert Sartain darüber, ob das Gefühl zu töten sich für Michael genauso angefühlt hat, wie für ihn selbst.
Die junge Frau, die sein Selbstgespräch mitangehört hat, versucht Zeit zu schinden und behautet, Michael hätte an diesem Abend zu ihr gesprochen. Voller Überraschung verlangt Sartain zu erfahren, was er gesagt hat, doch inzwischen hat Myers das Bewusstsein wiedererlangt und attackiert den völlig überrumpelten Psychiater.
Noch im Augenblick des Todes fleht Dr. Sartain Michael an, etwas zu sagen.
Allyson gelingt mit knapper Not die Flucht, während Dr. Sartain zu Boden stürzt und, geschwächt von seinen mittlerweile zahlreichen Blessuren, nach Luft ringend liegen bleibt. Als Michael Myers bedrohliche Gestalt über ihm aufragt und aus den unergründlichen, schwarzen Augenlöchern der bleichen Maske auf ihn herabblickt, fleht der verrückt gewordene Psychiater ihn förmlich an, irgendetwas zu sagen.
Dr. Sartains geschundener Leichnam.
Ohne ein einziges Wort auszusprechen, lässt Michael Myers seinen Fuß auf den Kopf Dr. Ranbir Sartains niederfahren und zermalmt seinen Schädel unter der klobigen Sohle seiner schweren Arbeitsschuhe.
Erscheinungsbild & Persönlichkeit[]
Ranbir Sartain ist ein etwas stämmigerer, knapp durchschnittlich großer Mann in seinen Sechzigern mit hoher Stirn und breiten Geheimratsecken, ergrautem, leicht zerzaustem Haar und einem Charaktergesicht mit markanter Nase und ausdrucksstarken dunklen Augen. Zudem trägt er einen breiten, dicht gewachsenen und sorgfältig gepflegten Oberlippenbart.
Gekleidet ist er in zweckmäßige karierte Hemden mit Krawatten in gedeckten Farben und graubraune Hosen mit robustem Schuhwerk. An seinem Arbeitsplatz, dem Smith's Grove-Sanatorium trägt er über seiner Kleidung einen weißen Arztkittel mit seinem Dienstausweis gut sichtbar an der Brusttasche befestigt, in der zudem einige medizinische Instrumente, sowie auch sein “Kugelschreiber-Skalpell“ stecken.
Während er sich an Michaels Fersen heftet, trägt er über seiner üblichen Garderobe einen dunklen Parka, um sich vor der nächtlichen Kühle der Halloween-Nacht zu schützen.
In seinem Wesen besitzt Dr. Sartain eine gewissen Ähnlichkeit mit dem verstorbenen Dr. Sam Loomis; beide hegen eine tief sitzende Obsession für Michael Myers, die weit über geistige Gesundheit hinausreicht. Im Gegensatz zu Loomis jedoch, dessen Besessenheit dem Streben geschuldet war, Michael aus dem Verkehr zu ziehen und andere vor Schaden zu bewahren, hat Sartain keinerlei heroischen Ambitionen.
Ihm geht es einzig und allein darum, den maskierten Mörder in voller Aktion zu erleben und seinen Tötungstrieb zu verstehen und nachzuvollziehen. Ob andere dabei zu schaden kommen ist für ihn absolut unerheblich und so ist er sogar bereit selbst zu töten, um an sein Ziel zu gelangen, das Wesen des absoluten Bösen in Gestalt von Michael Myers zu ergründen.
Auftritte[]
2018: Halloween; gedreht von David Gordon Green nach dem Drehbuch von Jeff Fradley, Danny McBride & Green selbst, basierend auf der Geschichte und den Charakteren kreiert von John Carpenter & Debra Hill.
Der Film ist der erste Teil einer Trilogie und stellt das zweite Reboot der Halloween Slasher-Reihe dar, welches sämtliche Ereignisse nach dem ersten Film von 1978 ignoriert und eine völlig neue Geschichte erzählt.
Wissenswertes[]
- Ranbir Sartains Charakter weist gewisse Parallelen zu Dr. Terence Wynn auf, der sich in Halloween VI: Der Fluch des Michael Myers als Schurke entpuppt hatte. Beide sind Doktoren, die mit Dr. Sam Loomis im Myers-Fall zusammengearbeitet hatten und die als Unterstützer bei dessen mörderischem Treiben agieren.
- Dr. Sartain rechtfertigt seine Aktionen, indem er behauptet, er wolle Michael Myers in einer unkontrollierten Umgebung agieren sehen, um ihn und seine Motivationen besser studieren zu können. Kurz vor seinem Tod erwähnt er Michaels Schwester Judith, was zunächst Rückschlüsse zuließ, dass Laurie Strode sich abermals als seine zweite Schwester entpuppen könnte, obwohl Regisseur David Gordon Green versprochen hatte, diesen Handlungsstrang nicht mehr aufgreifen zu wollen.
- Gemäß Sartains Theorie hat Michael Myers all die Jahre nur auf die Gelegenheit gewartet, um ausbrechen zu können und die Jagd auf Laurie Strode fortzusetzen, um das Werk, das er 1978 begonnen hatte, vollenden zu können. Auch Laurie ist dieser Auffassung und hat sich entsprechend vorbereitet. Dem widerspricht jedoch die Weiterführung des Reboot-Handlungsverlaufes, zumal in Halloween Kills klargestellt wird, dass Michael “nur“ eine zerstörerische Urgewalt ist, die wahllos mordet und in weiterer Folge keinerlei persönliches Interesse an ihr hat.
Somit ist im Grunde nicht Michael die Triebfeder, sondern die Obsessionen und Handlungen von Dr. Sartain und Laurie Strode, führen schlussendlich dazu, dass ihre Pfade sich wieder kreuzen.
- 2021 bekannte Ryan Freimann, der Produzent von Halloween Kills, dass er kein Fan des “Sartain-ist-ein-Bösewicht“ Plot-Twists war und er den Charakter lieber als Helden und “Erben“ von Dr. Loomis gesehen hätte, jedoch von den anderen Verantwortlichen überstimmt worden war, da die Geschichte in deren Augen sonst “zu vorhersehbar“ gewesen wäre.


