FANDOM


Dracula portrait by daniel-murray

Graf Dracula - Artwork von Daniel Murray (gestaltet nach den Zügen von Christopher Lee)

Graf Dracula ist einer der großen, klassischen Schurken der Schauerliteratur und eine der populärsten Figuren des Horrorfilms des gesamten 20.- und frühen 21. Jahrhunderts.

Erschaffen wurde er vom irischen Schriftsteller Bram Stoker (*1847, †1912) als Hauptantagonist und Titelfigur des Romans Dracula aus dem Jahr 1897 und wurde unter anderem von der historischen Figur des als “Der Pfähler“ in die Geschichte eingegangenen walachischen Fürsten Vlad III. Drăculea inspiriert.
Der untote Aristokrat wurde zum Archetypus des modernen ‘Gentleman-Vampirs‘, der seine Opfer voller Charisma in seinen Bann zieht und sie mit unwiderstehlicher erotischer Ausstrahlung verführt, ehe er ihnen das Blut aussaugt.

Seit der Veröffentlichung des Romans wurde Dracula zahllose Male für Bühne, Film und Fernsehen adaptiert und so avancierte der Charakter, neben weiteren klassischen Ungeheuern wie Frankensteins Monster und Dr. Jekyll & Mr. Hyde, zu einer Ikone der Popkultur.

Bekannte Inkarnationen Draculas

Roman


In Film und Fernsehen

  • 1922: Graf Orlok – Der Vampir des von F. W. Murnau gedrehten deutschen Stummfilmes Nosferatu gilt als erste Verfilmung des Dracula-Stoffes. Aus lizenzrechtlichen Gründen wurde der Charakter in Orlok umbenannt und entspricht in seinem Äußeren (als kahlköpfiges Ungeheuer mit Rattenzähnen, spitzen Ohren und langen Krallen) eher der mythologischen Gestalt des Vampyrs.
  • 1931: Dracula (Universal) – Die von Bela Lugosi in der ersten Tonfilmfassung dargestellte Version Draculas basiert weniger auf Stokers Roman, als vielmehr auf dem Dracula-Bühnenstück von Hamilton Deane & John L. Balderston und hat das Erscheinungsbild des kultivierten, aristokratischen Vampirs mit schwarzem Cape, Frack und Fliege bis heute geprägt.
  • 1958: Dracula (Hammer) – Diese von Christopher Lee verkörperte Version Draculas ist bestenfalls dem Namen nach mit der literarischen Vorlage verbunden, schrieb aber Dank Lees intensiver Darstellung als dunkler Verführer ebenfalls Filmgeschichte.
    Lee spielte den blutsaugenden Grafen in insgesamt neun Filmen, davon siebenmal für die legendäre britische Hammer Films-Produktion.
  • 1970: Dracula (Lee, 1970) – Von Trash-Regisseur Jess Francos “Nachts, wenn Dracula erwacht“ hieß es lange Zeit, es handle sich um die werkgetreueste Umsetzung von Bram Stokers Roman. Dies trifft zumindest in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild Draculas zu, der hier erstmals als alter Mann mit Schnurrbart portraitiert wird, der erst durch vermehrten Blutkonsum wieder jünger wird.
  • 1979: Dracula (Kinski, 1979) – Bei dieser Inkarnation Draculas handelt es sich wiederum um eine eher folklorische Kreatur - kahlköpfig, mit Rattenzähnen und Krallen. In Werner Herzogs Nosferatu – Phantom der Nacht hört der Vampir zwar auf den Namen Dracula, jedoch ist der Film eher als Remake von Murnaus Stummfilm zu verstehen.
  • 1979: Dracula (Langella, 1979) – In der, ebenfalls auf Deanes/Balderstons Theaterstück basierenden Neuverfilmung des Lugosi-Klassikers ist Dracula fast mehr eine tragische Figur und Antiheld, der an der Einsamkeit seines unsterblichen Lebens leidet, als ein typischer Schurke.
  • 1992: Dracula (Oldman, 1992) – Regiegenie Francis Ford Coppolas Film mit Gary Oldman in der Titelrolle, konnte, trotz einiger stark romantisierter Ergänzungen, endgültig das Prädikat der romangetreuesten Filmfassung für sich verbuchen.
  • 1995: Dracula (Nielsen, 1995) – Leslie Nielsens, unter Mel Brooks’ Regie entstandener, Parodie der Figur persifliert neben Coppolas Version vor allem Bela Lugosis ikonische Darstellung des Vampirfürsten.

Von Dracula inspirierte Vampirfiguren

  • 1967: Graf von Krolock (Film) – In der Komödie “Tanz der Vampire“, die in den 1990er Jahren auch als Musical adaptiert wurde, ist der von Ferdy Maine gespielte Vampir-Graf eine klare Persiflage von Lees Dracula-Darstellung.
  • 1979 & 2004: Kurt Barlow – Der Roman “Brennen muss Salem“ (engl.: “Salem’s Lot“) von Stephen King ist einerseits eine Liebeserklärung an Stokers klassische Geschichte und kann andererseits als modernisierte Neuinterpretation verstanden werden.
    In der ersten Verfilmung ist der von Reggie Nalder verkörperte Vampir, in Anlehnung an Nosferatu, abermals ein klauenbewehrte Ungetüm mit Reißzähnen, während Rutger Hauer in der Neuverfilmung einen werkgetreuen, charismatischen Verführer spielte.

Dracula-Galerie (Auswahl)

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.