Überblick

“Wer wäre ich schon, wenn mir die wahre Natur der Dinge verborgen bliebe?”

— Gaunter

“Was sonst? Schließlich bin ich ein reisender Kaufmann. Aber täusche dich nicht, ich habe viele interessante Dinge anzubieten. Überfluss und Fülle für Körper und Seele. Dir wird es weder an Essen noch an Trinken mangeln. Als Hexer gefallen dir sicherlich erstklassige Waffen ... das alles kann ich dir bieten. Dein Körper ... so flink wie nie zuvor. Dein Geist ... schneller als der Blitz. Romantisches Talent, um allen Frauen zu schmeicheln. Aber vor allem biete ich wahres Abenteuer, ein Erlebnis wie kein anderes, das Schicksal weniger Auserwählter!”

— Gaunter will Geralt anwerben

Gaunter O'Dim, unter anderem als der Spiegelmeister und der Mann des Glases bekannt, ist ein nebensächlicher Charakter aus dem 2015 erschienenen Videospiel The Witcher 3: Wild Hunt und der Hauptschurke der ersten DLC-Erweiterung Hearts of Stone.

Obwohl er sich als jovialer und hilfsbereiter Spiegelhändler ausgibt, ist Gaunter in Wirklichkeit ein grausamer, übernatürlicher Dämon, der verzweifelten Menschen die Erfüllung ihrer sehnlichsten Wünsche verspricht. Allerdings erfüllt er diese stets auf eine sadistische und leidvolle Weise und fordert im Gegenzug stets die Seelen seiner Vertragspartner ein. Als eine weitere Seelen-Ernte ansteht und Gaunter die Seele von Olgierd von Everec einfordern will, will er den Hexer Geralt – der ihm ebenfalls einen Gefallen schuldet – nutzen, um seine Abmachung mit Olgierd zu erfüllen.

Er wird im Deutschen von Hans Bayer, im Polnischen von Dariusz Odija und im Englischen von Alex Norton gesprochen.

Überblick

Gaunter ist ein dämonisches, übernatürliches Wesen, welches als Inkarnation der Bosheit selbst fungiert. Er erscheint den Menschen als harmloser Spiegelhändler und bietet ihnen an, ihre Wünsche zu erfüllen, wenn sie einen Pakt mit ihm eingehen und ihm ihre Seelen verkaufen. Allerdings stürzt Gaunter die Menschen durch die Pakte stets in Elend und Verzweiflung, bis er sie durch das Rauben ihrer Seelen in ewige Verdammnis stürzt. So verfährt er auch bei Olgierd von Everec, der ihm seine Seele schuldet. Da Gaunters Pakt mit Olgierd jedoch besagt, dass Gaunter einen Stellvertreter benötigt, der Olgierd drei Wünsche erfüllt, bevor der Pakt vollendet ist, nutzt Gaunter eine vertrackte Situation aus, in der sich der Hexer Geralt befindet. Gaunter rettet Geralt aus seiner Misere und fordert im Gegenzug, dass dieser als sein Champion fungiert und Olgiers Wünsche erfüllt.

Im Verlauf der Handlung erfährt Geralt mehr über Olgierd und Gaunter und kann so erkennen, dass hinter dem scheinbar harmlosen Spiegelmeister eine weitaus bösere Macht steckt. Nachdem Geralt mit Gaunters Hilfe alle drei Wünsche Olgiers erfüllt hat, wird Olgierd von Gaunter zum Tempel von Lilvani berufen, wo Gaunter sich durch eine finale List Olgierds Seele habhaft machen will. Es ist abhängig von der Entscheidung des Spielers, ob Geralt Gaunter gewähren lässt, ihn Olgiers Seele rauben lässt und sich danach von Gaunter belohnen lässt, oder sich Gaunter entgegenstellt. Indem man seine eigene Seele setzt und Gaunter herausfordert, kann man den Spiegelmeister bei seinem eigenen Spiel schlagen und ihn aus der Welt verbannen – obwohl Gaunter trotz seiner Niederlage verkündet, eines Tages zurückkehren zu werden.

Persönlichkeit

“Ah, du willst also wissen, was ich tue? Kurz: Ich gebe den Leuten, was sie wollen. Sagen wir, ich erfülle ihnen ihre Wünsche. [...] Ich bin kein Betrüger. Ich gebe den Leuten nur, was sie wollen. Wenn sie sich unwürdige Dinge wünschen, liegt das durchaus an ihrer verkommenen Natur.”

— Gaunter spricht über sich

Ursprünglich präsentiert sich Gaunter als menschlicher Kaufmann. Er ist äußerst freundlich, höflich und gut gelaunt und umschmeichelt jene, mit denen er in Kontakt steht. So macht Gaunter in den meisten Konversationen einen positiven Eindruck und kann mit den meisten Menschen klarkommen und sie umgarnen. Shani gratuliert er beispielsweise direkt zu ihrem schönen Kleid und mit einer alten Bäuerin kommt er über das Backen von Honigkuchen ins Gespräch. Bei seinem ersten Treffen mit Geralt erweist Gaunter sich als sehr hilfsbereit und aufgeschlossen und bildet damit einen starken Kontrast zur Restbevölkerung, die Geralt eher meidet. Gaunter wirkt sehr aufgeweckt und hilfsbereit, womit er seine wahren Absichten und seine düstere Natur verschleiert.

Der harmlos wirkende Gaunter

In Wirklichkeit nutzt Gaunter die Verzweiflung von Menschen aus, um sie zu dämonischen Pakten zu verleiten. Da er Täuschungen durchschauen und die wahre Natur der Dinge sehen kann, weiß Gaunter genau, wonach es seinen Opfern lüstet und wie er ihnen diese Dinge schmackhaft machen kann. Er ist äußerst sadistisch und spielt gerne mit seinen Opfern, was sich in vielen seiner Pakte zeigt. So zwingt er Professor Schüttlock zu einem Leben als Eremit, indem er einen Kreis auf dessen Fußboden zeichnet und impliziert, dass der Mann nur darin sicher sein wird. Darüberhinaus manipuliert er über Wochen hinweg Schüttlocks Träume und lässt ihn eine Liebe zu einer fiktiven Tochter entwickeln, nur um diese dann in einem finalen Traum grausam von einer Krankheit dahinraffen zu lassen. Gaunters Sadismus zeigt sich auch in seinen Kontakten mit der von Everec-Familie; so zwingt er Olgierd, zwischen seiner Liebe Iris und seinem Bruder Vlodimir zu wählen und lässt Vlodimir sterben, nachdem Olgierd seine Wahl getroffen hat. Auch Vlodimir selbst lässt Gaunter leiden - sowohl durch Worte als auch durch Taten.

Obwohl es wirkt, als würde Gaunter seinen Opfern etwas gutes tun wollen, erweist sich dies schnell als Fehleinschätzung. Zwar betrügt er nie und gibt seinen Opfern immer, was sie wollen, doch er interpretiert Aussagen und Regeln stets auf so eine Art und Weise, dass sie das größtmögliche Leid verursachen. Er liebt es, Menschen schwierige Entscheidungen treffen zu lassen und sie glauben zu lassen, sie hätten die Kontrolle. So lässt er Olgierd wahnwitzige Klauseln in ihren Pakt einarbeiten, damit dieser sich sicher wähnt, interpretiert die unlösbaren Aufgaben dann aber stets so, dass sie gelöst werden können. Generell handelt Gaunter meist so, dass die Menschen erst rückblickend erkennen, was sie verloren haben und was ihnen droht, so dass ihnen die Wahrheit erst klar wird, wenn es zu spät ist, einen Rückzieher zu machen.

Gaunters weitaus dämonischeres Aussehen bei seiner Verbannung

Gaunter ist äußerst manipulativ und intrigant. So nutzt er Geralt als Handlanger und nutzt die gemeinsame Vergangenheit von Geralt und Olgierd aus, um Olgierd bei Geralt durch das gezielte Offenbaren von Halbwahrheiten in ein schlechtes Licht zu rücken. Gleichzeitig tut er so als ließe er Geralt die Wahl, nutzt dabei aber dessen Schuldgefühle und Olgiers scheinbaren Betrug, um ihn zur Kooperation zu drängen. Auch antwortet Gaunter nie direkt, sondern stets in Rätseln oder auf eine solche Weise, dass er keine Antworten gibt, sondern nur noch mehr Fragen aufwirft. Trotz dieser manipulativen Verschlagenheit, kann auch Gaunter von Zeit zu Zeit die Beherrschung verlieren und seine kontrollierte Fassade fallen lassen; so beispielsweise in seiner letzten Konfrontation mit Vlodimir von Everec, oder als er einen alten Säufer unnötigerweise tötet, als dieser ihn unterbricht.

Gaunters große Vorliebe für Wortfallen und geistige Duelle ist gleichzeitig seine größte – wenn auch einzige – Schwäche. Als übermächtiges, dämonisches Wesen kann Gaunter nicht getötet werden, sondern lediglich durch seine eigenen Waffen geschlagen und dadurch aus der Welt verbannt werden. Obwohl Gaunter sich für zu intelligent und gerissen hält, besiegt zu werden, ist es möglich, seine Arroganz und Spiellust gegen ihn zu verwenden und ihn zu einer Herausforderung zu verleiten. Obwohl Gaunter versuchen wird, diese zu gewinnen und zu seinem Vorteil zu formen, ist es dennoch möglich, die Herausforderung zu gewinnen und Gaunter zu überlisten, wie Geralt beweist, wenn er sich entscheidet, Olgierd zu schützen.

Kräfte und Fähigkeiten

“O'Dim gewährt einem, was man wünscht, nicht das, was man will. Wer einen Pakt mit ihm schließt, lernt diesen Unterschied und stirbt daran!”

— Professor Schüttlock

  • Düstere Kräfte: Wenngleich Gaunters Kräfte an Magie erinnern, sind sie etwas weitaus mächtigeres und düsteres als simple Zauberei, die Gaunter verachtet.
    • Unsterblichkeit: Als Inkarnation der Bosheit selbst ist es nicht möglich, Gaunter zu verletzen oder zu töten.
    • Erfüllung von Wünschen: Gaunters Kräfte sind so mächtig, dass er in der Lage ist, sämtliche Wünsche zu erfüllen, die ein Individuum hat.
    • Zeitmanipulation: Gaunter ist in der Lage, die Zeit zu manipulieren und auf Wunsch sogar anzuhalten. Dabei scheinen seinen Kräften keine Grenzen gesetzt zu sein und die Manipulation der Zeit scheint ihm auch keine Mühen zu machen.
    • Allwissenheit: Gaunter weiß über alles und jeden Bescheid. Er durchschaut Täuschungen direkt und sieht die wahre Natur sämtlicher Dinge.
    • Levitation: Gaunter kann in der Luft laufen, als wäre sie fester Boden
    • Teleportation
    • Sechster Sinn: Gaunter scheint es zu spüren, wenn jemand Nachforschungen über ihn anstellt.
  • Charisma und Redegewandheit: Gaunter ist auf den ersten Blick ein äußerst charmanter und charismatischer Mann, was es ihm erleichtert, das Vertrauen von Menschen zu erlangen.

Zitate

“Dieser kindische Hokuspokus ist völlig uninteressant. Die wahren Märchen faszinieren mich, die echten Leben. Wie das folgende. Es handelt von einem üblen Kerl, vulgär, abscheulich, mit einem Herzen aus Stein. Einem Mann, der seine Schulden nicht zahlt. Er hat auch dich betrogen. Sein Name ist Olgierd von Everec.”

— Gaunter berichtet von Olgierd


“Ich bin kein Wucherer, der Geld gegen Zinsen verleiht! Nein, was Olgierd mir schuldet ist viel persönlicher, als Klingelkram!”

— Gaunter impliziert, worum sein Pakt mit Olgierd geht


“Nein, Geralt, willst du nicht. Diesmal verschone ich dich und erfülle deinen Wunsch nicht. Wer meinen wahren Namen erfahren hat, ist entweder tot oder hat ein schlimmeres Schicksal erlitten.”

— Gaunter verschweigt seine wahre Identität


“Sagen wir, die Zeit hat mich immer fasziniert. Deswegen habe ich mir ihre optimale Nutzung beigebracht.”

— Gaunter spricht über seine Zeitmanipulation


“Gaunter O'Dim ist kein Mann! Er ist das Böse! Das Böse, das viele Formen annimmt! Vergiss ihn, oder stirb!”

— Professor Schüttlock über Gaunter


“Meine Welt, meine Regeln!”

— Gaunter in der Anderswelt


Galerie

Trivia

  • Wenn man sich entscheidet, Olgierd sterben zu lassen, lässt Gaunter Geralt aus folgenden Belohnungen wählen:
    • Ich will so schnell sein wie der Wind (Man erhält für Plötze die Schabracke der Klage, die das Pferd in ein dämonisches Pferd verwandelt und Gegner abschreckt).
    • Ich will nie wieder hungrig sein (Man erhält das Füllhorn)
    • Ich will eine Schnapsflasche, die immer voll ist (Man erhält die Karaffe ohne Boden)
    • Mach mich reich (Man erhält 5.000 Kronen)
    • Von dir will ich nichts (Man erhält 102 Erfahrungspunkte)
    • Ich will wissen, wo Ciri ist (Wenn man Ciri in der Haupthandlung noch nicht gefunden hat, umschreibt Gaunter, welche Entscheidungen man treffen muss, um das gute Ende zu bekommen)
  • Wenn Geralt sich entscheidet, dem optionalen Missionsweg zu folgen, Professor Schüttlock aufzusuchen, tritt Schüttlock im Verlauf des Gesprächs aus Gaunters Schutzkreis, rutscht aus und stürzt nach hinten. Er bricht sich dabei das Genick und ist sofort tot.
  • Sollte die Zeit in O'Dims Anderswelt ablaufen, ohne dass man das Rätsel löst, erscheint eine spezielle Game-Over-Cutscene, in der Gaunter Geralts Seele an sich reißt.
  • Bei seiner Verbannung im Falle seiner Niederlage spricht Gaunter in mehreren realen Sprachen; so antillen-kreolisch, georgisch und ossetisch. Seine Aussage übersetzt sich etwa wie folgt: ("Du bist ein Hahn, und der Hahn ist alleine König seines Misthaufens. Du glaubst, du hast gewonnen? Du liegst falsch. Ich kann nicht sterben. Ich gehe jetzt, aber ich komme wieder")
  • Gaunter und seine Handlung scheinen auf dem Märchen Das kalte Herz von Wilhelm Hauff zu beruhen. In diesem erfüllt ein böser Waldgeist Menschen Wünsche, verwandelt im Gegenzug jedoch ihre Herzen in kalten Stein. Wie in Hearts of Stone wird der böse Geist durch einen Trick bezwungen. Im Märchen taucht außerdem ein Glasmännlein auf, welches ebenfalls Wünsche erfüllt, im Gegenzug zu Gaunter aber nicht böse ist, sondern als gutes Gewissen fungiert.
  • Die Anfangsbuchstaben von Gaunters vollem Namen bilden G.O.D., das englische Wort für Gott.
  • Ein Lied, welches von Kindergruppen um Oxenfurt herum gesungen wird, beschreibt Gaunter und seine üble Natur. Es lautet wie folgt: "Sein Antlitz ist schön, seine Worte fantastisch, doch dieser Teufel ist verdorben und garstig. Die Wünsche wird er dir gerne erfüllen. Gold und Silber ist dir ganz zu willen. Doch wenn er kommt, dann musst du die Schuld zahlen. Dann ist es Schluss, mit lächeln und prahlen. Liegst jetzt in Ketten, dein Reichtum in Scherben! In Ewigkeit leidend bis die Sterne sterben!"
    • Eine dieser Kindergruppen sitzt im Kreis unter genau dem Wegweiser nahe Yantra, auf dem Gaunter auf Geralt wartet.
    • In mehreren Situationen pfeift Gaunter die Melodie dieses Kinderreims; so etwa beim Warten auf Geralt oder nachdem er Olgierds Seele absorbiert hat.
  • Im Verlauf der DLC-Handlung erscheinen im Hintergrund diverser wichtiger Szenen Figuren, die Gaunter optisch sehr ähneln. Dies lässt sich so interpretieren, dass Gaunter insgeheim Geralts Fortschritte überwacht und ein Auge auf seinen Champion hat.
  • Gaunter teilt seinen Nachnamen mit Walter O'Dim, einem wiederkehrenden Schurken aus Stephen Kings Romanen.

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