Schurken Wiki
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Dieser Artikel wurde im Juli 2021 als Artikel des Monats vorgestellt.

“Sie sind jetzt in den Händen der SS. Meinen Händen, um genau zu sein...”

— Hans Landa zu Aldo Raine

“Ich verstehe Ihr Unbehagen, das auszusprechen. Heydrich verabscheut ja den Spitznamen, den das liebe Volk von Prag ihm verliehen hat. Allerdings, der Grund, warum er den Spitznamen "Der Henker" nicht mag, ist mir schleierhaft; zumal er alles in seiner Macht Stehende getan hat, um ihn zu verdienen. Aber ich, andererseits, liebe meinen inoffiziellen Titel... gerade weil ich ihn verdient habe! [...] Ein deutscher Soldat führt eine Hausdurchsuchung durch wo er glaubt, dass sich Juden verstecken. Und wo sucht der Falke? Er sucht im Stall, er sucht unterm Dach, er sucht im Keller, er sucht überall, wo er sich verstecken würde. Aber es gibt so viele Verstecke, die einem Falken nie in den Sinn kommen würde. [...] Der Grund, weshalb mich der Führer aus meinen österreichischen Alpen geholt und ins französische Flachland versetzt hat, ist, es kommt mir in den Sinn! Weil ich weiß, zu welch enormen Taten der Mensch fähig ist, sobald er seine Würde abgelegt hat!”

— Landa zu La Padite

SS-Standartenführer Hans Landa, auch als der Judenjäger bekannt, ist der Hauptschurke aus dem 2009 erschienenen Kinofilm Inglourious Basterds.

Der aufgrund seines perfiden Talents, untergetauchte Juden aufzuspüren, auch als Judenjäger bezeichnete Landa ist ein Vertreter des Nazi-Regimes in Frankreich. Landa geht dabei effizient, höchst effektiv und skrupellos vor. Gleichzeitig erhält Landa den Auftrag, die Sicherheit für ein Propaganda-Event zu organisieren, in dem Reichspropagandaminister Goebbels die Uraufführung des Films Stolz der Nation präsentieren will – unter den geladenen Gästen sind neben führenden Nazis auch Hitler selbst. Mit Infiltratoren in Form der Doppelagentin Bridget von Hammersmark sowie einer Gruppe jüdischstämmiger Soldaten konfrontiert, findet der opportunistische Landa jedoch schnell einen Weg, von der Entwicklung der Ereignisse zu profitieren.

Er wurde von Christoph Waltz verkörpert, der für seine Darstellung mit dem Academy Award ausgezeichnet wurde und später auch die Rolle des Ernst Stavro Blofeld im Bond-Film Spectre und Miles Sellars in Most Dangerous Game spielte.

Biographie

Vergangenheit

Landa ist zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ein Standartenführer der Schutzstaffel. Ursprünglich aus der österreichischen Alpenregion stammend wurde er aufgrund seines taktischen und berechnenden Verstands von Adolf Hitler persönlich einberufen und in das von den Nazis besetzte Frankreich beordert, um dort die Jagd auf die letzten verbliebenen jüdischen Familien zu leiten.

Landa, der aufgrund seines Erfolgs in ähnlichen Missionen bereits den berüchtigten inoffiziellen Titel "Judenjäger" trägt – und diesen sehr genießt – beginnt in Frankreich sofort mit der Arbeit. Schließlich verbleibt in Landas Einzugsgebiet nur noch die jüdische Dreyfuß-Familie, die sich bisher erfolgreich vor Landas Vorgängern verstecken konnte. Landa hingegen mutmaßt, dass die Familie von ihren Nachbarn, der Familie des Milchbauern Perrier La Padite, versteckt wird. Um seine Theorie auf die Probe zu stellen und die Dreyfuß-Familie wie befohlen zu eliminieren, begibt sich Landa daraufhin begleitet von drei SS-Soldaten zur Farm der La Padites.

Operation Kino

Landa zeigt sein wahres Gesicht

Dort angekommen wird er von dem misstrauischen Perrier La Padite verhalten willkommen geheißen. Landa gibt sich jovial und höflich und behauptet, lediglich wegen einiger Rückfragen gekommen zu sein, damit er die Akte schließen kann. Er stellt zuerst einige grundlegende Fragen über die Dreyfuß-Familie, von der er ausgeht, dass La Padite sie unter dem Holzfußboden der Hütte versteckt. Als Landa sich erkundigt, was La Padite glaubt, was mit der Familie geschehen sei, behauptet La Padite, dass sie Gerüchten zufolge in Spanien untergetaucht sein soll. Landa scheint dies zu akzeptieren und beginnt dann, beiläufig von sich selbst zu sprechen. Er erwähnt seinen Ruf als Judenjäger und erklärt, dass dieser darauf beruht, dass er wie ein in die Ecke getriebener Jude denken könne – etwas, was den deutschen Soldaten nicht möglich sei.

Schließlich erklärt Landa La Padite kühl, dass er seine Männer das Haus durchsuchen lassen wird und dass der Fund der Familie eine schwere Strafe mit sich ziehen würde – es sei denn, La Padite würde kooperieren und die Dreyfuß-Familie ausliefern. Daraufhin gibt der in die Ecke getriebene La Padite aufgelöst zu, dass er die Dreyfuß-Familie unter den Bodendielen verbirgt. Da Landa und La Padite ihr Gespräch auf Landas Bitte hin auf Deutsch geführt haben, bekommt die verzweifelt ausharrende Familie Dreyfuß nicht mit, dass sie verraten wurden und bleiben regungslos liegen. Dies erlaubt Landa, seine Soldaten ins Haus zu bitten, welche daraufhin das Feuer auf den Boden eröffnen und die Dreyfuß-Familie ermorden. Lediglich die Tochter, Shoshanna, kann als einzige Überlebende entkommen.

Landa befragt Emmanuelle

Drei Jahre später betreibt Shoshanna unter dem Decknamen Emmanuelle Mimieux ein Kino in Paris. Zufällig wird genau dieses Kino ausgewählt, um als Standort für die Premiere des Propagandafilms Stolz der Nation zu dienen, bei der neben Reichspropagandaminister Joseph Goebbels auch weitere hochrangige Vertreter des Nazi-Regimes anwesend sein sollte. Ein entsprechend hohes Risiko stellt das Event dar und Landa wird nach Paris geholt, um als Sicherheitsbeauftragter zu fungieren. Als er im Zuge der Vorbereitungen auch in ein Gespräch mit Emmanuelle gerät und Details besprechen will, ist diese entsetzt, den Mörder ihrer Familie zu sehen. Landa jedoch erkennt Emmanuelle nicht als Shoshanna wieder, so dass das angespannte Gespräch schlussendlich ohne negative Konsequenzen endet.

Während im Kino die Vorbereitungen für die Premiere laufen, werden eine Gruppe jüdischstämmiger Soldaten, die sogenannten Basterds, nach Frankreich geschickt, um dort die Kinopremiere, in der auch Hitler und Goebbels teilnehmen werden, zu attackieren. Während sich die Basterds in einer Taverne vor Paris mit ihrer Kontaktperson, der deutschen Schauspielerin Bridget von Hammersmark treffen, kommt es zu einem Schusswechsel zwischen den Basterds und deutschen Soldaten, bei denen Bridget verwundet wird. Landa wird später zum Schauplatz gerufen, wo er die Leichen untersucht. Unter den Toten erkennt er einige der Basterds und findet außerdem einen Frauenschuh sowie ein Autogramm Bridgets, welches diese einem der Soldaten zuvor gegeben hatte. Landa kann das Ereignis schnell mit der geplanten Premiere in Verbindung bringen und auch von Hammersmarks Rolle als Verräterin erkennen.

Landa genießt es, die Basterds zappeln zu lassen

Am Tag der Premiere schleust Bridget, die nun einen Gips trägt, einige der Basterds ins Kino ein, die Sprengsätze mit ins Gebäude geschmuggelt haben. Vor Beginn des Films warten die Gäste noch in der Eingangshalle, was Landa als Gelegenheit nutzt, um an von Hammersmark heranzutreten. In dem Gespräch gibt Bridget ihre Begleiter als Gäste aus Italien aus, was jedoch schnell auffliegt, da Landa im Gegensatz zu den Basterds fließend italienisch spricht. Landa amüsiert sich tierisch, Bridgets Aussagen und Lügen zu widerlegen und sie in Widersprüchen zu verstricken, ohne aber direkt zu offenbaren, dass er sie enttarnt hat. Schlussendlich tut Landa so, als wäre ihm nichts aufgefallen und die Basterds, welche Bomben tragen, dürfen sogar ihre Plätze im Kino einnehmen. Der Anführer der Basterds, Aldo Raine, bleibt noch kurz mit Bridget im Vorraum, bevor Landa erneut an sie herantritt und Bridget bittet, auf ein Gespräch in sein Büro zu kommen.

Im Büro offenbart Landa, dass er in den Ruinen der Gaststätte, in denen die Basterds die Deutschen bekämpft haben, Bridgets Schuh gefunden hat und somit weiß, dass Bridget eine Verräterin ist. Nachdem er ihr den Schuh anlegt und dieser genau passt, springt Landa auf Bridget zu und erwürgt sie. Nach diesem unbeherrschten Angriff muss er sich kurz fassen, bevor er einen Telefonhörer greift, seine Männer anruft und ihnen befiehlt, den noch immer in der Eingangshalle wartenden Aldo Raine gefangenzunehmen. Dies gelingt ohne Probleme und Raine sowie ein weiterer gefangener Basterd werden in einem LKW vom Kino forttransportiert und in eine nahegelegene Bar gebracht, die den Nazis als Hauptquartier dient. Auch Landa findet sich dort ein, um die Gefangenen zu verhören.

Landa verhandelt mit den gefangenen Basterds

Landa lässt die Gefangenen Platz nehmen und schickt dann seine Leute fort, um die beiden alleine zu verhören. In einer opportunistischen Wende offenbart Landa den beiden aber zu ihrer Überraschung, dass er sich letzten Endes nicht mit den Nazis identifiziert, sondern nur das getan hat, worin er gut ist. Entsprechend ist es Landa gleichgültig, ob die Nazis den Krieg gewinnen oder verlieren und er sieht in dem heutigen Abend eine Gelegenheit, den Krieg – den die Nazis zu verlieren scheinen – vorzeitig zu beenden. Er erklärt auch, dass die anderen beiden Basterds noch immer mit ihren Sprengsätzen im Kino sitzen. Allerdings fügt er an, dass er nur im Kino anrufen müsse, um das Attentat zu vereiteln.

Zufrieden sieht Landa sich nun in einer Machtposition, da er sich entscheiden könnte, das Kino nicht zu informieren und durch das erfolgreiche Attentat der Basterds indirekt den Tod von Hitler, Goebbels, Göring und Borman herbeizuführen. Er benennt sich süffisant als derjenige, der letzten Endes den Krieg beenden könnte, da Hitlers Tod schlussendlich von seiner Reaktion abhängt. Allerdings will er verhindern, danach als Massenmörder und Kriegsverbrecher vor ein Tribunal gestellt zu werden und fordert einen Vertrag mit den militärischen Vorgesetzten der Basterds. Ohne wirkliche Alternative ermöglichen die Basterds Landa daraufhin den Kontakt mit der britischen Militärführung, so dass Landa seine Bedingungen kommunizieren und einen Deal aushandeln kann. Zu Landas Bedingungen gehören Straffreiheit, seine vollständigen Militärbezüge, die amerikanische Staatsbürgerschaft sowie ein Haus in den USA und die Medal of Honor; letztere fordert er für alle Mitglieder der Basterds.

Landa erhält seine Strafe

Raines Vorgesetzten stimmen dem Deal zu, woraufhin Landa den Anschlag geschehen lässt und dadurch den Tod der Nazi-Führung herbeiführt. Gemäß der Abmachung fährt Landa derweil mit den Basterds und seinem Funker, welchem ebenfalls Straffreiheit zugesichert wurde, zur Front, wo er sich Raine offiziell ergeben soll. Nachdem er seine Waffen abgegeben hat, erschießt Raine jedoch zum Schrecken Landas den Funker. Landa ist außer sich und schreit, dass das Leben des Funkers Teil der Abmachung war, doch Raine entgegnet kühl, dass es der Militärführung letztendlich nur um Landa geht. Da Raine Landa nicht töten kann, aber auch nicht zulassen will, dass dieser nach Kriegsende seine Nazi-Vergangenheit einfach hinter sich lassen kann, ritzt Raine dem entsetzten Landa als deutliches Zeichen mit seiner Machete ein Hakenkreuz in die Stirn.

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