Schurken Wiki
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“Dreißig Jahre lang ... bin ich zur See gefahren, hab' Gutes und Schlimmes gesehen, noch Besseres und noch Schlimmeres, schönes und schlechtes Wetter, knappe Rationen, gezückte Messer und was weiß ich noch. Na, und nun will ich Dir was sagen: Ich habe noch nie gesehen, das Gutsein was nützt Wer zuerst zuschlägt, der ist mein Mann; ein Toter beißt nicht mehr, das ist meine Meinung.”

— Israel Hands zu Jim Hawkins

“Wie lange sollen wir denn noch hin und her steuern, wie so' n verdammtes Marketenderboot? Dieser Kapitän Smollett liegt mir schon lange im Magen, er hat mich lange genug geschunden, zum Kuckuck! Ich will auch mal in der Kajüte sitzen, ich will ihr Eingemachtes, ihren Wein und das ganze Zeug!”

— Israel Hands drängt Long John Silver zur Meuterei.

Israel Hands ist ein fiktiver Schurke aus Robert Louis Stevensons Roman Die Schatzinsel und seiner zahlreichen Verfilmungen. Hands tritt als der Hauptschurke im fünften Teil "Mein Seeabenteuer" auf.

Biographie

Vergangenheit

Israel Hands fährt seit 30 Jahren zur See und war einst Mitglied der Mannschaft des berüchtigten Piraten Flint, für den er als Kanonier arbeitete. Als solcher hat er jahrelang geraubt, geentert und getötet und von seinem Anteil der Beute in Saus und Braus gelebt, ohne etwas zurückzulegen. Daher ist er wie der Rest der Mannschaft sehr daran interessiert den noch verbleibenden Teil von Flints Beute von der Schatzinsel zu bergen.

Die Schatzinsel

Der Plan, den Flint für das Versteck seiner Beute anlegt gelangt über dessen ersten Maat Billy Bones in die Hände von Jim Hawkins. Der Squire John Trelawney will ein Schiff chartern, um die Schatzinsel zu bergen und Israel Hands ist einer der Ersten, der zu diesem Zweck angeheuert wird. Er wird der Bootsführer der Hispaniola. Der gutmütige Trelawney ahnt nichts von Hands' verbrecherischer Vergangenheit und auch nicht, das dessen alter Schiffskamerad Long John Silver es schafft ihm den Rest von Flints alter Mannschaft unterzujubeln. Die Mannschaft arbeitet auf der Hinfahrt hart und diszipliniert, sodass Kapitän Alexander Smolletts anfängliche Zweifel an seiner Crew schnell verfliegen.

Umso größer ist Jim Hawkins Überraschung, als er zufällig in der Apfeltonne hört, wie sein Freund, Schiffskoch Silver, den jungen Matrosen Dick Johnson überreden kann, sich der Meuterei von Flints alter Crew anzuschließen. Hands ist ebenfalls anwesend und wenig überrascht, das Johnson auf ihrer Seite steht. Gleichzeitig drängt er aber Silver mit der Meuterei zu beginnen, da er es satt habe vom Kapitän Befehle entgegen zu nehemen und wünscht in der Kajüte zu sitzen und ebenfalls die guten Sachen genießen zu können. Silver, der plant erst zu meutern, sobald der Schatz an Bord gebracht ist und sie sich auf der Rückfahrt befinden, weißt ihn wütend zurecht, das keiner von ihnen ein Seemann vom Format Smollets ist und einen Kurs berechnen könnte. Somit sind sie weiterhin auf den rechtschaffenden Teil der Mannschaft angewiesen, was den Bootsführer aber nicht überzeugen kann. Zudem weiß keiner von ihnen, wo der Squire und sein engster Vertrauter Dr. Livesey die Schatzkarte versteckt haben.

Als kurz darauf die Schatzinsel erreicht wird kann Jim Hawkins den Kapitän und die Treugebliebenen vor der drohenden Gefahr warnen. Besonders Israel Hands' Beteiligung an der Meuterei ist für alle eine Überraschung und Enttäuschung, da er einer der Männer war, die vor dem Rädelsführer Silver angeheuert wurden. Während die Königstreuen glauben noch Zeit zu haben, da der Schiffskoch die Meuterei in seinem eigenen Interesse so spät wie möglich anzetteln will, ahnen sie nicht, dass Hands, George Merry und Job Anderson ihm zeitgleich den Schwarzen Fleck aushändigen und ihn zwingen viel zu früh loszuschlagen. Der Großteil der Mannschaft erkundigt unter Silvers Führung die Insel, während Hands mit fünf weiteren Männern an Bord der Hispaniola bleibt. Zwar sind die Meuterer in der Überzahl, keiner aber ist bewaffnet, da der Kapitän zu Beginn der Reise sämtliche Waffen und Munition als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme verschlossen hat. So können sie nicht verhindern, dass ihre Gegner nach und nach in der Jolle Waffen, Munition und Vorräte zur Insel in ein von Flints errichtetes Blockhaus verfrachten. Kurz bevor sie das Schiff ein letztes Mal verlassen, kann Smollett einen der Männer überreden, sich gegen die Meuterer zu stellen; Hands und die übrigen Vier versuchen Abraham Gray daran zu hindern überzulaufen, doch dieser kann ihnen trotz einer Schnittwunde im Gesicht entkommen. Der frühere Kanonier Hands nimmt nun die fliehende Jolle unter Beschuss. Der beste Schütze der Fliehenden, Squire Trelawney, verfehlt den Bootsführer allerdings und ein anderer Mann wird lebensgefährlich verletzt, sodass Hands mit der Kanone die Jolle zum Kentern bringen kann. Zwar wird niemand verletzt, jedoch verlieren die Männer sowohl Vorräte als auch mehrere Waffen.

Israel Hands verbleibt für den Rest der Geschichte an Bord der Hispaniola und bewacht das Schiff zusammen mit O'Brien. Jim Hawkins beobachtet sie bei seinem späteren Alleingang im Gespräch mit Silver und den übrigen Meuterern. Später, als er sich an Bord schleicht, bekommt er einen Streit mit, den Hands und sein irischer Komplize betrunken beim Spielen haben. Schnell gerät er außer Kontrolle und beide Männer kämpfen gegeneinander. Jim findet am nächsten Tag O'Brien tot vor, während Israel Hands verwundet ist. Als Jim ihn konfrontiert sieht der Bootsführer konsterniert zu, wie der jugendliche Schiffsjunge das Kommando übernimmt und die Piratenflagge runternimmt. Hands bittet ihn, ihm etwas Pfeifentabak und Wein zu bringen. Hawkins kommt das verdächtig vor, da er weiß, dass der alte Seeräuber lieber Grog dem Wein vorzieht und vermutet, dass er ihn nur kurz ablenken will. Heimlich beobachtet Jim den Verwundeten und sieht sich bestätigt: Israel Hands kann sich ein Messer verschaffen und ist nicht so schwer verletzt, wie er es vorgibt. Trotzdem macht Hawkins weiterhin gute Miene zum Bösen Spiel und gemeinsam können sie die Hispaniola in einer anderen Bucht verstecken. Da beide aufeinander angewiesen sind, arbeiten sie gut zusammen: Jim kann das Schiff dank Hands' Anweisungen wieder flott kriegen. Dieser wartet darauf in einem günstigen Augenblick Jim umzubringen und die Hispaniola wieder unter seine Kontrolle zu bringen, bis der Rest der Mannschaft ihm zu Hilfe eilen kann.
Als Hawkins' Wachsamkeit nachlässt nutzt Hands seine Chance und greift ihn an, überraschend schnell für einen verwundeten Mann seines Alters. Jim kann ihm ganz knapp ausweichen, doch sein Pulver ist feucht, sodass er dem Bootsführer nichts entgegenzusetzen hat. Beide verlieren das Gleichgewicht, als das Schiff auf Grund läuft, doch Jim ist als erster wieder auf den Beinen, da Hands mit O'Briens Leichnam zusammenprallt. Da das Deck nun schräg liegt ist eine weitere Flucht zu Fuß nicht mehr möglich und Hawkins klettert in die Besanwanten, um einigen Abstand zwischen sich und dem Piraten zu bringen. Dieser kann nur enttäuscht zusehen, wie sein Gegenspieler seine Waffen mit frischem Pulver lädt. Obwohl sich das Blatt nun gegen ihn gewendet hat, macht sich Hands an den mühsamen Aufstieg zu Jim, extrem erschwert durch seine Wunde im Bein. Jim kann ihn ohne Probleme in Schach halten. Israel Hands gibt sich zerknirscht zum Schein geschlagen und jammert über Jims Glück, das das Schiff im richtigen Moment umgekippt ist, sodass er ihm entkommen ist. Beschämt gesteht er ein den Kürzeren gezogen zu haben, was Jim mit Stolz erfüllt. Diesen Moment nutzt der Bootsführer, um Jim mit einem Messerwurf doch noch zu erwischen, aber das er erwischt nur seine Schulter. Automatisch drückt Hawkins in dem Moment ab und trifft Israel Hands, der tot kopfüber ins Meer stürzt.

Wenig später entledigt sich Jim auch des zweiten Leichnams an Bord, sodass Hands und sein Opfer O'Brien zusammen als Fischfutter dienen. Mit dem Verlust des Schiffes ist jegliche Hoffnung für Silver und die restlichen Meuterer auf ein Erfolg ihrer Schatzsuche dahin, weswegen sie auf Dr. Liveseys Vorschlag eingehen und schließlich das Blockhaus übernehmen und ihre Gegner friedlich ziehen lassen.

Persönlichkeit

“Israel, dein Kopf ist nicht viel wert, ist's auch nie gewesen; aber hören kannst Du ja, denke ich, hast wenigstens die Ohren lang genug.”

— Long John Silver zu Israel Hands

Israel Hands ist ein listiger alter Matrose, der seit 30 Jahren zur See fährt und als Pirat ohne Gewissen gestohlen, geentert und gemordet hat. In all diesen Jahren hat er eine verbitterte und nihilistische Einstellung entwickelt. Als ihm gesagt wird, das der Geist des von ihm getötete O'Brien nun in einer anderen Welt sei und ihnen womöglich zusehe, hinterfragt er den Sinn des Tötens im Allgemeinen. Er erklärt Jim, das er nie gesehen hat, das Gutsein etwas nützt und nur derjenige überlebt, der als erster zuschlägt. Im Leben eines Piraten ist das gleichzusetzen mit töten. Hands ist trotz seines Alters ein starker und ernstzunehmender Gegenspieler, der selbst verwundet noch eine erstaunliche Geschwindigkeit an den Tage legt und den 17-Jährigen Jim Hawkins in die Enge drängen kann. Auch den jüngeren O'Brien kann er im Kampf überwältigen und töten. Gleichzeitig ist er überaus verschlagen und listig. Der gutgläubige Squire John Trelawney heuert ihn für die Reise zur Schatzinsel an, ohne von seiner verbrecherischen Vergangenheit zu ahnen und selbst der misstrauische Kapitän Smollett ist überrascht und enttäuscht, das Hands zu den Meuterern gehört. Jim Hawkins traut ihm später aber nicht mehr so leicht über den Weg nach all seinen Erfahrungen, die er mit den Piraten gemacht hat. Erschöpft vom Kampf gegen O'Brien und verkatert vom übermäßigen Alkoholkonsum kann Hands den Jungen nicht über seine wahren mörderischen Absichten hinwegtäuschen. Bis zum Schluss versucht er aber Hawkins zu überlisten, was er schließlich mit dem Leben bezahlt. Als Kanonier für den berüchtigten Kapitän Flint weiß Hands auch mit schwerem Kaliber umzugehen.

Sehr zur Verärgerung von Long John Silver teilt Hands die Verschwendungssucht und den hedonistischen Lebensstil der übrigen Piraten. Das Denken ist nicht seine größte Stärke, was sich auch in seiner mangelnden Weitsicht zeigt. Zusammen mit Job Anderson und George Merry drängt er Silver dazu, viel zu früh mit der Meuterei zu beginnen, anstatt abzuwarten, bis der Schatz sicher an Bord der Hispaniola ist. Silvers logischen Gegenargumenten zeigen sich alle Drei bei ihrer Gier und Ungeduld als unempfänglich. Während er anfangs noch hart und diszipliniert arbeiten kann, zeigt er sich mit dem Leben eines rechtschaffenden Matrosen als unzufrieden und hat wenig Lust von Kapitän Smollett Befehle entgegen zu nehmen, selbst wenn keiner der Meuterer in der Lage ist selbst einen Kurs zu berechnen. Er neidet den Bessergestellten ihre Kajüte und auch ihr Eingemachtes und will beides für sich haben. Der Sparsamkeit John Silvers kann er nichts abgewinnen, dessen Belehrungen tut er als Pfarrersgeschwätz ab. Erst als dieser sich dafür ausspricht die Treugebliebenen zu ermorden unterstützt er ihn wieder mit Inbrunst. Israel Hands erweist sich seinen Schicksalsschlägen gegenüber als äußerst konsterniert und pessimistisch. Er beschwert sich bei Jim, das er nie viel Glück im Leben hatte, ohne sich vor Augen zu halten, das nur seine Entscheidungen ihn dazu geführt haben verwundet und ohne ärztliche Versorgung auf der Hispaniola festzusitzen. Eine Eigenverantwortung hat er nie akzeptiert. Wie bei Seeräubern üblich hat er auch einen übermäßigen Alkoholkonsum, was sein Temperament nur verschlimmert, weswegen er und sein Schiffskamerad O'Brien sich schließlich an die Gurgel gehen. Seine Ungeduld, Disziplinlosigkeit und sein Unvermögen vorausschauend zu planen führen am Ende nicht nur zu seinem eigenen Tod durch die Hand eines Schiffsjungen, sondern auch zum endgültigen Scheitern der gesamten Meuterei.

Verfilmung

Auf Grund der Bedeutung seiner Rolle als zweitwichtigster Pirat in der Romanhandlung tritt Israel Hands im Gegensatz zu den anderen Seeräubern in fast jeder Adaption Der Schatzinsel auf. Sein Kampf gegen Jim und sein Ende bilden einen wichtigen Wendepunkt der Handlung.

•Der TV-Film von 1966, der zu den Verfilmungen zählt, die der Romanvorlage noch am nächsten kommen, fügt eine Szene hinzu, in der Hands Jim Hawkins auf der Insel direkt angreift und verfolgt. Dieser kann ihm allerdings entkommen. •In Disneys Version Der Schatzplanet, das die Handlung in eine andere Galaxy verlegt, tritt ein Alien mit Namen Hands auf, das als Muskelprotz der Meuterer dient und leicht den Piraten Waffen besorgen kann, indem er die Tür zur Waffenkammer aufbricht. Er zählt zu den ersten Verlusten von Silvers Männern, als ein Fehlschuss von Dr. Doppler ihn un zwei weitere Schurken in die Tiefe stürzen lässt.
Die Rolle von Israel Hands wird im Film allerdings vom arachniden Alien Scroop übernommen, der nach Silver, die wichtigste Rolle der Piraten übernimmt und als Wachposten auf dem Schiff zurückbleibt. Wie seine literarische Vorgabe ist Scroop mit Silvers etwas ehrenhaftere Ausübung der Piraterie nicht immer einverstanden und drängt ihn früh loszuschlagen. Als Jim Hawkins auf's Schiff zurückkehrt trifft er dort auf Scroop, der ihn angreift, aber schließlich, nachdem im Verlauf eines längeren Kampfes die Schwerkraft an Bord abgestellt wurde, in die Tiefen der Galaxy hinaustreibt, wo er entweder verdursten oder verhungern muss.


Beschriftung
Film Jahr Schauspieler Synchronsprecher
Die Schatzinsel 1934 Douglass Dumbrille ???
Die Schatzinsel 1950 Geoffrey Keen Werner Peters
Die Schatzinsel 1966 Jacques Godin Klaus Höhne
Die Schatzinsel 1972 Aldo Sambrell Richard Haller
Die Schatzinsel 1990 Michael Halsey Walter von Hauff
Die Schatzinsel 2012 Geoff Bell Lutz Schnell

Galerie


Trivia

• Israel Hands ist nach dem historischen Piraten benannt, der unter dem berüchtigten Seeräuber Blackbeart fuhr. Hands war nicht dabei, als Blackbeart durch die Hand Robert Maynards starb. Legenden zu Folge wurde er auch durch den Schuss seines Kapitäns verkrüppelt mit der Begründung, wenn er nicht hin und wieder einen von ihnen töte, vergessen sie, wer er sei. Hands starb an einem unbekannten Datum vermutlich als Bettler.

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