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Jack Torrance ist der Protagonist und Hauptschurke im 1977 veröffentlichten Roman Shining von Stephen King, sowie der gleichnamigen Filmadaption von Stanley Kubrick aus dem Jahr 1980 und der dreiteiligen Fernsehminiserie von Mick Garris aus dem Jahr 1997.

In Kubricks Version wurde der alkoholkranke, von bösen Geistern getriebene und schließlich amoklaufende Familienvater vom US-amerikanischen Charakterdarsteller Jack Nicholson (*1937) verkörpert, der auch den Joker in Tim Burtons Batman von 1989 darstellte.
In der deutschen Übersetzung wurde er von Jörg Pleva (*1942, †2013) synchronisiert.

In der Miniserie wurde Jack Torrance vom US-amerikanischen Schauspieler Steven Weber (*1961) dargestellt und in der deutschen Synchronfassung von Johannes Berenz (*1965) gesprochen.

Charakterbiographie (Film, 1980)

Vergangenheit

Jack stammt aus Denver und ist mit Wendy verheiratet. Die beiden haben einen gemeinsamen Sohn, Danny. Jack war Lehrer, doch als ein Schüler ihn so sehr zur Weißglut trieb, dass er den Jungen in seiner Rage schlug, wurde er entlassen. Drei Jahre später bewirbt Jack sich für einen Job im Overlook-Hotel in den Bergen Colorados. Seine Aufgabe ist es, das Hotel in den Wintermonaten, in denen der Hotelbetrieb eingestellt ist und das Hotel verlassen wird, in Stand zu halten. Um Schäden durch Frost vorzubeugen, muss Jack den Heizkessel des Hotels in Betrieb halten und soll das Hotel auch generell in gutem Zustand halten.

Mentaler Verfall im Overlook-Hotel

Um die Details des Jobs zu besprechen, trifft Jack sich zu einem weiteren Vorstellungsgespräch mit Stuart Ullman. Er wird davor gewarnt, dass man im Winter im Hotel durchaus unter der Einsamkeit leiden kann, doch Jack wirft ein, dass ihm die Einsamkeit gerade recht kommt, da er ein neues Manuskript begonnen hat und dann in Ruhe schreiben kann. Ullman macht auch reinen Tisch und verrät, dass es vor einigen Wintern eine Tragödie gab: Delbert Grady, der für den selben Job angeheuert wurde wie Jack, zog mit seiner Familie ein, doch die Isolation trieb ihn in den Wahnsinn, so dass er seine Familie mit einer Axt erschlug und sich selbst tötete. Jack behauptet jedoch fröhlich, dass diese Geschichte ihn nicht einschüchtert und tatsächlich bekommt er den Job.

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Die Einsamkeit macht Jack zu schaffen

Mit seiner Familie reist Jack daraufhin zum Overlook-Hotel, wo Ullman und seine Angestellten gerade die letzten Vorkehrungen treffen, das Hotel zu verlassen. Ullman führt Jack und Wendy durch das Hotel und zeigt ihnen auch die Wohnung, in der sie für die Dauer ihres Aufenthalts wohnen werden. Einen Monat später hat die Familie sich in dem mittlerweile leerstehenden Hotel eingelebt. Jack ist jedoch sehr zurückgezogen und verbringt lange Zeit beim Schreiben, erschafft dabei aber sehr wenig. Als Wendy eines Tages zu ihm tritt und fragt, wie er vorankommt, fährt er sie wütend an und behauptet, dass er den Faden verliert, wenn sie ihn unterbricht. Während Wendy und Danny nun miteinander die Zeit verbringen, bleibt Jack für sich isoliert, was auch seiner Psyche zu schaffen macht.

Zur selben Zeit zieht auch noch ein gewaltiger, eiskalter Schneesturm auf. Jacks neuer Zustand beunruhigt auch Danny, der mit ihm darüber spricht. Jack betont, dass es ihm gut geht und er nur müde ist. Zudem spricht er davon, wie sehr er das Hotel mag und dass er gerne für immer bleiben würde. Auf Danny besorgte Frage, dass Jack ihm oder Wendy doch nie etwas tun würde, fragt Jack verärgert, ob Wendy ihm etwa diese Idee in den Kopf gesetzt hat. Er betont, dass er Danny mehr als alles andere auf der Welt liebt und dass er ihm nie im Leben etwas antun würde. Kurz darauf hört Wendy Jack schreien, der beim Schreiben seines Manuskripts eingeschlafen ist und einen starken Albtraum erleidet. Weinend und verstört beichtet Jack Wendy darauf, dass er geträumt hat, er hätte Wendy und Danny umgebracht und zerstückelt. Kurz darauf erscheint Danny mit Würgemalen am Hals und Wendy, die Jack für den Täter hält, rennt außer sich vor Wut mit Danny davon.

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Jack isoliert sich weiter

Rastlos begibt Jack sich alleine an die leere Hotelbar, wo ihm in einer Halluzination der Barkeeper Lloyd erscheint. Während er an der Bar sitzt und "trinkt", redet Jack sich in Rage und beschwert sich darüber, dass Wendy ihm wohl immer noch vorhält, dass er vor drei Jahren den Jungen geschlagen hatte. Kurz darauf rennt die tränenüberströmte Wendy zur Bar und ruft, dass eine verrückte Frau in dem Hotel lebt und Danny erwürgen wollte. Jack entgegnet wütend, dass sie die Verrückte ist, doch Wendy verrät Jack verzweifelt, dass Danny von einer Frau in einem der Hotelzimmer angegriffen wurde. Als Jack das von Danny genannte Zimmer betritt, erwartet ihn dort tatsächlich eine junge Frau, die sich jedoch als wandelnde Wasserleiche einer Frau entpuppt, die einst in der Badewanne gestorben war. Völlig geschockt stolpert Jack aus dem Zimmer. Wendy gegenüber behauptet Jack später, in dem Zimmer wäre nichts gewesen.

Konflikt mit Wendy

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Jack konfrontiert Wendy

Besorgt und verstört behauptet Wendy daraufhin, dass sie Danny aus dem Hotel bringen müssen, doch Jack ist nicht bereit, das Hotel zu verlassen. Hasserfüllt ruft er, dass die Arbeit ihm hier Spaß macht und er sich dies von Wendy auch nicht vermiesen lassen wird. Mit diesen Worten stürmt er aus der Wohnung und wandert ein weiteres Mal ziellos durch das Hotel, wo er plötzlich klassische Musik hört. Erneut tritt er in die Bar, wo er eine ganze Gesellschaft in bester Stimmung halluziniert und sich dann erneut an die Bar setzt und ein Gespräch mit Barkeeper Lloyd führt. Als ein Butler versehentlich Eierlikör auf Jacks Jack schüttet, muss dieser geschockt erkennen, dass der Butler niemand anders als Delbert Grady ist, der vor einigen Jahren Hausverwalter war und seine Familie tötete. Grady entgegnet, dass Jack der Hausverwalter ist und dies auch von Anfang an war. Grady verrät Jack auch düster, dass dessen Sohn gerade versucht, einen Fremden in die Angelegenheit mit hereinzuziehen und damit gegen Jacks Willen handelt.

Gradys Geist will Jack überzeugen, dass Danny äußerst ungehorsam ist und Jack zischt, dass es Wendy ist, die den Jungen aufhetzt. Er lässt sich von Grady überzeugen, dass er seine Familie zur Ordnung rufen muss, und verrät, dass er es bei seiner Familie genau so gemacht hatte, da diese ebenfalls gegen die Wünsche des Hotels vorgingen. Wie in Trance verlässt Jack daraufhin die Bar, um seine Familie umzubringen. Zuallererst macht er sich auf den Weg in das Büro des Hotels und sabotiert dort das Funkgerät. Währenddessen hat Wendy, mittlerweile aus Angst mit einem Baseball-Schläger bewaffnet, die Suche nach ihrem Mann begonnen und findet dabei seine Schreibmaschine. Dabei erkennt sie besorgt, dass alles, was Jack in dem letzten Monaten geschrieben hat, die wiederholte Satzfolge "Arbeit allein macht auch nicht glücklich" geschrieben hat.

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Jack stellt Wendy nach

Im selben Moment tritt Jack in den Raum und fragt wahnsinnig grinsend, wie ihr sein Werk gefällt und was sie überhaupt in seinem Refugium zu suchen hat. Die geschockte und panische Wendy weicht zurück, doch Jack setzt ihr nach und will von ihr ihre Pläne für Danny erfahren und als Wendy ruft, dass sie Danny aus dem Hotel bringen will, rastet Jack entgültig aus, so dass Wendy verzweifelt mit dem Schläger gegen ihn ausholt, während sie sich zurückzieht. Jack setzt ihr bedrohlich nach und fordert, dass sie ihm den Schläger gibt, doch als er ihr zu nahe kommt, zieht sie ihm den Schläger über den Kopf und Jack bricht auf der Treppe zusammen. Als er wieder zu sich kommt, erkennt er, dass Wendy ihn im Lagerraum der Hotelküche eingesperrt hat. Um freizukommen, jammert Jack, dass ihm schlecht ist und dass Wendy ihn so schwer verletzt hat, dass er einen Arzt braucht. Wendy entgegnet jedoch weinend, dass sie die Schneeraupe nehmen wird um Danny zu einem Arzt zu bringen, doch Jack kreischt gehässig, dass er eine Überraschung für sie hat und sie die Schneeraupe nicht nehmen kann, da er sie wie das Funkgerät sabotiert hat.

Jagd auf seine Familie

Nachdem Wendy davongerannt ist, um sich von Jacks Worten zu überzeugen, erscheint Delbert Grady hinter der Tür und bemäkelt, dass Jack versagt hat und zudem nicht ganz bei der Sache zu sein scheint. Jack beharrt darauf, dass er eine zweite Chance benötigt und gibt sein Wort, dass er Wendy und Danny diesmal töten wird. Er wird daraufhin von Grady aus dem Raum befreit, bewaffnet sich mit einer Axt und sucht die Wohnung auf, in der sich Wendy und Danny im Badezimmer verbarrikadieren, als Jack beginnt, die Tür mit der Axt einzuschlagen. Mit einem fröhlichen "Wendy, ich bin wieder zuhaus!" bricht Jack die Tür auf und schlägt dann auch auf die Badezimmertür ein. Wendy kann Danny durch das Fenster des Badezimmers nach draußen hieven, passt selbst jedoch nicht hindurch.

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Jack bricht die Tür ein

Während er die Tür einschlägt, rammt Wendy ihm ein Messer in die Hand, so dass Jack sich vorerst zurückzieht. Im selben Moment hört er, wie das Geräusch eines Fahrzeugs sich dem Hotel nähert und bricht daher die Jagd nach Wendy ab. Stattdessen humpelt er ins Foyer des Hotels, wo mittlerweile der Hotelkoch Dick Hallorann eingetroffen ist, vor dem Grady Jack zuvor gewarnt hatte. Jack überrumpelt und ermordet Halloran mit seiner Axt, als er darauf Dannys ängstlichen Schrei hört, erkennt er, dass sein Sohn in der Nähe ist. Tatsächlich stürmt Danny voller Angst aus seinem Versteck und rennt davon. Jack nimmt humpelnd die Verfolgung auf und folgt seinem Sohn in das verschneite Gartenlabyrinth.

Da Jack aufgrund seiner Verletzungen stark humpelt, kann Danny ihm vorerst entkommen, doch Jack gibt die Verfolgung nicht auf. Er folgt Dannys Fußspuren im Schnee, doch Danny kann ihn austricksen, indem er rückwärts durch seine eigenen Fußspuren zurückläuft und dann seine Spuren verwischt, nachdem er in einen anderen Gang abgebogen ist. Jack erkennt die Täuschung nicht, sondern läuft immer tiefer in den eiskalten Irrgarten hinein. Danny hingegen kann das Labyrinth verlassen und zu seiner Mutter zurückkehren und gemeinsam verlassen sie das Hotel in Halloranns Schneepflug. Jack hingegen schafft es nicht mehr aus dem Irrgarten heraus und bricht schließlich erschöpft zusammen. Im Laufe der Nacht erfriert er im Irrgarten.

Charakterbiographie (Roman & Miniserie, 1997)

Vorgeschichte

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Jack mit seiner Frau Familie (gespielt von Rebecca De Mornay und Courtland Mead).

Als der Schullehrer und angehende Schriftsteller Jack Torrance betrunken und in einem Anfall von Jähzorn seinem eigenen Sohn unbeabsichtigt den Arm gebrochen hatte, nachdem dieser sein Roman-Manuskript durcheinandergebracht hatte, war dies für ihn der traurige Weckruf endlich mit dem Trinken aufzuhören. Bald darauf verlor der nunmehr trockene Alkoholiker aber seine Anstellung als Lehrer, weil er einen Schüler geschlagen hatte, der nach einer verbalen Auseinandersetzung mit ihm seine Autoreifen zerstochen hatte.

Die unaufhaltsame Abwärtsspirale in bittere Armut, die auch seine Frau Wendy und seinen Sohn Danny zu verschlingen droht, scheint jedoch abgewendet als ein wohlhabender Freund aus Trinkertagen ihm eine Anstellung als Winter-Hausmeister für das luxuriöse Overlook-Hotel in den Rocky Mountains vermittelt. Jack, der in diesem Posten seine einzige Chance sieht, nimmt den Job an und lässt sich auch von der Information nicht abschrecken, dass sein Vorgänger, ein gewisser Delbert Grady, seine Frau und seine beiden Töchter mit einer Axt erschlagen und sich anschließend selbst erschossen hatte.

Willkommen im Overlook-Hotel

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Jack verliert den Verstand.

Schon bald nachdem die Familie es sich im Angestelltentrakt des Hotels gemütlich gemacht hat, beginnen merkwürdige und unheimliche Dinge sich zuzutragen. Türen öffnen und schließen sich von selbst und insbesondere Danny scheint sich im Overlook unwohl, um nicht zu sagen regelrecht verfolgt zu fühlen. Jack jedoch ist von Anfang an regelrecht vernarrt in das Hotel und kümmert sich hingebungsvoll um das Geschichts- und Skandalträchtige Gebäude.

Die wichtigste seiner Pflichten als Hausmeister im strengen Winter ist das tägliche Druckablassen des riesigen, uralten Heizkessels im Keller des Hauses. Eines Tages stolpert er beim Entrümpeln über ein altes Album voller Fotos und Zeitungsartikel, die sich mit der düsteren Vergangenheit des Hotels befassen – einer Geschichte von bizarren Unfällen, Gewalttaten, Selbstmorden und sogar Morden, die wie ein blutig roter Faden bis in die Gründertage des Overlook zurückreicht.

Jack, für den die Hotel-Chronik immer mehr zur Besessenheit ausartet, wirft kurzerhand die Arbeit an seinem geliebten Theaterstück über den Haufen und beginnt mit dem Schreiben an einem Enthüllungsbuch über das Overlook-Hotel.

Die Geister der Vergangenheit

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Jack beginnt seinen Amoklauf.

Unterdessen ist die Familie in dem Hotel eingeschneit und die Gespenster, die tatsächlich in den Zimmern und Korridoren des Gebäudes ihr Unwesen treiben, versuchen durch Dannys ungewöhnlich stark ausgeprägte Gabe der Hellsichtigkeit, genannt Shining, wieder in die Welt der Lebenden zurückzukehren und bedienen sich dafür Jacks labilen Geistes. Sie schüren seine Paranoia und verursachen zunehmend Spannungen zwischen ihm und Wendy, die am liebsten mit Danny und ihm das Overlook verlassen will.

Mehr und mehr dringen die Geister der Vergangenheit in die Wirklichkeit vor und schüren Jacks Ängste, sodass er sich immer irrationaler und aggressiver verhält. Letztendlich sind sie stark genug, sich auch körperlich im Hotel zu manifestieren und so begegnet Jack unter anderen seinem Vorgänger Delbert Grady, der in der Geisterwelt offenbar zum Barkeeper des Hauses befördert wurde, und sogar dem millionenschweren Unternehmer Horace Derwent, dem Erbauer des Overlook.

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Jack, völlig von den Geistern des Hotels besessen.

Jack erhält von ihnen Alkohol und mit dem Versprechen, er dürfe für immer im Overlook-Hotel bleiben, wenn er seiner ungehorsamen und aufmüpfigen Familie “eine Lektion erteilt“, ergreifen sie Besitz von ihm und stiften ihn zu einem Amoklauf an, bei dem er versucht, Wendy und Danny mit einem Roqueschläger zu töten.

Gerade als er seinen Sohn in die Enge getrieben hat und sich bereitmacht zuzuschlagen, erinnert ihn dieser daran, dass er den Heizkessel im Keller vergessen hat. Während Jack, wie ein rasender Irrer, davonstürmt, können Danny und Wendy, dank der Hilfe des mit dem Shining herbeigerufenen Hotel-Küchenchefs Dick Halloran, entkommen.
Jack hingegen wird von der Explosion des überhitzten Heizkessels getötet und das gesamte Overlook-Hotel wird in einem feurigen Inferno zerstört.

Erscheinungsbild

Film, 1980

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Jack Torrance ist vollkommen im Wahnsinn aufgegangen und wurde zum gemeingefährlichen Axtmörder.

In der Filmadaption ist Jack Torrance ein knapp durchschnittlich großer, schlanker Mann mit allmählich dünn werdendem, halblangem, dunklem Haar und grün-braunen Augen. Er trägt meist legere Kleidung wie Jeans und Pullover oder karierte Flanellhemden mit einer roten Cordjacke darüber.
Im Verlauf seines geistigen Verfalls wirkt er zunehmend ungepflegter, hat ein stoppeliges Kinn, strähnig zerzaustes Haar und dunkle Ringe um die Augen.

Miniserie, 1997

In der Miniserie ist Jack durchschnittlich groß und schlank, brünett und hat hellblaue Augen. Auch er ist eher bequem gekleidet und bevorzugt T-Shirts, Karohemden und Pullover.
Während die Geister des Hotels nach und nach von ihm Besitz ergreifen, hat er immer dunkler werdende Ringe um die Augen, wirkt allgemein abgemagert und unrasiert. Außerdem nimmt er alte Angewohnheiten aus seiner Zeit als Trinker wieder an wie reizbares Verhalten und ein ständiges mit der Hand über den Mund wischen.

Unterschiede zwischen Kings Roman und Kubricks Film

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Jack Torrance versucht unter dem Einfluss der Hotel-Geister seine Familie zu erschlagen.

Regiegenie Stanley Kubrick nahm sich einige umfangreiche Freiheiten gegenüber der literarischen Vorlage heraus. Nachfolgend eine Auswahl der signifikantesten Abweichungen:

  • Im Roman startet Jack Torrance seinen Amoklauf mit einem Roqueschläger, einer übergroßen Variante eines Croquetschlägers. Im Film dagegen macht er mit einer Axt Jagd auf seine Familie.
  • Die Geisterfrau in der Badewanne, der erst Danny und dann Jack begegnen, spukt im Buch in Zimmer 217 und nicht, wie im Film in 237. Die Inhaber der Timberline Lodge, die Kubrik als Overlook-Kulisse diente, befürchteten, dass Gäste später Angst haben würden, besagtes Zimmer zu beziehen, weswegen die Zimmernummer eigens geändert wurde.
  • King beschreibt im Roman eine Reihe von riesigen zurechtgetrimmten Hecken in Tierform, die lebendig werden und die Protagonisten attackieren. Diese ersetzte Kubrick durch das weitläufige Heckenlabyrinth, da er der Ansicht war, dass die Tricktechnik seinerzeit nicht weit genug fortgeschritten gewesen sei, um die Heckentiere glaubhaft darzustellen.
  • Dick Halloran, der Koch des Overlook, ist in der Romanvorlage der Retter in der Not, der Wendy und Danny zu Hilfe eilt und sie in letzter Sekunde aus dem Spuk-Hotel fortschafft, während er in Kubricks Adaption gleich bei seiner Ankunft von Jack getötet wird.
  • In der Buchvorlage erfriert Jack nicht im Schnee, sondern kommt bei der durch den Überdruck ausgelösten Explosion des altersschwachen Heizkessels ums Leben.
  • Während der Roman Shining klar eine Geistergeschichte erzählt, legt Kubrick den Fokus mehr auf den psychischen Verfall der Hauptfiguren, sodass das Publikum zuletzt selbst interpretieren kann, ob es im Overlook spukt oder ob es lediglich von geistiger Erschöpfung, aufgestauter Aggression ausgelöste Halluzinationen sind, die Jacks Absturz in den Wahnsinn verursachen.

King über Kubricks Shining

Jack Torrance

Kleines Schwein, kleines Schwein! Lass mich doch bitte rein! - Jack lauert seiner Frau Wendy auf.

Stephen King machte nie einen Hehl daraus, dass er mit Stanley Kubricks Adaption von Shining absolut nicht einverstanden war. Er war der Meinung, dass die Besetzung Jack Nicholsons, obgleich er ein ausgezeichneter Schauspieler ist, ein großer Fehler war – insbesondere da Nicholson bereits bekannt war für die Darstellung gestörter Figuren, sodass Jack Torrances psychischer Zusammenbruch keine dramatische Wende, sondern ein bereits von Anfang an vorprogrammiertes Muss war.

Vor allem bemängelte King, dass die überlebensgroße Darstellung Nicholsons die eigentliche Hauptfigur der Geschichte, nämlich das unheimliche Hotel, überschatte und fügte zudem an: “Ich war zutiefst enttäuscht von dem Endergebnis. […] Kubrick konnte einfach nicht das schiere, unmenschliche Böse des Overlook-Hotels fassen. Stattdessen hat er eine häusliche Tragödie mit nur vagen übernatürlichen Andeutungen gedreht.

Sonstiges

  • Die Szene, in der Wendy und Danny ins Badezimmer flüchten und dabei von Jack verfolgt werden, der mit der Axt die Tür einschlägt und Wendy in Panik versetzt, wurde laut Kubrick insgesamt 127-mal gedreht und steht dafür als am häufigsten wiederholte Take der Filmgeschichte im Guinnes-Buch der Rekorde.
    • Die Szene ist eine der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte und wurde in diversen anderen Werken parodiert oder adaptiert.
  • Laut Stanley Kubrick soll die letzte Szene des Films verdeutlichen, dass Jack eine Wiedergeburt eines früheren Hotelangestellten gewesen sei und damit tatsächlich wie von Grady behauptet "von Anfang an dabei war".
  • Für die ikonische Szene in der Jack mit seiner Axt auf die Tür einschlägt, fertigten die Kulissenbauer eine leichte Badezimmertür aus Sperrholz an, um es Nicholson leichter zu machen. Dieser war allerdings so in seiner Rolle aufgegangen, dass er mit voller Wucht zuschlug und die Tür mit dem ersten Schlag in kleine Stückchen zerkrümelte.
    Danach montierten sie die deutlich stabilere Tür, wie sie im fertigen Film zu sehen ist. Laut Wendy-Darstellerin Shelley Duvall wurden in den drei Tagen, die der Dreh der Szene beansprucht hat, insgesamt sechzig Türen zerstört.
  • Um ihn in die “richtige Stimmung“ für die Rolle zu versetzen, sorgte Regisseur Kubrick dafür, dass Jack Nicholson zwei Wochen lang nichts anderes als Käsesandwiches zu essen bekam, die er ausdrücklich verabscheut.
  • Die kultige “Heeeere’s Johnny!“-Textzeile stand nicht im Skript, sondern wurde spontan von Nicholson improvisiert. Der Ausspruch bezog sich auf die populäre Johnny Carson Tonight Show.
    Kubrick, der die amerikanische Unterhaltungsshow als Engländer nicht kannte, hätte die heute zum Klassiker gewordene Passage beinahe nicht in den Film integriert.

Galerie (Film, 1980)

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