Schurken Wiki

“Eitelkeit, eindeutig meine Lieblingssünde.”

— Die letzten Worte des Teufels

“Freier Wille ist wie Schmetterlingsflügel. Einmal berührt, taugen sie nicht mehr zum Fliegen. Nein, ich bereite nur die Bühne vor. Du bist es selbst, der an den Fäden zieht!”

— Milton streitet seinen Einfluss auf den freien Willen der Menschen ab

“Ich bin Humanist, vielleicht ja sogar der letzte Humanist. Wer, der noch bei Verstand ist, Kevin, kann mit reinem Gewissen leugnen, dass das zwanzigste Jahrhundert allein mir gehört hat? Alles, was war, Kevin, alles, was war, gehörte mir! Ich bin auf dem Höhepunkt! Das ist meine Zeit, Kevin... unsere Zeit!”

— Milton offenbart Kevin seine wahre Natur

John Milton ist der titelgebende Hauptschurke des Mystery-/Thrillerfilms Im Auftrag des Teufels von 1997, der auf dem gleichnamigen Roman von Andrew Neiderman basiert.

Milton präsentiert sich als Chef einer New Yorker Anwaltskanzlei und Gönner des aufstrebenden Anwalts Kevin Lomax, der sich das Wohlwollen seines Schützlings durch Aufmerksamkeit, Einfluss und Luxus sichert. Tatsächlich aber ist Milton eine weitaus düsterere und gefährlichere Kreatur, da es sich bei ihm um den Teufel persönlich handelt, welcher Kevin für seine eigenen, boshaften Pläne benötigt.

Er wurde von Al Pacino dargestellt, der unter anderem auch Michael Corleone in Der Pate und Tony Montana in Scarface spielte. Sein deutscher Synchronsprecher war Pacinos Standardsprecher Frank Glaubrecht (*1943).

Biographie[]

Vergangenheit[]

Der Teufel tritt auf der Erde in Form von John Milton in Erscheinung. Zwar ist es ihm aufgrund des Freien Willens der Menschheit nicht möglich, diese gegen ihren Willen zu beeinflussen. Durch Charisma, Manipulation und Versprechungen gelingt es ihm aber dennoch problemlos, seine Ziele zu erreichen. Während seiner Zeit auf der Erde zeugte er zahllose Nachkommen, die er allerdings allesamt als Versager und Nichtsnutze ansah. Dennoch ließ er nie von seinem Plan ab, den Antichristen in die Welt zu bringen und so seinen Konflikt gegen Gott und den Himmel fortzuführen.

Es gelang ihm, Alice Lomax, eine junge, religiöse Teenagerin vom Lande zu verführen, als diese zum ersten Mal in New York war. Milton erschien ihr als Kellner eines Restaurants, welches sie regelmäßig aufsuchte, und präsentierte sich ihr als authentischer Zuhörer und mitfühlender Freund. Die Affäre der beiden hatte schließlich zur Folge, dass Alice einen Sohn, Kevin, zur Welt brachte. In diesem sowie einer weiteren Tochter, Christabella Andreoli, sah Milton den Schlüssel zu seinem Erfolg; der Sohn dieser beiden Halbgeschwister würde der Antichrist werden. Allerdings müssten die beiden die Affäre aus freien Stücken eingehen. Während Kevin aufwuchs, beobachtete Milton ihn aus der Ferne, ohne sich ihm zu offenbaren.

Durch seine Kräfte und seinen Einfluss beeinflusste er das Leben seines Sohnes insgeheim, so dass dieser schließlich auf eine erstaunlich erfolgreiche Karriere als Staatsanwalt und Strafverteidiger in Florida zurückblicken konnte; tatsächlich hatte Kevin Lomax keinen einzigen Fall seiner Karriere verloren. Auch Milton selbst präsentierte sich der Welt als erfolgreicher Anwalt, da diese Rolle es ihm problemlos ermöglichte, die Menschen und die Gesellschaft zu beeinflussen. Als Senior Partner bei der in New York ansässigen Firma Milton Chadwick Water war Milton gleichzeitig in unlautere Geschäfte auf der ganzen Welt verwickelt. Er schwelgte in Luxus und Ausschweifung; wie auch seine Tochter Christabella, die er unter seine Fittiche genommen und der er sich offenbart hatte.

Advokat des Teufels[]

Milton ködert Kevin

Milton ködert Kevin

Nachdem Lomax in Gainsville erfolgreich einen Lehrer namens Gettys verteidigt, dem sexueller Missbrauch seiner Schülerin vorgeworfen wird, obwohl er sich der Schuld seines Mandanten bewusst war, streckt Milton erstmals seine Finger aus. Er lässt Lomax für ein hohes Honorar für einen Beratungsauftrag nach New York reisen und ködert den ehrgeizigen jungen Mann danach mit einer Festanstellung in seiner einflussreichen Anwaltskanzlei. Neben einem enormen Einkommen wird Kevin dafür eine große, teure Wohnung mitten in der Stadt zur Verfügung gestellt; Milton selbst bewohnt das Penthaus des Gebäudes. Milton erweist sich schnell als Gönner und Förderer des Neuzugangs in der Firma, der nun die Strafrechtsverteidigung für Klienten leitet. In dieser Funktion kommt er schnell auch mit Christabella in Kontakt, die ihn verführen soll.

Während Kevin sich in diese neue Welt einarbeitet und mit dem ausschweifenden Luxus konfrontiert wird, den Milton ihm bietet, vernachlässigt er aber zunehmend seine Ehefrau Mary Ann. Als Kevins Mutter Alice – eine tiefgläubige Christin – zu Besuch kommt, stellt Kevin ihr bei dieser Gelegenheit Milton vor. Alice erkennt Milton nicht nur wieder, sie erschließt sich auch seine wahre Natur und flieht daher schon bald aus der Stadt. Milton wiederum beauftragt Kevin mit einem wichtigen Auftrag: ein Kunde der Kanzlei, Baulöwe Alexander Cullen, soll seine Frau, seinen Stiefsohn und das Kindermädchen ermordet haben. Da Kevin sich voll und ganz diesem Prozess widmet, vernachlässigt er seine immer unzufriedener und besorgter werdende Frau nur noch mehr.

Milton zeigt Kevin ein Leben voll Luxus und Ausschweifungen

Milton zeigt Kevin ein Leben voll Luxus und Ausschweifungen

Als Milton ihm das Angebot macht, ihn vom Cullen-Fall abzuziehen, damit er sich um Mary Ann kümmern kann, lehnt Kevin dies ab; er befürchtet, es seiner Frau letztendlich zu verübeln, wenn er seinen beruflichen Erfolg für sie zurückstellt. Kevins aufstrebende Karriere innerhalb der Firma – zu Ungunsten anderer, wesentlich länger in der Firma arbeitenden Menschen – führt schließlich zu einem Konflikt mit dem Managing Director Eddie Barzoon. Milton lässt Barzoon daraufhin bei seinem morgendlichen Jogging von zwei dämonischen Handlangern in Form von Obdachlosen ermorden. Dies bezeugt Mary Ann vom Fenster ihrer Wohnung aus und ist noch aufgelöster; Kevin glaubt ihr aber längst nicht mehr und hält sie für hysterisch.

Als Kevin Zweifel an der Unschuld Cullens entwickelt, bietet Milton ihm abermals an, ihn vom Fall abzuziehen. Diese Niederlage will Kevin hinsichtlich seiner bisher tadellosen Karriere aber nicht hinnehmen, woraufhin Milton verspricht, ihn in jedem Fall den Rücken zu stärken. In der Tag ist es Kevin möglich, einen Freispruch für Cullen zu erstreiten. Im Anschluss erfährt er von seiner völlig aufgelösten Ehefrau Mary Ann, dass sie von Milton verführt und schließlich vergewaltigt wurde. Kevin ist außer sich vor Ärger ob dieser Anschuldigung, da Milton zur selben Zeit bei ihm im Gerichtssaal war. Daher glaubt er Mary Ann nicht und als diese die Wunden und Blessuren auf ihrem Körper offenbart, geht er davon aus, dass sie sich die Wunden selbst zugefügt hat. Daher lässt er sie zwangseinweisen und in der Klinik begeht Mary Ann, gepeinigt von einer weiteren dämonischen Gesandten Miltons, schließlich Selbstmord.

Milton offenbart Kevin die Wahrheit

Milton offenbart Kevin die Wahrheit

Als dem trauernden Kevin im Anschluss von seiner reumütigen Mutter offenbart wird, dass Milton sein Vater ist, erkennt er, dass dieser ihn die ganze Zeit manipuliert haben muss. Er konfrontiert Milton mit einer Pistole in dessen Penthaus und feuert schließlich mehrfach auf den provokanten und sadistischen Milton, nur um zu erkennen, dass die Kugeln keinerlei Wirkung haben. Milton offenbart sich seinem Sohn im Zuge der Konfrontation als Teufel, streitet aber ab, Kevin oder Mary Ann zu irgendetwas gezwungen zu haben, zu dem ihr freier Wille sie nicht selbst verleitet hätte.

Auch wirft er Kevin vor, den Tod Mary Anns sehenden Auges in Kauf genommen zu haben, da er sie für seine Karriere vernachlässigt hat, obwohl er die Zeichen ihrer Labilität und Einsamkeit sehr wohl wahrgenommen hat. Zudem erinnert er Kevin daran, dass dieser zum Wohle der eigenen Karriere mehrere Personen erfolgreich verteidigt hat, von deren Schuld er überzeugt war. Schlussendlich offenbart Milton Kevin, weswegen er in dessen Leben getreten ist und wofür er ihn braucht. So präsentiert er Kevin seine Halbschwester Christabella und behauptet, dass er den beiden seine Firma vermachen wird; sie sollen als seine Erben den Antichristen zeugen und über die Erde herrschen. Da er sie nicht dazu zwingen kann und Kevin nicht willens ist, will Milton nun verhandeln und verspricht Kevin die Erfüllung all seiner Träume. Kevin aber hat längst einen Entschluss gefasst, richtet seine Waffe entschlossen gegen sich selbst und schießt sich in den Kopf.

Miltons Plan ist gescheitert

Miltons Plan ist gescheitert

Außer sich vor Zorn verfällt Milton in eine unbändige Raserei, die Höllenfeuer entfesselt und ihn in seine wahre Form als gefallener Engel transformiert. Während Christabella an Ort und Stelle vom Höllenfeuer verzehrt wird, zürnt der Teufel ob seines gescheiterten Plans. Kevin kommt im Gerichtsgebäude während des Gettys-Falls wieder zu sich; scheinbar waren die letzten Tage nur eine Vision. Allerdings ist Kevin dennoch geprägt von den Ereignissen und hat daraus gelernt, so dass er sich mitten während des Prozesses als Gettys' Anwalt zurückzieht und damit seinen Ausschluss aus der Anwaltskammer riskiert. Gemeinsam mit Mary Ann, die nun noch am Leben ist, verlässt er den Gerichtssaal und wird von einem Reporter angesprochen, der ihn zu einem Interview überreden will. Kevin lehnt zuerst ab, lässt sich dann aber durch Mary Anns Zuspruch überzeugen. Er bittet den Reporter, ihn am nächsten Tag anzurufen und als die beiden sich abwenden und gehen, verwandelt der Reporter sich in Milton der genüsslich grinsend die Eitelkeit als seine Lieblingssünde bezeichnet.

Trivia[]

  • Bevor es zu Änderungen im Drehbuch kam, lehnte Al Pacino die Rolle des Teufels mehrfach ab und empfahl stattdessen Schauspieler wie Robert Redford und Sean Connery für die Rolle.
  • Für Miltons Gesicht in Form als gefallener Engel wurde eine Mischung aus dem Gesicht von Keanu Reeves, Pacino sowie einer jüngeren Versions Pacinos erstellt.
  • Die Figur John Milton wurde nach dem realen Dichter John Milton benannt, dem Autor des legendären epischen Gedichts Paradise Lost.