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“Jack ist tot, mein Freund. Nenn mich einfach... Joker! Und wie du siehst, bin ich sehr viel glücklicher!”

Joker (Batman, 1989)


“Nun kommen wir zu dem Teil, wo ich Euch Freunde, die Ihr schlichten Gemütes seid, von Eurem nutzlosen und verpfuschten Leben befreie. Oder wie mein Freund, der plastische Chirurg zu sagen pflegte: Wenn du schon gehen musst, dann mit einem Lächeln! HA, HA, HA, HA, HA, HA!!!”

Joker (Batman, 1989)


Der Joker (bürgerlich Jack Napier) ist der Hauptantagonist in Tim Burtons Superhelden-Film Batman aus dem Jahr 1989 und basiert auf der 1940 von Bob Kane und Bill Finger erschaffenen gleichnamigen Comicfigur.

Für den Spielfilm erhielt der Charakter eine komplett überarbeitete Hintergrundgeschichte: Hier ist er unmittelbar für die Ermordung von Bruce Waynes Eltern verantwortlich und ist als Berufsverbrecher die rechte Hand von Gothams mächtigstem Gangsterboss Carl Grissom, wird jedoch von diesem verraten. Das Komplott um die Chemiefabrik "Axis Chemicals" führt zu Napiers bizarrer Entstellung und treibt den ohnehin psychisch labilen Kriminellen endgültig in den Wahnsinn. Als clownesker Joker beginnt Napier nun, Chaos und Tod in Gotham zu verursachen.

Joker wurde vom US-amerikanischen Oscarpreisträger Jack Nicholson (*1937) dargestellt.

In der deutschen Übersetzung wurde er von seinem Stammsprecher Joachim Kerzel (*1941) synchronisiert.

Charakterbiographie

Vorgeschichte

Jack Napier begann seine kriminelle Karriere bereits mit jungen Jahren und wurde mit fünfzehn erstmals wegen bewaffneten Raubüberfalls verurteilt. Jahre später überfielen er und ein Komplize die reiche Wayne-Familie in einer Gasse. Als Thomas Wayne versuchte, seine Familie zu beschützen, wurden sowohl er als auch seine Frau Martha kaltblütig von Napier erschossen. Napier richtete seine Waffe auch auf Bruce, wurde von seinem Partner jedoch überzeugt zu fliehen und den Jungen zu verschonen.

Im Laufe der Zeit stieg Napier in der Welt des organisierten Verbrechens auf und wurde gar zur Rechten Hand des Gangsterbosses Carl Grissom. Als er jedoch mit dessen Freundin Alicia eine Affäre begann, beschloss der eifersüchtige Grissom, den unbequem gewordenen Jack abzuservieren. Er entsandte Napier zur Chemiefabrik Axis Chemicals, wo dieser mit einigen weiteren Verbrechern Dokumente, die die Beteiligung Grissoms an der Fabrik beweisen, entsorgen sollte. Der Auftrag entpuppte sich allerdings als abgekartetes Spiel. Grissom setzte den korrupten Polizei-Lieutenant Eckhart auf Napier an, damit dieser ihn "auf der Flucht erschießen" solle.
In der Chemiefabrik kam es zu einer heftigen Schießerei zwischen der Polizei und den Verbrechern, in die auch Batman eingriff. Napier war in der Lage, Eckhart zu erschießen und hatte beinahe schon den Notausgang erreicht, als er jedoch auf einer Plattform über einem gewaltigen Chemikalienbottich von Batman gestellt wurde. Er schoss auf Batman, jedoch prallte die Kugel an dessen gepanzertem Handschuh ab und zerfetzte ihm als Querschläger beide Wangen. Der Schmerz und der Schock ließen Napier zurücktaumeln, sodass er über das Geländer stürzte. Batman versuchte noch, seine Hand zu ergreifen, doch der verwundete Gangster rutschte ab und fiel geradewegs in den Chemikalienbottich.

Obwohl er durch das Abwassersystem in den Gotham-River hinausgespült wurde, hatte die toxische, grüne Chemikalie einen verheerenden Effekt auf Napier und färbte seine Haut kreidebleich, seine Haare grün und seine Lippen grellrot. Zwar besuchte er einen schwarz praktizierenden Schönheitschirurgen, um sein Gesicht wiederherstellen zu lassen, doch wurden durch den Querschläger seine Nervenenden vollkommen durchtrennt, sodass trotz der Bemühungen des Arztes, Napiers Lippen zu einem grotesken, ewigen Lächeln erstarrt waren. Der Anblick seines neuen Äußeren, trieb ihn vollkommen in den Wahnsinn.

Jokers Schreckensherrschaft

Um Rache zu üben kehrt Jack nachts in Grissoms luxuriöser Penthouse-Wohnung zurück. Dort konfrontiert er seinen ehemaligen Boss und stellt sich selbst als Joker vor. Er erschießt Grissom und feuert dabei, die Bewegungen eines Kunstschützen parodierend, sein ganzes Magazin auf den Verbrecherkönig ab. Anderntags versammelt er die führenden Köpfe der Organisation, um ihnen mitzuteilen, dass er Grissoms Verbrecherimperium übernimmt. Dabei tötet er einen der Unterbosse, der mit dem Führungswechsel nicht einverstanden ist. Mit einem Starkstrom-Handflächenvibrator "grillt" der Joker ihn buchstäblich bis nur noch ein verkohltes Skelett zurückbleibt. Kurz darauf ermordet er einen weiteren Konkurrenten, der ihm seine Machtansprüche streitig machen will, indem er ihm während einer Pressekonferenz eine rot-grüne Schreibfeder mit Stahlspitze in die Kehle rammt. Die anderen Unterbosse akzeptieren daraufhin eingeschüchtert Jokers Herrschaft.

Bald darauf lässt der Joker eine wahre Terrorwelle auf Gotham City los. Von Axis Chemicals aus versendet er Kosmetikprodukte, die er mit seinem eigens kreierten "Smile-Ex"-Gift präpariert hat. Unter den Opfern befinden sich zwei prominente Models der Fashion-Szene von Gotham und auch eine Nachrichtensprecherin stirbt, hysterisch lachend, mitten in der Live-Übertragung der Abendnachrichten. Alle Smile-Ex-Opfer haben im Tod ein groteskes, starres Grinsen im Gesicht, sehr ähnlich dem, das der Joker selbst trägt.
Der Schrecken erwächst zu einer regelrechten Massenpanik, als der clowneske Wahnsinnige beginnt Werbespots auszustrahlen, in denen er der Öffentlichkeit die Wirkung seines Giftes präsentiert, darauf hinweist, dass vermutlich jeder Bürger bereits zumindest ein präpariertes Kosmetikprodukt besitzt und die Bürger auffordert "ein glückliches Gesicht" zu machen.

Nachdem Batman jedoch den Smile-Ex Gift-Code geknackt- und an die Presse übermittelt hat und zudem Axis Chemicals in die Luft jagt, plant der Joker, die Auslöschung Gotham Citys ein wenig zu beschleunigen und bedient sich hierfür der anstehenden Zweihundertjahr-Feier zu Ehren der Stadt. Via Fernsehen und Radio bringt er die Meldung in Umlauf, dass er gedenkt, während der Feierlichkeiten die Feindseligkeiten einzustellen und sogar zwanzig Millionen Dollar über der Menge ausstreuen will - ein Versprechen, das in der Tat Massen von Menschen anlockt und sie ihre Vorsicht vollkommen vergessen lässt.

Auf riesigen dekorierten Festwägen, an denen sich überdimensionale Luftballons befinden, und begleitet von lauter Popmusik, fährt der Joker mit seinen Handlangern durch Gothams Innenstadt. Tatsächlich wirft er säckeweise Geldscheine in die Menge, die sich in kopfloser Gier immer dichter um die Parade drängt, genau wie von Joker beabsichtigt, der die Riesenballons mit konzentriertem Smile-Ex-Gas gefüllt hat. Nur durch Batmans Eingreifen, kann der Massenmord verhindert werden.
Außer sich vor Zorn, dass Batman seine Ballons "geklaut" hat, erschießt der Joker seinen stets loyalen Leibwächter Bob um sich abzureagieren und schießt anschließend den Batwing mit einer Pistole mit überlangem Lauf vom Himmel, der an den Stufen der gewaltigen Kathedrale von Gotham zerschellt. Die hinzugeeilte Reporterin Vicky Vale nimmt der Joker kurzerhand als Geiselund treibt sie vor sich her die morschen Treppen hinauf, bis in den Glockenturm; dicht gefolgt von einem schwer angeschlagenen, aber noch lebenden Batman.

JokerKirche

Der Joker auf dem porösen Sims des Glockenturms der Gotham-Kathedrale.

Oben angekommen erwartet Joker einen Helikopter, der ihn und Vicky abholen soll. Er wird jedoch von Batman angegriffen, der ihn damit konfrontiert, dass er der Mörder seiner Eltern ist. Dieser jedoch behauptet nicht zu wissen, wovon er redet und erklärt, dass sie beide einander kreiert haben und somit quitt sein. Batman dringt weiter auf den Joker ein und verpasst ihm einen Faustschlag, der ihn rücklings über die Balustrade befördert.
Der Joker kann sich jedoch auf dem bröckeligen Sims des Turmes in Sicherheit bringen und zerrt Batman und Vicky über die Brüstung. Inzwischen ist der Fluchthelikopter eingetroffen und der Joker ergreift die herabgelassene Strickleiter. Batman ist jedoch nicht bereit seinen Feind entkommen zu lassen und feuert ein Seil ab, das sich zwischen Jokers Fuß und einem Wasserspeier der Kathedrale spannt.

Als die uralte Steinfigur durch die Zugkraft aus ihrer Verankerung bricht, kann sich der Joker ob des zusätzlichen Gewichtes nicht mehr halten und wird von dem Wasserspeier in den Tod hinabgerissen.


Erscheinungsbild

Als Jack Napier ist er ein durchschnittlich großer Mann Anfang fünfzig mit intensiv blickenden grünen Augen, hoher Stirn und braun-graumeliertem Haar. Als ausgesprochen eitle und selbstverliebte Person legt er allergrößten Wert auf ein gepflegtes Äußeres und trägt ausschließlich exklusive maßgeschneiderte Anzüge.

Nach seiner dramatischen Verwandlung in den Joker hat er weiß gebleichte Haut, grünes Haar und einen zu einem grotesken, starren Grinsen verzogenen Mund mit roten Lippen. Obwohl er nach wie vor Stil und Eleganz zugetan ist, so spiegelt seine Garderobe doch seinen schreienden Wahnsinn wieder. Nun ist er in einen lila Frack mit einer Säure verspritzenden Ansteckblume am Revers gekleidet, dazu weite lila-türkisblau karierte Hosen und eine tief ausgeschnittene zweireihige blaue Weste. Meist trägt er dazu orangefarbene Hemden mit blauer Halsbinde, gelegentlich aber auch ein türkisgrünes Hemd mit lilafarbener Fliege oder Krawatte. Seine Hände stecken meist in violetten Raulederhandschuhen.


Auftritte in anderen Medien

  • 1989 – Batman: Der Roman zum Film – geschrieben von Craig Shaw Gardner, basierend auf dem Drehbuch von Sam Hamm und Warren Skaaren, veröffentlicht von Warner Books.
    Die deutsche Übersetzung von Andreas Brandhorst erschien im Goldmann Verlag.
  • 1989 – Batman: Der Comic zum Film – Erschienen bei DC-Comics, geschrieben von Dennis O’Neil und gezeichnet von Jerry Ordway.


Zitate

“Hast du je im blassen Mondlicht mit dem Teufel getanzt?”

Jokers bzw. Jack Napiers "Mord-Catchphrase" (Batman, 1989)


“Gotham City zaubert immer wieder ein Lächeln auf mein Gesicht.”

Joker (Batman, 1989)


“Kann mir jemand mal verraten, in was für einer Welt wir heutzutage leben, wo ein Mann, der herumläuft wie eine Fledermaus, die ganze Presse auf sich lenkt?! Diese Stadt braucht einen Denkzettel!”

Joker (Batman, 1989)


“Jetzt tue ich, wovon die Menschheit bisher nur geträumt hat. Ich mache Kunst, bis der Tod eintritt! Alles klar? Ich bin sozusagen der erste voll funktionstüchtige Todeskünstler der Welt.”

Joker (Batman, 1989)


“Du hast mich geboren, hast du's vergessen?! Du hast mich in den Bottich mit den Chemikalien geworfen! Das zu verkraften ist nicht leicht gewesen - und du kannst mir glauben, ich hab mir alle Mühe gegeben!”

Joker (Batman, 1989)


“Hey Batman, ich war doch noch ein Kind als ich deine Eltern umgebracht habe! Ich hab durch dich Karriere gemacht so wie du durch mich! Wie kindisch man doch sein kann...”

Joker (Batman, 1989)


Sonstiges

  • Zu Beginn des Filmes gibt es bereits zwei Foreshadowing-Hinweise, die die baldige Transformation Napiers in den Joker ankündigen – Während der Axis Chemical-Besprechung in Grissoms Büro trägt er einen violetten Businessanzug und zieht, während er mit seinem Glücksdeck spielt, die Joker-Karte mit dem Einschussloch in der Mitte.
  • Eine Sequenz der Jubiläumsfeierlichkeiten-Szene sollte zeigen, dass die Geldscheine, die der Joker verteilt, allesamt Blüten mit seinem Gesicht darauf sind. Im Roman zum Film ist die Passage erhalten geblieben.
  • Der Joker ist der einzige Gegenspieler der zwischen 1989 und 1997 gedrehten Burton/Schumacher Batman-Filmreihe, der allein gegen den Dunklen Ritter antritt.
  • Dem vieldiskutierten- und kritisierten Film Batman & Robin von 1997 sollte ursprünglich ein weiterer Teil unter der Regie von Joel Schumacher mit dem Titel Batman Triumphant folgen. In diesem sollte Jack Nicholson einen Gastauftritt als Joker absolvieren – als eine von Hauptschurke Scarecrows Angstgas ausgelöste Halluzination Batmans.
    Die überwiegend negativen Reaktionen auf Batman & Robin jedoch verhinderten, dass die Batman-Reihe fortgesetzt wurde.
  • Ursprünglich war Tim Curry (*1946) für die Rolle des Jokers vorgesehen, jedoch wurde am Ende Nicholson besetzt, da er als prestigeträchtiger galt. 1992 war Curry wiederum im Rennen um den Part des Clown-Prinz des Verbrechens, diesmal als Sprecher für den Joker in der Zeichentrickserie Batman: The Animated Series, allerdings "verlor" er gegen Mark Hamills ikonische Performance.
    Nichtsdestotrotz hatte Curry hatte im Jahr 1990 seinerseits die Gelegenheit einen mörderischen Clown zu spielen, als er den dämonischen, kinderfressenden Pennywise in der zweiteiligen TV-Adaption von Stephen Kings ES verkörperte.

Galerie

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