“Ein Pferd! Ein Pferd! Mein Königreich für ein Pferd!”

— Richard´s berühmtestes Zitat

Richard, der Herzog von Gloucester und später König von England, ist Titelfigur und Hauptantagonist des historischen Stücks Richard III von William Shakespeare, entstanden um 1592.

Der machtgierige und intrigante Adlige, der sich mit Hinterlist und Mord die englische Krone erschleicht, basiert auf der gleichnamigen historischen Person, wurde für das Stück jedoch stark negativ überzeichnet dargestellt und gilt als eine von Shakespeare´s finstersten Figuren.

Das Drama wurde auch bereits mehrfach für Film und Fernsehen adaptiert; erstmals 1955 mit Laurence Olivier in der Titelrolle und erneut 1995 in einer modernisierten Bearbeitung, welche vor dem Hintergrund eines faschistischen Englands in den 1930er Jahren spielt und eine Parallele zwischen Richards Aufstieg und der Machtergreifung Hitlers zieht, in der Ian McKellen den Part übernahm.

Biografie

Akt 1

Nach dem Sieg des Hauses York, stellt Richard, der Herzog von Gloucester und Bruder von König Edward IV, fest, dass er als Krüppel und Buckliger nicht in diese Friedenszeit passt. Daher beschließt er, ein Schurke zu werden und sich selbst die Krone zu sichern. Ihm im Weg stehen aber noch seine beiden Brüder der König und George, der Herzog von Clarence.

Durch Einflüsterungen und eine Prophezeiung lässt er den König glauben, dass jemand mit dem Buchstaben G ihm und seinen Erben feindlich gesinnt ist. Der unschuldige George wird in den Tower gebracht. Richard gibt sich brüderlich, plant aber schon, ihn umbringen lassen und zwar noch bevor der kranke König verstirbt. Noch dazu will er Prinzessin Anne heiraten, deren Ehemann Prinz Edward und dessen Vater Heinrich VI er getötet hat.

Während des Trauerzugs für Heinrich VI geht Richard zu Anne. Die Wunden der Leiche fangen erneut an zu bluten und Anne sieht darin den Beweis, dass Richard ihn umgebracht hat. Richard gibt es auch zu, aber versichert ihr, dass er es nur aus Liebe zu ihr getan hat. Als sie ihn weiter verflucht, reicht er ihr sein Schwert mit dem sie ihn töten soll. Sie kann es nicht tun und nimmt letztendlich auch den Ring von ihm an. Er bittet sie außerdem, ihm nun die Beerdigung zu überlassen und sich mit ihm später in Crosby zu treffen. Nachdem sie gegangen ist, genießt Richard seinen Triumph und weiß auch schon, dass er sie nicht lange behalten will.

Im Palast beschuldigt Richard Königin Elizabeth, die Verhaftung von Clarence verursacht zu haben. Margaret, die Witwe von Heinrich, kommt hinzu und verflucht alle Anwesenden, vor allem Richard: sein Gewissen soll ihn plagen, er soll Freunde für Verräter und Verräter für Freunde halten und auch nie wieder schlafen können. Als die Königin und die Lords zum König gerufen werden, bleibt Richard zurück und genießt es, dass er seine Bosheit so erfolgreich verbergen konnte. Zwei Mörder kommen zu ihm und er schickt sie los, um Clarence umzubringen. Dank seiner Vollmacht können die Mörder auch in den Tower gelangen und Clarence töten.

Akt 2

Edward kann den Frieden am Hof wieder herstellen. Richard kommt hinzu und gibt sich auch freundschaftlich gegenüber den Lords und der Königin. Als die Königin die Begnadigung von Clarence fordert, überbringt Richard die Nachricht von seinem Tod, angeblich weil ein lahmer Bote erst seine Begnadigung überbringen konnte, als es zu spät war. Der König stürzt in tiefe Trauer. Richard beschuldigt gegenüber anderen Lords noch immer die Verwandten der Königin. Gegenüber den Söhnen von Clarence sagt Richard, dass der König die Hinrichtung befohlen hätte.

König Edward verstirbt und nun soll sein Sohn in London zum neuen König gekrönt werden. Lord Buckingham, Richard´s Vetter und Verbündeter, empfiehlt ihm, dass sie im Gefolge sein sollten, das den Prinzen von Ludlow holen wird, um ihn von den Verwandten der Königin zu entfernen.

Rivers, der Bruder der Königin, und Grey, ihr Sohn aus erster Ehe, werden verhaftet, bevor das Gefolge London wieder erreicht. Elizabeth erkennt, dass ihre Familie in Gefahr ist und  geht mit ihrem jüngsten Sohn in die heilige Zuflucht.

Akt 3

Richard und Buckinham heißen den Prinzen in London willkommen, aber der Prinz ist unglücklich darüber, dass seine Onkel verhaftet worden. Richard bezeichnet sie als falsche Freunde.

Der Prinz wünscht, seinen Bruder zu sehen, aber das ist aufgrund der Zuflucht im Heiligtum ist das nicht möglich. Buckingham überzeugt den Kardinal, den Bruder wieder zurückzuholen. Beide Jungen werden auf Anraten von Richard im Turm untergebracht. Vor allem der Jüngere macht sich vorher noch über Richard lustig, der sich wegen der Schläue der beiden Jungen Sorgen macht.

Richard und Buckingham beauftragen ihren Verbündeten Catesby herauszufinden, ob sich der Kammerherr Lord Hastings für ihre Sache gewinnen lassen würde und ihn für den nächsten Tag in den Turm einzuladen. Sollte er sich nicht gewinnen lassen, wollen sie ihm den Kopf abschlagen lassen. Richard verspricht Buckingham die Grafschaft Hereford, wenn er erst König ist.

Die verhafteten Lords werden enthauptet. Als sich der Rat im Turm versammelt hat, sagt Richard zu Buckingham, dass Hastings darauf besteht, den Thron an Edward´s Sohn zu geben. Vor allen Ratsmitgliedern beschuldigt Richard Edward´s Frau, seinen Arm mit Hexerei vergiftet zu haben. Als Hastings Zweifel daran äußert, lässt Richard ihn festnehmen und befiehlt seine Hinrichtung.

Ihre Verbündeten Ratcliff und Lovel bringen den Kopf von Hastings zu Richard und Buckingham. Sie zeigen den Kopf dem Bürgermeister von London, der dem Volk nun von dem Verrat erzählen soll. Richard schickt Buckingham los, der das Volk gegen den verstorbenen König aufhetzen und das Gerücht verbreiten soll, dass seine Kinder unehelich seien und deswegen keinen Anspruch auf den Thron hätten. Richard will sich um die Kinder von Clarence kümmern und verfügen, dass niemand die Prinzen im Turm besuchen darf.

Buckingham´s Rede vor dem Volk ist aber kein Erfolg, nur relativ wenige wollen Richard als König. Gemeinsam mit Buckingham kann er jedoch den Bürgermeister von London davon überzeugen, dass dies der Wille der Bürger ist. Richard gibt sich erst scheinbar widerwillig, stimmt dann aber zu, sich am nächsten Tag krönen zu lassen.

Akt 4

Richard hat Anne geheiratet und lässt sie nach Westminster holen, wo sie zur Königin gekrönt werden soll.

Nachdem Richard zum König gekrönt ist, will er seinen Anspruch endgültig zu machen, indem er die beiden Prinzen töten lässt und seine Nichte Elizabeth heiratet. Buckingham zögert zuerst jedoch, den Mordbefehl auszuführen und fordert dann das ihm versprochene Herzogtum. Der König ist jedoch nicht in der Laune dafür und gibt den Mordauftrag an James Tyrell. Außerdem lässt er verbreiten, dass seine Frau Anne krank sei und bald sterben würde.

Clarence´s Sohn wird eingesperrt und seine Tochter mit einem Mann von geringem Stand verheiratet. Nachdem sowohl die Prinzen als auch Anne tot sind, macht sich Richard Gedanken über Henry von Richmond, der sich im Exil befindet, aber Verbündete sammelt und auch nach der Hand von Elizabeth strebt. Auch Buckingham hat sich auf dessen Seite geschlagen.

Vor dem Palast trifft Richard auf seine Mutter, Margareta und Elizabeth. Seine Mutter verflucht ihn, dass er am Tag der Schlacht den Tod finden wird. Richard zeigt sich unbeeindruckt und hält bei Elizabeth um die Hand ihrer Tochter an.

Richmond landet mit seiner Flotte an der Küste und überall im Reich flammt Rebellion auf. Richard sichert sich die Treue von Stanley, dem Stiefvater von Richmond, indem er dessen Sohn George als Geißel nimmt. Buckingham kann gefangen genommen und hingerichtet werden.

Akt 5

Da sich die Armee von Richmond nähert, zieht Richard ihnen mit seinem Heer entgegen. Beim Feld von Bosworth lässt er das Lager aufschlagen. In der Nacht vor der Schlacht erscheinen die Geister aller Opfer von Richard und verfluchen ihn, dass er am nächsten Tag sterben werde. Verstört erwacht der König und scheint fast vor seiner eigenen Bosheit zu erschrecken. Er erkennt, dass niemand ihn in dieser Welt vermissen wird.

Er lässt die Armee Stellung aufnehmen. Stanley weigert sich und Richard kommt nicht mehr dazu, George hinrichten zu lassen, da sich der Feind auf dem Vormarsch befindet.

Im Kampfgetümmel verliert Richard sein Pferd. Zu Fuß kämpft er mit Richmond und wird erschlagen.

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