Schurken Wiki
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“Die Revolution war erfolgreich, aber das Überleben hängt von drastischen Maßnahmen ab!
Zu viele Kreaturen gefährden das Fortbestehen und das Wohlergehen unserer Gesellschaft – Ihr Leben bedeutet einen langsamen Tod für die wertvolleren Mitglieder unserer Kolonie!
Daher sehe ich mich gezwungen, den größten Teil von ihnen sofort zu töten! Hiermit wird ihre Hinrichtung angeordnet! Unterzeichnet – Kodos, Gouverneur von Tarsus IV!”

Kodos’ berühmt-berüchtigte Ansprache


Gouverneur Kodos (in die Geschichte eingegangen als Kodos, der Henker), alias Anton Karidian, ist ein Antagonist im klassischen Star Trek-Universum. In Erscheinung trat er in Kodos, der Henker (The Conscience of the King), der zwölften Folge der ersten Staffel der klassischen Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise (Star Trek) aus dem Jahr 1966.

Nachdem ein seltener Pilz die meisten Nahrungsmittel der abgelegenen Kolonie der Föderation der Vereinten Planeten auf Tarsus IV vernichtet hatte, übernahm Kodos mittels eines Putsches das Amt des Gouverneurs. Um das Überleben der “wertvolleren“ Mitglieder der Gemeinschaft zu sichern, ließ er per Dekret viertausend Bewohner der Kolonie, die er gemäß seiner Auffassung von Eugenik für “weniger lebenswert“ als die anderen erachtete, hinrichten. Diesen Massenmord, der ihm den Beinamen Der Henker einbrachte, bezeichnete er euphemistisch als “Drastische Maßnahmen“.
Als kurze Zeit Später Versorgungsschiffe mit frischen Lebensmitteln eingetroffen waren, hatte Kodos seinen Tod vorgetäuscht und war unter dem Namen Anton Karidian untergetaucht.

Die nächsten zwanzig Jahre reist er unerkannt als Direktor, Regisseur und Hauptdarsteller seiner eigenen Shakespeare-Theatergruppe durch die Galaxie, bis plötzlich nach und nach die letzten neun Zeugen, die ihn einwandfrei identifizieren könnten, unter rätselhaften Umständen zu Tode kommen, wann immer er mit seiner Truppe in der Nähe ist.

Dargestellt wurde der untergetauchte Kriegsverbrecher, der sich hinter der Maske des zurückgezogenen Schauspielers verbirgt, vom US-amerikanischen Charakterdarsteller Arnold Moss (*1910; †1989).

In der deutschen Übersetzung wurde er von Alwin Joachim Meyer (*1925; †1999) synchronisiert.

Charakterbiographie

Drastische Maßnahmen

Gouverneur Kodos’ Portraitaufnahme im Archiv der Sternenflotte.

Als Mitglied des Regierungsrates der Föderations-Kolonie auf Tarsus IV, war Adrian Kodos ein geachtetes und respektiertes Mitglied der achttausend Seelen starken Gemeinschaft. In privaten Studien frönte er intensiv seiner Faszination für die Lehren der Eugenik, jener zweifelhaften Wissenschaft der genetischen Selektion und Aufwertung, die verboten worden war, da sie dreihundert Jahre zuvor unter anderen zur Erschaffung des Tyrannen Khan Noonien Singh geführt hatte.

2246 kam es zu einer folgenschweren Katastrophe auf Tarsus IV. ein seltener, aggressiver Schimmelpilz befiehl die Vorratslager der Kolonie und zerstörte den größten Teil der Lebensmittel. Eine umfassende Hungersnot war die Folge und die rettenden Versorgungsschiffe der Föderation der Vereinten Planeten waren zu weit entfernt, um das bevorstehende, qualvolle Verhungern zu verhindern.

Kodos alias Anton Karidian spielt Shakespeares Macbeth.

In dieser misslichen Lage griff Kodos nach der Macht. Er sprach einen Misstrauensantrag gegen die amtierende Gouverneurin und die Mitglieder des Kolonialrates aus und riss die Herrschaft über Tarsus IV an sich. Als neuer Gouverneur verhängte er das Kriegsrecht und verkündete in seiner legendär gewordenen, berüchtigten Ansprache, dass er beabsichtigte ganze viertausend Frauen, Männer und Kinder, die er als minderwertig erachtete, hinrichten zu lassen, um die “wertvolleren“ Mitglieder der Gemeinschaft zu retten.

Flucht und vermeintlicher Tod

Kodos an Bord der USS Enterprise.

Gerade als die Todesurteile vollstreckt worden waren, trafen aber die Versorgungsschiffe um Wochen früher als gedacht ein. Im darauffolgenden Chaos, gelang es Kodos zu fliehen, dicht gefolgt von einem Sternenflotten-Trupp unter dem Kommando von Lieutenant-Commander Gabriel Lorca. Während eines Phasergefechtes wurde eine Thermalgranate gezündet, die verheerenden Schaden anrichtete und mehrere weitere Todesopfer forderte.

Kodos wird von Captain Kirk befragt.

Unter den bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen befand sich auch der Körper von Kodos’ rechter Hand Ian Galloway. Da Kodos bereits vor ihrer Flucht die medizinischen Dateien der Tarsus IV-Datenbank manipuliert und seine DNA-Aufzeichnungen mit denen Galloways vertauscht hatte, wurde allgemein angenommen, “Kodos, der Henker“ sei tot und man legte den Fall zu den Akten.

Kodos nahm, nachdem es ihm gelungen war den Planeten zu verlassen, den Namen Anton Karidian an und verbarg sich hinter der Maske eines harmlosen Schauspielers. Als Direktor, Regisseur und Hauptakteur, zog er zusammen mit seiner Gruppe und seiner, ein Jahr nach seinem Massenmord geborenen, Tochter Lenore durch die Galaxie.

Karidians Schauspielgruppe

Kodos wiederholt seine schicksalsträchtige Ansprache.

Zwanzig Jahre später, 2266 hat sich die Karidian-Schauspielgruppe einen exzellenten Ruf im ganzen Alpha-Quadranten erworben und ist eine Lokalattraktion, wo immer sie ihre Zelte aufschlagen. Kodos alias Karidian brilliert in klassischen Shakespeare-Rollen wie den Geist von Hamlets Vater oder den Usurpator Macbeth und wird von seiner, zu einer blühenden Schönheit herangewachsenen, Tochter hingebungsvoll unterstützt.

Kodos wird von seiner eigenen Vergangenheit überwältigt.

Abseits der Bühne, lebt Kodos ein zurückgezogenes, regelrecht einsiedlerisches Leben fernab der Öffentlichkeit. So schlägt er prinzipiell Einladungen zu Galaveranstaltungen zu Ehren seiner Truppe aus, aus Furcht, er könnte doch noch von irgendjemandem erkannt werden, obwohl nach all der Zeit nur noch neun Personen am Leben sind, die Kodos einwandfrei identifizieren könnten.

Wegen seiner Menschenscheu entgeht ihm jedoch, dass seine Tochter Lenore inzwischen die Wahrheit über ihn herausgefunden hat. Seither ermordet sie, wann immer die Karidian-Gruppe sich am richtigen Ort befindet, nach und nach die Augenzeugen, um ihren Vater, den sie über alles vergöttert zu beschützen.

Die letzten Zeugen

Kodos als Geist in Shakespeares Hamlet.

Einer der damaligen Zeugen, Dr. Thomas Leighton, erkennt Kodos jedoch hinter dem Schauspieler Karidian während seines Gastspiels auf dem Planeten Q und ruft seinen alten Freund Captain James T. Kirk vom Föderationsraumschiff USS Enterprise zu sich, um ihn davon zu überzeugen, dass der Henker noch immer am Leben ist. Kirk, der selbst zu den Augenzeugen gehört und die Schrecken von Tarsus IV nie vergessen hat, glaubt ihm zunächst nicht, beginnt aber misstrauisch zu werden, als Leighton kurz darauf tot aufgefunden wird.

Ihre Tournee soll Kodos/Karidian und seine Gruppe als nächstes zur Föderations-Kolonie auf Benecia führen und so lässt Captain Kirk seine Beziehungen spielen, dass die Enterprise anstatt des ursprünglich vorgesehenen Transportschiffes sie aufnimmt. Während Kodos sich weitgehend in seinem Gästequartier isoliert, versucht Kirk über Lenore, an der er großen Gefallen findet, mehr über ihn herauszufinden. Obwohl sie sich über ihren Vater bedeckt hält, bietet sie an, als Gegenleistung und Dankeschön für den Transport, an Bord eine Aufführung für die Crew zu geben.

Kodos erkennt, dass seine Tochter eine Mörderin ist.

Auf der Reise versucht Lenore, die letzten beiden Zeugen, die praktischerweise zum Personal der Enterprise gehören, zu beseitigen. Lieutenant Kevin Riley wird von ihr vergiftet, kann jedoch rechtzeitig auf die Krankenstation gebracht werden und überlebt den Anschlag. Zudem deponiert sie in Kirks Quartier einen auf Überlastung gestellten Phaser, der buchstäblich in letzter Sekunde vor der Explosion unschädlich gemacht werden konnte. Nach diesen Anschlägen auf die beiden letzten verbliebenen Augenzeugen, wird Kodos vom Captain der Enterprise aufgesucht und unverblümt mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

Kodos versucht zunächst halbherzig, Kirk davon zu überzeugen, nicht der berüchtigte Kriegsverbrecher zu sein. Als ihn aber die Erinnerung an seine Vergangenheit einholt, droht die jahrelang mit sich herumgetragene Schuld ihn zu überwältigen und er bestätigt Kirks Vermutung, ohne aber ein formelles Geständnis abzulegen.

Der Rest ist Schweigen

Kodos ist bereit, sich der Justiz auszuliefern.

Die Konfrontation mit Kirk hat Kodos mittlerweile völlig aus der Fassung gebracht. Während der abendlichen Vorstellung von Shakespeares Hamlet, hängt er seinen Erinnerungen nach und denkt an die viertausend Geister, die ihn seit zwanzig Jahren nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. Bei dieser Gelegenheit offenbart Lenore ihm, dass er nichts zu befürchten habe, da sie sich um sämtliche Zeugen “gekümmert“ habe und die letzten Zwei ihnen bald folgen würden.

Nun bricht er endgültig zusammen, da seine unschuldige Tochter, die niemals von seinen Verbrechen hätte erfahren sollen, nun ebenfalls von ihnen verdorben worden ist. Kirk, der sich in den Kulissen verborgen und ihre Unterhaltung mitangehört hat, tritt vor und erklärt das Spiel für beendet. Eben als Kodos sich bereit erklärt, sich der Justiz zu überantworten und zu Rechtfertigungen für seine Taten ansetzen will, bekommt Lenore jedoch den Phaser des hinzugekommenen Lieutenant Rileys zu fassen, der den Mord an seiner Familie rächen wollte.

Kodos opfert sich, um Kirk zu retten.

Bewaffnet stürzt sie auf die Bühne, um die Vergangenheit ihres Vaters endgültig zu begraben. Im selben Augenblick, in dem Lenore den Abzug betätigt, um Captain Kirk zu erschießen, springt Kodos schützend vor ihn und bricht, von dem tödlichen Strahl getroffen zusammen.

Nachdem sie unbeabsichtigt ihren eigenen Vater umgebracht hat, erleidet Lenore Karidian einen völligen Nervenzusammenbruch. Sie wird in eine medizinische Einrichtung verbracht, wo sie noch immer davon überzeugt ist, dass ihr Vater, “der große Karidian“, noch immer am Leben ist und an jedem Stern, den er passiert, grandiose Vorführungen vor begeistertem Publikum gibt.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit

Während seiner Zeit auf Tarsus IV war Kodos ein durchschnittlich großer Mann mit ausdrucksstarkem Gesicht, dunklen Augen, einer markanten Adlernase, rötlich-braunem, aus der hohen Stirn gekämmtem Haar und einem spitz zulaufenden Henriquatre-Bart.
Zwanzig Jahre später, als Anton Karidian, ist sein Haar vollständig ergraut und noch etwas dünner geworden. Zudem hat er sich, abgesehen von einem schmalen Schnurrbart, weitgehend von seiner Gesichtsbehaarung getrennt.

Auf der Bühne trägt er aufwändige Kostüme aus edlen Materialien wie Samt und Brokat. In der Abgeschiedenheit seines Wohnbereiches dagegen trägt er schlichte, hochgeschlossene schwarze Kleidung und darüber einen Pelzverbrämten Hausmantel, der mit einer Kordel verschlossen wird.

Kodos ist hochintelligent und von unwahrscheinlicher Raffinesse, da es ihm nach dem kaltblütigen Massenmord an viertausend unschuldigen Siedlern ohne weiteres gelungen ist, seinen eigenen Tod vorzutäuschen und sogar die fortschrittlichen Ermittlungstechniken des 23. Jahrhunderts hinters Licht zu führen.

Obwohl er sich zwei Jahrzehnte lang praktisch unter den Augen der Öffentlichkeit als Schauspieler in ständig wechselnden Rollen versteckt, kann er doch der eigenen Vergangenheit zu entfliehen, die ihn unentwegt heimsucht. Am Ende ist er hinter der Maskerade des alternden Shakespeare-Darstellers ein unter seinem unentwegt bohrenden Gewissen zerbrechender Geist, der im Grunde nur noch das Alter willkommen heißt, um im Tod endlich erlösendes Vergessen zu finden.

Auftritte

Film & Fernsehen

  • 1966: Raumschiff Enterprise (Star Trek) – 1. Staffel, Episode 12: Kodos, der Henker (The Conscience of the King) – Gedreht von Gerd Oswald nach dem Drehbuch von Barry Trivers.

Literatur

  • 1967: Enterprise 1 (Star Trek 1) – Kurzgeschichtensammlung basierend auf ausgewählten Episoden der Originalserie, geschrieben von James Blish nach den Drehbüchern der Serie. Herausgegeben wurde der Kurzgeschichtenband von Bantam Books, New York City. Eine deutsche Übersetzung von Hans Maeter erschien 1972 im Williams Verlag, Alsdorf. 1985 wurde das Buch unter dem Titel Die Original-Abenteuer von Raumschiff Enterprise 5 – Der unwirkliche McCoy im Goldmann Verlag, Leipzig, neu aufgelegt.
    Kodos alias Anton Karidian tritt darin in der Kurzgeschichte Das Gewissen des Königs (The Conscience of the King) auf.
  • 1997: Star Trek: Der Rächer (Star Trek: Avenger) – Geschrieben von William Shatner mit Judith & Garfield Reeves-Stevens, erschienen bei Pocket Books/Simon & Schuster, New York City. Die deutsche Übersetzung von Ronald M. Hahn wurde 2000 im Heyne Verlag, München, veröffentlicht.
    Der Rächer ist der abschließende Band der Odyssee-Trilogie, in welcher William Shatner die Abenteuer des, nach den Ereignissen von Star Trek: Treffen der Generationen, wiederbelebten Captain James T. Kirk im 24. Jahrhundert fortsetzt.
    [Anmerkung: Shatners Post-Generations-Bücher werden nicht zum Star Trek-Hauptkanon gezählt, sondern bilden eine alternative Zeitlinie, die von Fans spaßeshalber als das “Shatnerversum“ (“Shatnerverse“) bezeichnet wird.]
    Eine Gruppe von fanatischen Verschwörern, die “Symmetriker“, haben offenbar einen genetisch erschaffenen Supervirus auf die Welten der Föderation losgelassen, um ihre Auffassung eines natürlichen Gleichgewichtes wiederherzustellen. Die Recherchen Captain Kirks und Botschafter Spocks ergeben, dass Gouverneur Kodos ebenfalls Mitglied dieser Gruppe war und das von ihm angerichtete Massaker auf Tarsus IV wohl ein erster Probelauf des jahrhunderteumspannenden Planes war, die Galaxie wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
  • 1998: Star Trek: Das Gespenst (Star Trek: Spectre) – Geschrieben von William Shatner mit Judith & Garfield Reeves-Stevens, erschienen bei Pocket Books/Simon & Schuster, New York City. Die deutsche Übersetzung von Andreas Brandhorst wurde 2000 im Heyne Verlag, München, veröffentlicht.
    Das Gespenst ist der erste Band von William Shatners Spiegeluniversum-Trilogie, in welcher er den wiederbelebten Captain Kirk im 24. Jahrhundert neben Captain Picard und der Next Generation-Crew neue (nicht-kanonische) Abenteuer bestehen lässt.
    Auch in der Spiegelversion des “Shatnerversums“ hat Kodos die Macht über Tarsus IV an sich gerissen und ein blutiges Massaker an der Hälfte der Kolonisten des Planeten verübt. Kurz darauf wird der Gouverneur jedoch vom dreizehnjährigen James Kirk getötet, als er den jungen Anführer einer kleinen Kinderbande, bei einem Einbruch in eines seiner Lebensmittellager ertappt.
  • 2007: Star Trek: Academy - Collision Course – Geschrieben von William Shatner mit Judith & Garfield Reeves-Stevens, erschienen bei Pocket Books/Simon & Schuster, New York City.
    Der siebzehnjährige James T. Kirk hadert noch immer mit den schrecklichen Ereignissen um das von Kodos angerichtete Massaker auf Tarsus IV, welches er nur knapp überlebt hatte. Zunächst hat er keinerlei Ambitionen, irgendwann Raumschiffkommandant zu werden, doch der Zufall will es, dass er einem neunzehnjährigen Halbvulkanier namens Spock begegnet, der einer Verschwörung innerhalb der vulkanischen Botschaft auf der Spur ist, die sie beide nach San Francisco zur Sternenflotten-Akademie der Föderation der Vereinten Planeten führt.
  • 2009: Star Trek Mirror Universe: The Sorrows of Empire – Geschrieben von David Mack, veröffentlicht von Pocket Books/Simon & Schuster, New York City.
    Als bedeutender Gouverneur von Tarsus IV, nimmt Kodos Gegenstück im Star Trek-Spiegeluniversum an einer Besprechung mit dem Herrscher des Terranischen Imperiums und Großadmiral Garth von Izar, dem Oberbefehlshaber der Imperialen Sternenflotte, teil. Einige Jahre später wird er Zeuge von Spocks Machtergreifung als dieser den Imperator mittels des geheimnisvollen Tantalus-Strahlers “spurlos verschwinden lässt“.
  • 2018: Star Trek Discovery: Drastische Maßnahmen (Star Trek Discovery: Drastic Measures) – Geschrieben von Dayton Ward, veröffentlicht von Pocket Books/Simon & Schuster, New York City.Die deutsche Übersetzung von Helga Parmiter erschien im selben Jahr im Cross Cult Verlag, Ludwigsburg.
    Die Sternenflottenoffiziere Philippa Georgiou und Gabriel Lorca reisen mit einem Hilfstrupp nach Tarsus IV, um die an einer Hungersnot leidenden Siedler zu unterstützen. Bei ihrer Ankunft müssen sie feststellen, dass der ehrgeizige Kodos sich zum Gouverneur aufgeschwungen hat und gemäß seines Verständnisses von Eugenik ein Massaker an viertausend Frauen, Männern und Kindern angerichtet hat. Gemeinsam heften sie sich an die Fersen des geflohenen Henkers, um ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen.

Sonstiges

  • 2005: Star Trek Roleplaying Game - Mirror Universe: Through a Glass Darkly – Letzte, ausschließlich als PDF veröffentlichte, Erweiterung für das von Decipher Inc. herausgegebene Star Trek-Rollenspiel. Während vorangegangene Ausgaben den Hauptaugenmerk auf Schiffe, Außerirdische Wesen und fremde Welten legen, widmet sich Through a Glass Darkly ausschließlich dem Spiegeluniversum.
    In der Hintergrundgeschichte des RPGs ist es Kodos gelungen, sich selbst zum Herrscher des Terranischen Reiches aufzuschwingen, nachdem er seinen Vorgänger, Imperator Harcourt Fenton “Harry“ Mudd ermordet hat. Er wurde von einer konservativen Fraktion des imperialen Senats als neuer Herrscher bestätigt, der den von Kriegsminister Spock angestrebten Reformen äußerst skeptisch gegenübersteht. In den nächsten Jahren verstrickt Imperator Kodos sich immer wieder in Interessenskonflikten mit Spock und dessen Verbündeten, die der aggressiven Eroberungspolitik entgegenwirken wollen, was schließlich zu einem äußerst kostspieligen Kompromiss führt, der das Terranische Reich in eine wirtschaftliche Krise stürzt. Zuletzt wird Kodos in Spocks Auftrag vergiftet und ein neuer, ihm wohlwollenderer, Imperator auf den Terranischen Thron gesetzt.

Zitate

  • KIRK: »Sind Sie Kodos?! […]«
    KODOS: »Glauben Sie, dass ich es bin?«
    KIRK: »Ja!«
    KODOS: »Dann bin ich eben Kodos – wenn es Ihnen gefällt, diesen Unsinn zu glauben! Ich bin ein Schauspieler; ich spiele viele Rollen.«
  • KODOS: »Kodos fällte eine Entscheidung über Leben und Tod! Ein paar mussten sterben, damit die anderen überleben! Sie sind ein Mann von Entscheidungen, Captain! Sie müssten das eigentlich verstehen!«
    KIRK: »Alles, was ich verstehe ist, dass viertausend Menschen grundlos ermordet worden sind!«
    KODOS: »Nicht grundlos, sondern um viertausend andere zu retten! Und wenn es die Versorgungsschiffe nicht geschafft hätten, früher zu kommen als erwartet, wäre Ihr Kodos sicher als großer Held in die Geschichte eingegangen!«
    KIRK: »Aber die Geschichte hat ihr Urteil längst gefällt!«
  • KODOS: »Das Blut wird dünner, der Körper schwächer – und dann zum Schluss ist man doch dankbar, dass man so viel vergessen hat! Ich habe kein Interesse mehr am Leben – auch nicht an meinem!«
  • KODOS: »Mein Kind, mein Kind! Du hast mir jetzt alles genommen! Du warst das Einzige in meinem Leben und solltest davon nie erfahren! […] Ich wollte nicht, dass dich das Blut an meinen Händen jemals besudeln sollte!«

Wissenswertes

  • Die Episode Kodos, der Henker hatte bei ihrer Erstausstrahlung sehr schwache Einschaltquoten und wurde seinerzeit als zu textlastig kritisiert. Heute gilt sie jedoch wegen der Thematik Vergangenheitsbewältigung und Aufarbeitung von Kriegsverbrechen als eine der besten Folgen von Raumschiff Enterprise.
  • In einer der letzten Drehbuchfassungen war die Begegnung zwischen Kirk und Kodos auf Tarsus IV um einiges detaillierter ausgearbeitet worden. Darin betrachtete sich Kodos selbst als Messias-Gestalt und befahl ausdrücklich, James Kirk am Leben zu lassen, während er zugleich einen Schalter umlegte, der eine Antimaterie-Kammer aktivierte und alle viertausend Opfer auf einen Streich vaporisierte.
    Dieser Teil wurde aber zuletzt aus dem fertigen Skript gestrichen und der genaue Tathergang des Massakers nur angedeutet. Auch impliziert die Gesichtsmaske und Augenklappe des Überlebenden Thomas Leighton, dass die Morde deutlich brutaler vonstattengegangen sein müssen.
  • Kodos/Karidians dunkler, pelzgesäumter Mantel wurde für den größenwahnsinnigen Garth von Izar, den Hauptantagonisten in Wen die Götter zerstören (Whom Gods Destroy), der vierzehnten Folge der dritten Staffel von Raumschiff Enterprise, erneut als Kostüm verwendet.
  • Als Hommage an die klassische Star Trek-Serie nannte Simpsons-Schöpfer Matt Groening die, in seinen Geschichten immer wieder auftauchenden, tentakelbewehrten Außerirdischen Kang & Kodos. Ersteren nach einem klingonischen Raumschiffkommandanten, der eine Auseinandersetzung mit Captain Kirk hat und letzteren nach dem flüchtigen Kriegsverbrecher.
  • Die enge Verknüpfung zur Thematik von Kriegsverbrechern und ihren Opfern zeigt sich, ob Zufall oder nicht, auch in der Besetzung der Nebenrollen der Episode. Beispielsweise war der, nur sehr flüchtig am Beginn der Folge zu sehende Darsteller des König Duncan in der Karidian-Inszenierung von Macbeth, vom österreichisch-amerikanischen Schauspieler Karl Bruck (*1906; †1987) verkörpert worden. Bruck war als Holocaust-Überlebender in die USA geflohen, nachdem er seine ganze Familie an den Nazi-Terror verloren hatte.

Externe Links

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