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Kurt Barlow ist der Hauptantagonist des Romans “Brennen muss Salem“ (“Salem’s Lot“) von Stephen King aus dem Jahr 1975, sowie der gleichnamigen Adaption als zweiteilige Fernseh-Miniserie aus dem Jahr 1979 von Tobe Hooper, dem BBC Radio-Hörspiel von 1995 und einem ebenfalls zweiteiligen Fernseh-Remake aus dem Jahr 2004 von Mikael Salomon.

1979 wurde er vom österreichischen Schauspieler Reggie Nalder (*1907, †1991) dargestellt, im Hörspiel von 1995 lieh ihm der Brite Doug Bradley (*1954) seine Stimme.

2004 wurde der Meister-Vampir vom niederländischen Charakterdarsteller Rutger Hauer (*1944, †2019) verkörpert, der 1998 im Fantasy-TV-Zweiteiler Merlin den Kriegsherrn Lord Vortigern und 2005 in Sin City den korrupten Kardinal Roark gespielt hatte.

In der deutschen Übersetzung der Miniserie von 2004 wurde er von Thomas Danneberg (*1942) synchronisiert.

Biographie

Vorgeschichte

Über Kurt Barlows Vergangenheit existieren kaum Informationen. Fest steht, dass er bereits sehr lange die Welt heimgesucht hat, vermutlich ist er mehrere tausend Jahre alt, da er nach eigener Aussage bereits alt war, als die Symbole der christlichen Kirche erst erfunden worden waren.
Bekannt ist, dass er bis in die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts als Dr. Kurt Breichen in Österreich gelebt hat, aber 1938 nach dem Anschluss an Nazi-Deutschland nach England ausgewandert ist.

Er änderte seinen Namen in Barlow, nahm die britische Staatsbürgerschaft an und war in den nächsten Jahren als Antiquitätenhändler und Kunstsachverständiger aktiv. Während dieser Zeit hatte er einen mehrjährigen Briefkontakt mit Hubert Marsten in den Vereinigten Staaten. Der Gegenstand ihrer Korrespondenz ist allerdings unbekannt, da Marsten vor seinem Selbstmord sämtliche Briefe verbrannt hatte. Vermutlich liefen die Schreiben auf eine Einladung hinaus, die es Barlow erlaubte, seinen Fuß nach Jerusalem’s Lot zu setzen.
Irgendwann im Laufe der 1950er- oder 60er Jahre lernte er Richard T. Straker kennen, der nach außen sein Geschäftspartner wurde, ihm eigentlich aber als sterblicher Gehilfe diente.

Salem’s Lot

1975 schließlich bereiteten er und Straker ihren Umzug in die USA vor und kauften das in ’Salem’s Lot als Spukhaus gefürchtete Marsten-Haus als Wohnsitz. In die Kleinstadt vorausgereist, eröffnete Straker einen neuen Antiquitätenladen und erwiderte auf neugierige Fragen der Bewohner, dass sein Partner auf Einkaufsreise in Europa sei.

Mit einem Opfer in Gestalt des unglücklichen kleinen Jungen Ralphie Glick, bereitet Straker den Nährboden für Barlows Ankunft, der sehr bald nach seinem Eintreffen beginnt, die Menschen in ’Salem’s Lot heimzusuchen. Die Männer Dud Rogers und Corey Bryant gehören zu seinen ersten Opfern.
Als sich die unheimlichen Ereignisse in der Stadt mehren, ist der aufgeweckte Schuljunge Mark Petrie sicher, dass Vampire in der Dunkelheit umgehen und recherchiert auf eigene Faust im Marsten-Haus, wo er von Straker erwischt- und als “Mahlzeit“ für seinen Herrn an einen Stuhl gefesselt wird. Es gelingt dem Jungen, sich zu befreien und den “Wachhund“ des Vampirs niederzuschlagen, der letztlich selbst Opfer von Barlows Hunger wird. Dieser hängt ihn als Strafe für sein Versagen an den Füßen auf und schlitzt ihm die Kehle auf, um ihn ausbluten zu lassen.

Bald darauf formiert sich eine Liga, bestehend aus dem Schriftsteller Ben Mears, der als Kind selbst in Jerusalem’s Lot gelebt hatte, dem Arzt Dr. Jim Cody, dem High School-Lehrer Matt Burke und dem katholischen Priester Donald Callahan, um gegen die Blutsauger vorzugehen.
Währenddessen sinnt Barlow auf Rache für den Verlust seines, wie er sagt, besten Dieners und will Mark zu seinem Nachfolger machen, doch Vater Callahan geht dazwischen und kann den Meister-Vampir kurzfristig zurückdrängen. Doch der charismatische Barlow macht sich die Zweifel in Callahans Innerstem zunutze und besiegt ihn. Er zwingt ihn, von seinem verderbten Blut zu trinken, woraufhin der Priester keine Kirche mehr betreten kann.

Schlussendlich gelingt es Mears und seinen Kameraden, den Schlupfwinkel von Barlow ausfindig zu machen und ihm einen hölzernen Pfahl durch das Herz zu treiben.
Der Meister-Vampir zerfällt innerhalb weniger Augenblicke zu Staub, den sie mitsamt seines Sarges in fließendem Wasser versenken.

Erscheinungsbild

Im Roman wird Kurt Barlow als großer, älterer Herr mit aus der Stirn gekämmtem weißem Haar, markanten Gesichtszügen mit tiefliegenden dunklen Augen, die gelegentlich wie glühende Kohle aufleuchten, einer Adlernase und einem dichten Schnurrbart beschrieben, der einen dunklen Anzug mit rotem Plastron trägt.
Im Verlauf der Handlung wird er durch seinen Blutkonsum jünger und kräftiger, bis er im Finale aussieht wie ein stattlicher Mann in seinen besten Jahren mit schwarzem Haar und ebensolchem Bart.

  • Für die Miniserie von 1979 wurde der Look des Meister-Vampirs radikal verändert, sodass er vollkommen kahl, mit bläulich-grauer Haut, spitzen Ohren, leuchtend-gelben Augen und gewaltigen Fangzähnen und Klauen, gekleidet in eine wallende schwarze Robe, frappante Ähnlichkeit mit Graf Orlok, dem Vampir aus dem Stummfilm Nosferatu von 1922 aufweist.
    Weiteres verfügt dieser Barlow über telekinetische Kräfte, verströmt eine Aura eisiger Kälte, ist offenbar stumm und gibt ausschließlich Knurr- und Zischlaute von sich. Regisseur Hooper begründete diese Entscheidung mit den Worten: »Welche Art von Stimme hätte ein Vampir haben sollen?«
  • Im TV-Remake von 2004 ist Kurt Barlow ein kultivierter, etwas älterer Mann mit halblangem blondem Haar, silbrig schimmernden Augen, einem schmalen Unterlippenbärtchen und dandyhaft gekleidet mit Hemd, Halstuch und samtener Anzugweste.
    Außerdem ist Barlow hier, deutlich im Sinne der literarischen Vorlage, ein charismatischer Verführer, der seine Opfer mit schmeichelnden, süßen Worten lockt, sich ihm freiwillig hinzugeben.

Richard T. Straker

Richard Throckett Straker ist Barlows menschlicher Diener und “Wachhund“. Er wird als groß, hager, völlig kahl und mit tiefliegenden Augen und ungewöhnlich langen Fingern beschrieben, trägt stets schicke Anzüge, verfügt über eine kultivierte Persönlichkeit und ist fast übermenschlich stark.
Als es Mark Petrie gelingt, ihn niederzuschlagen und aus dem Marsten-Haus zu fliehen, wird der verwundete Straker selbst zum Opfer der unbändigen Blutgier seines Herrn.

  • 1979 wurde er als Richard K. Straker von James Mason (* 1909; † 1984) als freundlich wirkender, ältlicher Gentleman im dunklen Anzug mit Oberlippenbärtchen verkörpert.
    In dieser Adaption scheint Straker selbst etwas mehr als ein gewöhnlicher Sterblicher zu sein, da er über übermenschliche Stärke verfügt und ohne Anstrengung einen erwachsenen Mann einfach hochheben kann. Im Gegensatz zum Roman überlebt er bis zum Finale, wo er von Mears erschossen wird, doch auch hier benötigt es mehrere Kugeln bis er schlussendlich tot zu Boden sinkt.
    Mason wäre nach Stephen Kings Ansicht aufgrund seines Auftretens eher für den Part des Vampirs geeignet gewesen.
  • Im BBC Radio-Hörspiel von 1995 wurde John Moffatt (* 1922; † 2012) als Sprecher für Straker besetzt.
  • Für das Remake von 2004 übernahm Charakterdarsteller Donald Sutherland (* 1935) die Rolle, die abermals geringfügig in Richard Thomas Straker umbenannt wurde. Auch Sutherlands Straker ist vordergründig ein freundlicher, älterer Herr mit weißem Bart und trägt ein legantes, weinrotes Jackett mit seidener Krawatte.
    Doch hinter dem Bild des “netten Onkel“ verbirgt sich eine grausame Natur mit einem zynischen, menschenverachtenden Sinn für Humor. Wie im Roman findet er sein Ende durch die Hand seines Herrn und Meisters, mit dem Kopf nach unten aufgehängt und ausgeblutet.

Sonstiges

  • Kurt Barlow ist in der Beschreibung seines Äußeren und in der Fähigkeit, sich durch Blutkonsum zu verjüngen, eine Hommage an Bram Stokers Graf Dracula.
  • In Wolfsmond, dem fünften Band von Stephen Kings Dunkler-Turm-Zyklus, erfährt man, dass Barlow zu den sogenannten “Typ-1-Vampiren“ zählt, der ältesten und mächtigsten Sorte von Vampir-Meistern. Sie sind hochintelligente und verschlagene Kreaturen, auf das Entsetzlichste missgebildet und mit Reißzähnen ausgestattet, so gewaltig, dass sie nicht in der Lage sind, ihre Münder zu schließen.
    Entgegen dieser Beschreibung wirkt Barlows Aussehen im Roman Brennen muss Salem erstaunlich menschlich. Umso ironischer ist der Umstand, dass seine 1979-Inkarnation diesem Bild des “Typ-1-Vampirs“ sehr nahe kommt.
  • Stephen King hat bis heute ein etwas ambivalentes Verhältnis zur Miniserie von 1979 und urteilte: »Wenn man bedenkt, dass das Fernsehen, dieses magische Medium, nahezu alles, was es anfasst, in Scheiße verwandelt, muss ich sagen, dass ich recht gut davongekommen bin!«
    Insbesondere war er dagegen, den Vampir als stummes reißzahnbewehrtes Ungeheuer darzustellen, was vor Allem auf eine Entscheidung von Produzent Richard Kobritz zurückzuführen ist. Hooper und King hätten lieber James Mason als Barlow anstatt als Straker verpflichtet.
  • Es gibt unterschwellige Andeutungen, dass Barlow und Straker ein “etwas näheres Verhältnis“ haben als nur eine Meister-Diener-Beziehung. Dies schlägt sich insbesondere darin nieder, dass der Vampir, abgesehen von Susan Norton, sich hauptsächlich von männlichen Opfern nährt und findet sich auch in dezenten Anspielungen in der Verfilmung von 2004 wieder, wo Straker ein kokettes, fast schon flirtendes Gespräch mit Ben Mears führt, ehe er zu seinem üblichen spöttischen Zynismus zurückkehrt.
  • Den Ring, der in der Version von 2004 nach Barlows Tod zurückbleibt, ziert, ehe es sich ebenfalls auflöst, ein blutrotes Auge, was ein direkter Verweis auf den DunklenTurm ist. Das rote Auge ist das Symbol des Scharlachroten Königs.
  • Neben Salem’s Lot machte Rutger Hauer im Laufe seiner Karriere bereits vier weitere Ausflüge ins Vampirfilm-Genre:
    • In der Horrorkomödie Buffy – Der Vampir-Killer von 1992 spielte er an der Seite von Donald Sutherland den Vampir Lothos.
    • 2005 verkörperte er in Dracula III – Legacy den titelgebenden Meister-Vampir.
    • 2012 sah man ihn “auf der anderen Seite des hölzernen Pfahls“ als Prof. Van Helsing in Dario Argento’s Dracula 3D.
    • 2013/14 spielte er in sechs Episoden der Serie True Blood als Niall Brigant wiederum einen Vampir.

Zitate (Salem’s Lot, 2004)

  • DUD:  »Hey! Sie sind doch einer von denen, die das Marsten-Haus gekauft haben!«
    BARLOW:  »Sehr gut!«
    DUD:  »Sind da Geister in dem alten Haus?«
    BARLOW:  »Geister?! Nein, keine… Geister!«

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  • Barlow packt Mark an der Kehle und nähert sich ihm mit gefletschten Reißzähnen.
    CALLAHAN mit erhobenem Kruzifix:  »In Gottes Namen!«
    BARLOW:  »Weiche zurück – weiche zurück, Schamane!«
    CALLAHAN:  »Lass ihn los!«
    BARLOW:  »Verpiss dich!«

    BARLOW: »Knie nieder, Pater – Knie nieder! … Sprich ein Gebet, wenn du es musst. Vertrau dich mir an! Was sind deine Verfehlungen? Was? Ein kleiner Schnaps beim Essen? Etwas Wein in der Nacht? Drogen? Kleine Jungs? Du bist nicht bereit für den Himmel, das weißt du doch?!«

    BARLOW: »Das Leben ist ein so kostbares Gut, darauf solltest du einen trinken! Genieße das Bouquet!«
    Er hebt eine Glasscherbe auf und schneidet sich in die Handfläche.
    CALLAHAN: »Habe ich das Richtige aus meinem Leben gemacht? Wurde ich fehlgeleitet? Du weißt es doch: Gibt es einen Gott?«
    BARLOW: »Wer immer dich ernährt, ist dein Gott!«
    Er presst ihm die blutende Wunde auf den Mund.

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  • BARLOW: »Du hast nicht den Mut diesen Pfahl dahin zu stoßen, wohin er gehört! Du wirst in deinem Inneren immer schwach sein! Denk nach, Schreiberling – du verzweifeltes Wesen! Du saugst Geschichten aus den Menschen, die dir begegnen – zehrst vom Leben deiner Verwandten und Freunde – verdrehst ihre Tragödien zu deinem persönlichen Nutzen!«
    MEARS: »Ich weiß, was Sie erreichen wollen!«
    BARLOW: »Du bist ein Vampir!«

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