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“Ich bin ein gottesfürchtiger Engländer und darauf bin ich gottverdammt-nochmal stolz! ENGLAND OBSIEGT!!!”

Lewis Prothero’s Lieblings-Catchphrase
(V wie Vendetta – Spielfilm, 2005)


Lewis Prothero ist ein Antagonist im dystopischen Kult-Comic V wie Vendetta (engl. V for Vendetta) von Alan Moore und David Lloyd aus dem Jahr 1982, sowie der aktiv agierende zweite Hauptantagonist der gleichnamigen Filmadaption von James McTeigue aus dem Jahr 2005.

Dargestellt wurde der opportunistische Fernsehmoderator und ehemalige Konzentrationslager-Kommandant mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung vom britischen Schauspieler Roger Allam (*1953).

In der deutschen Übersetzung wurde er von Hans-Werner Bussinger (*1941, †2009) synchronisiert.

Charakterbiographie (Film)

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Prothero als Kommandant von Larkhill.

Nach einer beeindruckenden Militärkarriere mit zahlreichen Einsätzen im Nahen Osten, schloss Lewis Prothero sich, die Zeichen der Zeit richtig deutend, Adam Sutlers neofaschistischer Bewegung an und wurde als Mitglied der Nordfeuer-Partei zu einem Unterstützer auf dessen Weg zum Großkanzler.
Als Peter Creedy den Plan entwarf, mit einer Reihe fingierter Terroranschläge auf die eigene Bevölkerung genug Angst und Panik zu verbreiten, um die Partei und Sutler als große Retter in der Not darzustellen und sich somit den Weg zur Macht zu erschleichen, steuerte Prothero, der inzwischen ein lukratives Pharmaunternehmen leitete, das nötige Material bei, um im Labor ebenden Supervirus zu züchten, der achtzigtausend Männer, Frauen und Kinder das Leben kostete.

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Prothero führt Reverend Lilliman durch das Lager.

Nach Sutlers Machtübernahme und Ernennung zum Großkanzler, während der großen “Restauration“ (der systematischen Verfolgung und Internierung aller “nichtnordischen“ und nichtchristlichen Bevölkerungsgruppen, sowie sämtlicher politischen Gegner, Intellektuellen und Homosexuellen), übernahm Prothero als Lagerkommandant die Leitung des Konzentrationslagers Larkhill. Dort koordinierte er den Genozid an allen “Degenerierten“ und “Unerwünschten“ und hatte zudem die Oberaufsicht über eine Reihe von grausamen medizinischen Experimenten, durchgeführt von Dr. Delia Surridge und ihrem Team und nach außen gedeckt durch den pädophilen Reverend Anthony Lilliman, dem er ein überaus großzügiges Honorar bezahlte und ihm uneingeschränkten Zugang zu den im Konzentrationslager festgehaltenen kleinen Mädchen ermöglichte.

Zehn Jahre später ist Lewis Prothero als “Nationalheld“, dessen Pharmaunternehmen schon kurz nach der “Saint Mary’s Krise“ ein Heilmittel für die um sich greifende Epidemie parat hatte, einer der prominentesten Männer Englands und Moderator seiner eigenen Fernsehshow “Die Stimme Londons“ und hat, als unangefochtener Star des BTN (British Television Network), seine Eitelkeit zu einer ungebremsten Egomanie gesteigert, die er ungeniert auslebt und alles und jeden um sich herum mit Geringschätzung und Arroganz betrachtet, während er sich selbst in verklärter Verzückung in jedem Spiegel bewundert, der ihm unter die Augen kommt.
V, der damals einer der Gefangenen war, an denen experimentiert worden war, sucht Prothero in seinem Luxusappartement auf, erinnert ihn an seine Zeit als Commander und bringt zuletzt “Die Stimme Londons“ mit Gift für immer zum Verstummen.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit

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Prothero moderiert die Sendung “Die Stimme Londons“.

Lewis Prothero ist ein wohlgenährter Mann in seinen frühen Fünfzigern mit dunklem, an den Schläfen leicht angegrautem Haar und braunen Augen. Gekleidet ist er in perfekt sitzende maßgeschneiderte Anzüge mit auffälligen Krawatten und dazu passenden seidenen Stecktüchern.
Als Lagerkommandant von Larkhill, während der Zeit des politischen Umsturzes und der großen “Restauration“, trug er eine ebenfalls eigens für ihn angefertigte schwarze Uniform mit zweireihiger Jacke und rotem Hemd, dazu ein Ledergürtel mit Schulterriemen und kniehohe, auf Hochglanz polierte Schaftstiefel, sowie die Insignien der Nordfeuer-Partei.

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Prothero begegnet seinem Schicksal.

Er hat ein überdimensional ausgeprägtes Ego, das sich im Laufe der Jahre zu einer ausgewachsenen narzisstischen Persönlichkeitsstörung entwickelt hat und sich unter anderem darin niederschlägt, dass praktisch jede Wand seines Luxusappartements, jede Oberfläche ausnahmslos mit Spiegeln verkleidet ist, sodass er sich immer und jederzeit selbst bewundern kann. Außerdem blafft er während eines Telefonates seinen de-facto-Vorgesetzten Roger Dascombe an und droht ihm, er könne sich einen neuen Job suchen, wenn er ihm nicht einen neuen Kameramann besorgt, da der alte ihn nicht vorteilhaft genug aufnehmen könne.
Zu seinem Größenwahn und seiner krankhaften Selbstverliebtheit gesellt sich des Weiteren auch eine hochgradige Sucht nach verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Zitate

“Da gibt’s überhaupt keine Diskussion, Roger! Wenn ich morgen Früh ankomme, ist der Ire weg! Ich hab’ mir gerade ’ne Aufzeichnung angesehen; der hat keine Ahnung, wie man mich ausleuchten muss! Meine Nase sieht aus wie Big Ben, verdammte Scheiße!

Hören Sie mal zu, Sie blöder Idiot, England obsiegt, weil ich es sage und das gilt auch für jedes faule Schwein dieser Sendung, Sie eingeschlossen! Suchen Sie sich einen neuen Kameramann oder suchen Sie sich einen neuen Job!”

Lewis Prothero’s Umgangston abseits der Kameras


Prothero in der Comicvorlage

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Lewis Prothero in der Graphic-Novel V wie Vendetta.

Im Comic V wie Vendetta ist Lewis Prothero als Radiomoderator für die Veröffentlichung und Verbreitung der Anordnungen und Prognosen des Supercomputers “Vorsehung“ zuständig. Wegen seines charismatischen und ausdrucksstarken Sprechorgans wird er meist auch als die “Stimme der Vorsehung“ bezeichnet und ist in der Vorstellung vieler Engländer sogar mit dieser synonym.

Privat ist Prothero ein vulgärer, selbstgefälliger Kerl, der mit seiner militärischen Vergangenheit prahlt und bevorzugt dreckige Anekdoten zum Besten gibt. Auch im Comic war er Kommandant des Larkhill-Konzentrationslagers, hat jedoch keine derart selbstverliebte Persönlichkeit wie sein filmisches Pendant.
Hier hat er einen Faible für das Sammeln von Puppen. Dieser kostbaren Sammlung gehört seine ganze Leidenschaft und er erzählt jedem davon, der es hören will oder eben auch nicht.

Im Gegensatz zum Film, wo er ihn einfach vergiftet, entführt V Prothero in sein Versteck, die “Schattengalerie“, setzt ihn unter Drogen und zieht ihm seine alte Lagerkommandanten-Uniform an. Danach zwingt V ihn zu einem Rundgang durch eine Kulisse, die Larkhill darstellen soll. Auf dem Höhepunkt des Inspektionsrundganges muss Prothero mitansehen wie V dessen über alles geliebte Puppensammlung in einem tatsächlich funktionierenden Leichenverbrennungsofen einäschert und wird somit unrettbar in den Wahnsinn getrieben.
Danach vegetiert er nur noch in einem katatonischen Zustand vor sich hin und stammelt den Rest seines Lebens ausschließlich: “Mama… Mama… Mama…“

Galerie

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