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“VORTIGERN: Uther hat geschworen mich zu töten. Ich nehme es ihm nicht übel, ich tötete seinen Vater, König Constant!
LORD ARDENTE: König Constant war doch ein Tyrann!
VORTIGERN: So ähnlich wie ich selbst?!
LORD ARDENTE: Ja, Sire… Nein! Nein, Sire… Nein, nein…
VORTIGERN: Das klingt nicht besonders überzeugend, Mylord!”

Lord Vortigern im Gespräch mit seinem Vasallen Lord Ardente (Merlin, 1998)


Lord Vortigern ist der sekundäre Hauptantagonist in Teil 1 des Fantasy-/Abenteuer-Fernsehzweiteilers Merlin von Steve Barron aus dem Jahr 1998 und basiert auf dem gleichnamigen historischen Kriegsherrn, der vermutlich im 5. Jahrhundert gelebt- und weite Teile Britanniens als erster nachrömischer Großkönig beherrscht hat.

Verkörpert wurde der brutale und grausame Usurpator vom niederländischen Charakterdarsteller Rutger Hauer (*1944, †2019), der bereits in der Stephen King-Verfilmung Salem’s Lot – Brennen muss Salem von 2004 den Part des Meistervampirs Kurt Barlow spielte und 2005 in die Rolle des korrupten und kannibalischen Kardinal Roark in Frank Miller’s Sin City schlüpfte.

In der deutschen Übersetzung wurde er von Thomas Danneberg (*1942) synchronisiert.

[Anmerkung: Für den gleichnamigen von Jude Law gespielten Schurken im Spielfilm King Arthur: Legend of the Sword von 2017 - siehe Hauptartikel König Vortigern.]

Charakterbiographie

Vorgeschichte

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Vortigern krönt sich nach der Ermordung des alten Königs selbst zum neuen Herrscher.

In den finsteren Jahren des frühen Mittelalters drängen die Symbole der Christenheit nach und nach die alten heidnischen Götter in den Abgrund der Vergessenheit. Während dieser blutigen Tage ermordet der grausame Kriegsherr Lord Vortigern König Constant Pendragon, den ersten christlichen Herrscher Britanniens und nimmt dessen Krone an sich.
Das Christentum und auch der sogenannte Alte Weg sind ihm jedoch gleichermaßen einerlei. Er regiert mit eiserner Faust und brachialer Gewalt und löscht in den zwanzig Jahren seiner Regentschaft alle seine Gegner mit Schwert und Speer gnadenlos aus.

Ein folgenschwerer Pakt

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Vortigern erzwingt die Treue seines Vasallen Ardente, indem er dessen Tochter als Geisel nimmt.

Bereits seit Monaten versucht Lord Vortigern eine neue Burg an einem strategisch günstig gelegenen Hügel zu errichten, doch jedes Mal wenn der Turm fast fertiggestellt ist, bricht er wieder in sich zusammen. Nachdem er die Hinrichtung seines Architekten befohlen hat, wendet Vortigern sich an seinen königlichen Wahrsager und verlangt nun von ihm zu erfahren, weshalb der Bau der Festung sich als so schwierig gestaltet.
Nachdem ihm Königin Mab, die Herrin des Alten Weges erschienen ist, weiß der Wahrsager zu berichten, dass das Land verflucht sei und die Bauarbeiten nur dann erfolgreich wären, wenn Vortigern das Blut des Zauberers Merlin mit dem Mörtel vermischen würde.

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Vortigern hat den Zauberer Merlin in seiner Gewalt.

Sogleich schickt Lord Vortigern seine Schergen aus um Merlin festzunehmen. Ehe er ihn jedoch töten kann, offenbart der Zauberer ihm, dass doch nichts Übernatürliches für die Instabilität verantwortlich ist, sondern eine Wasserader im Fels unter dem Turm und berichtet außerdem von einer Vision, in der der König von seinem Herausforderer, dem christlichen Lord Uther besiegt werden würde. Gewissermaßen beeindruckt vom Scharfsinn des unscheinbaren Zauberers, behält der Despot ihn kurzerhand als seinen neuen Wahrsager und schickt den Alten von dannen.
In seinem Streben seine Macht zu erhalten und seine Gegner endgültig zu zerschmettern, schließt Vortigern sich mit Königin Mab zusammen, die ihm magische Unterstützung verspricht wenn er im Gegenzug dafür sorgt, dass die Menschen dem Alten Weg treu bleiben. Was Vortigern jedoch nicht ahnt ist, dass Mab ihn lediglich für ihre Zwecke als Werkzeug benutzt, um dafür zu sorgen, dass Merlin seinen Schwur, seine von Mab verliehenen Zauberkräfte niemals wieder anzuwenden, bricht.

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Vortigern verbündet sich mit Mab, der Herrscherin des Alten Weges.

Als Lord Vortigern bereits Pläne schmiedet, gegen Uther Pendragon, den Sohn des von ihm getöteten König Constant, vorzugehen und dafür die alte Tradition der Waffenruhe im Winter zu brechen gedenkt, behauptet Mab, er könne nur siegen wenn er Nimueh, die Tochter seines Vasallen Ardente, dem großen Drachen opfert. Zudem gaukelt sie ihm vor, dass Lord Ardente zu Uther übergelaufen ist, um ihm die Entscheidung zu erleichtern.
In seinem Zorn fällt er auf Mabs List herein und liefert die junge Frau ohne zu zögern der feuerspeienden Bestie aus. Damit macht er sich aber nicht nur den Edelmann zum wahrhaftigen Feind, sondern auch Merlin, der unsterblich in Nimueh verliebt ist.

Vortigerns eisiges Grab

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Vortigern genießt den Rausch der Schlacht.

Während Vortigern die letzten Vorbereitungen trifft, um seinen Rivalen zu überrumpeln, konnte Merlin seine Herzensdame mit knapper Not retten, doch hat sie schwere Verbrennungen vom Flammenatem des Drachen davongetragen. Auf Vergeltung sinnend, verbündet der Zauberer sich mit Uther und warnt ihn rechtzeitig vor dem bevorstehenden Angriff.
Unterdessen mahnt Königin Mab, deren schiere Existenz vom Glauben der Sterblichen an den Alten Weg abhängt und die einen Sieg Uthers und somit des Christentums in Britannien fürchtet, Vortigern zur Vorsicht und vergießt für ihn eine einzelne diamantene Träne, die ihm als schützender Talisman dienen soll. Er aber lehnt in seinem Stolz das magische Geschenk ab, da er sich wie bisher nur auf sein Schwert und seine Kampfkraft verlassen will.

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Vortigern versinkt in sein eisiges Grab.

Die winterliche Schlacht findet schließlich auf der dicken Eisdecke eines zugefrorenen Flusses statt. Wie ein Berserker wütet Lord Vortigern unter seinen Feinden und nimmt es zum Teil mit mehreren Gegnern gleichzeitig auf. Keiner von Uthers Kämpfern ist ihm gewachsen und auch Nimuehs Vater, Lord Ardente fällt unter seiner erbarmungslosen Klinge.
Zuletzt stellt sich ihm Merlin in den Weg, ausgerüstet mit dem magischen Schwert Excalibur, einem Geschenk von Mabs Schwester, der Herrin vom See. Mit einem einzigen Hieb schlägt er die Waffe des Tyrannen entzwei und mit einem weiteren bricht er das Eis unter dessen Füßen auf.

Einen letzten Schrei ausstoßend versinkt Lord Vortigern in den eisigen Fluten, während die Eisdecke sich über ihm wie durch Zauberei sofort wieder schließt.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit

Vortigern-armor

Vortigern ist stets für den Kampf gerüstet.

Vortigern ist ein stattlicher großer Mann mittleren Alters mit intensiv blickenden blauen Augen und ergrauendem blondem Haar. Von einer seiner zahlreichen Schlachten hat er eine geschwungene Narbe über der rechten Augenbraue davongetragen.
Gekleidet ist er in einen metallbeschlagenen braunen Lederharnisch römischer Machart, darunter einem Kettenhemd und einem mit Metallplatten verstärkten Halsschutz, sowie einem wallenden schwarzen Umhang. Auf dem Kopf trägt er stets die goldene Königskrone, auf der selbst nach fünfzehn Herrschaftsjahren noch immer getrocknete Blutspritzer seines getöteten Vorgängers kleben.

Er ist von kalter, unberechenbarer Grausamkeit. Obgleich Vortigern nicht über ein allzu stark ausgeprägtes Feingefühl oder gar Geduld verfügt und eher ein Mann der Tat ist, der es vorzieht “zu handeln bevor er denkt“, wie er sagt, ist er doch klug genug, sich mit ausgesuchten Getreuen auszutauschen und Rat einzuholen.
Nichtsdestotrotz erzwingt er die Treue seiner Vasallen durch die Geiselhaft ihrer nächsten Angehörigen und ist auf dem Schlachtfeld ein regelrechter Berserker, der es leicht mit mehreren Gegnern gleichzeitig aufnehmen kann.

Zitate

“Solange Ihr Euch loyal erweist, habt Ihr nichts zu befürchten, aber solltet Ihr mich verraten, dann bringe ich Eure Tochter persönlich um!”

Lord Vortigern erpresst Lord Ardent (Merlin, 1998)


“Lasst die Armee aufmarschieren! Wir marschieren auf Winchester! … Ich bekämpfe meine Feinde nun seit fünfzehn Jahren! Jedes Mal, wenn ich einen vernichte, nimmt ein anderer seinen Platz ein!”

Lord Vortigern ruft zum Kampf (Merlin, 1998)


“Du bist ein außergewöhnlicher Mann – Aber ich kann nicht dulden, dass außergewöhnliche Männer frei rumlaufen!
[Er schlägt Merlin mit der Faust KO.]
Du bist zu langsam! Den Fehler machen viele von meinen Feinden auch – die denken, bevor sie handeln! Ich handle, bevor ich denke – das ist mein Vorteil!”

Lord Vortigern nimmt Merlin gefangen (Merlin, 1998)


“Seit zwanzig Jahren bin ich nun König und es hat mich noch nie jemand besiegt! Es ging auch ohne Zauberei ganz gut! Ich habe es mit bloßen Händen geschafft!”

Lord Vortigern lehnt Mab’s Schutz ab (Merlin, 1998)


“Glaubst du, dass dir deine Zauberei gegen mich hilft, Merlin?!”

Lord Vortigerns letzte Worte an Merlin (Merlin, 1998)


“Nur eine Träne wurde für Vortigern vergossen und sein Stolz hatte sie weggeworfen! Er bezahlte dafür mit seinem Leben!”

Merlins “Nachruf“ auf Lord Vortigern (Merlin, 1998)


Sonstiges

““Vortigern, der Charakter, den ich spiele, ist ein großer König, er herrscht seit 25 Jahren und das ohne Skrupel. In jenen Zeiten wurde man nicht zum König gewählt, man wurde König indem man sich die Krone schnappte.
Es war schwierig, genaue Informationen über Lord Vortigern zu finden. Besonders, weil nicht viel Schriftliches aus dieser Zeit erhalten geblieben ist. Zugleich existieren von dem, was es noch gibt, sieben verschiedene Versionen derselben Ereignisse.
Es war sehr schön zu sehen, wie viel da
[in die Produktion Anm.] hineingesteckt wurde - in die Kostüme und die Pferde und die Sets und all diese Sachen. Natürlich musste alles eigens angefertigt werden und ist sehr schön geworden.“

(“Vortigern, the character that I play, is a big King, he’s been a king for 25 years and he has no qualms about it. In those times you didn’t become king by voting, you became king by grabbing the crown.
It was difficult to find accurate information about Lord Vortigern. It was kind of rough, because there’s not a whole lot written about that period. At the same time, there are seven different versions of the same events.
It was very nice to see how much craft went into it – into the costumes and the horses and the sets and all that kind of stuff. Everything has to be built, of course, and it was very nice.”)”

Rutger Hauer über die Rolle des Lord Vortigern (Mania Magazine, 1997)


Galerie

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