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Martia ist eine Nebenantagonistin im Science-Fiction-Film Star Trek VI: Das unentdeckte Land (engl. Star Trek VI: The Undiscovered Country) von Nicholas Meyer aus dem Jahr 1991.

Die verführerische Formwandlerin vom geheimnisvollen Volk der Chamäleoniden ist als Komplizin Teil eines politischen Komplottes, das die Ermordung des Hohen Kanzlers des Klingonischen Reiches in die Wege geleitet hat, um einen Krieg mit der Föderation der Vereinten Planeten herbeizuführen.

Sie soll den, als Sündenböcke für das Attentat verurteilten, Sternenflottenoffizieren Captain James T. Kirk und Chefarzt Dr. Leonard McCoy vom Raumschiff USS Enterprise-A zur Flucht aus dem klingonischen Straflager Rura Penthe zu verhelfen, um beide unauffällig beseitigen zu können und dafür selbst eine Begnadigung zu erhalten.

In ihrer Standardgestalt wurde die verräterische, vielgesichtige Komplizin vom somalischen Modell und Schauspielerin Iman Abdulmajid (*1955) dargestellt.

In ihrer Erscheinungsform als “Bestie“ wurde sie vom US-amerikanischen Stuntman Tom Morga (*1941) verkörpert, der unter anderen auch den Eishockeymasken-Killer Jason Voorhees im fünften Teil der Freitag der 13.-Reihe gespielt hatte.

Als “kleines Mädchen“ wurde sie von der damals zwölfjährigen Katie Jane Johnston (*1979) dargestellt und in der Gestalt von Captain Kirk wurde sie von William Shatner (*1931) verkörpert.

In all ihren Formen bis, auf ihre Kirk-Gestalt, wurde sie in der deutschen Übersetzung von Sabina Trooger (*1955) synchronisiert. Als Kirk-Doppelgänger wurde sie von Gert Günther Hoffmann (*1929; †1997) gesprochen.

Charakterbiographie

Martia im Straflager auf Rura Penthe.

Die weibliche Chamäleonid Martia verbüßt, wegen ihrer Schmuggleraktivitäten, eine lebenslange Freiheitsstrafe auf dem klingonischen Strafasteroiden Rura Penthe und fristet in dem unterirdischen Gulag zusammen mit zahlreichen anderen Häftlingen ihre Tage als Zwangsarbeiterin mit dem Abbau von Dilithiumkristallen. Eine Flucht wäre vollkommen aussichtslos, da jedes Lebewesen, sollte es irgendwie an den Wachen vorbeikommen, innerhalb kürzester Zeit an der Oberfläche erfrieren würde und zudem ein Energiefeld illegales Beamen unmöglich macht.

Martia umgarnt Kirk und McCoy.

Unverhofft bietet sich ihr jedoch die Chance auf Freiheit. Nachdem der klingonische Hohe Kanzler Gorkon Opfer eines Mordanschlages geworden war, bietet ihr der Drahtzieher des politischen Komplotts, der hochdekorierte General Chang, über seinen Mittelsmann, den Lagerkommandanten Koth, eine Begnadigung an, wenn sie sich bereit erklärt, in seinem perfiden Plan eine Schlüsselrolle zu übernehmen. Sie soll mithelfen, die, als Sündenböcke verhafteten und zu lebenslanger Zwangsarbeit auf Rura Penthe verurteilten, Sternenflottenoffiziere Captain Kirk und Dr. McCoy unauffällig aus dem Weg zu räumen.

Martia offeriert ihren Fluchtplan.

Sobald die beiden Unschuldigen in dem unwirtlichen Straflager eintreffen, bemüht sich Martia, das Vertrauen der beiden zu gewinnen und nimmt sie gewissermaßen unter ihre Fittiche. Sie behauptet, einen sicheren Fluchtweg entdeckt zu haben, es aber nicht wagen würde, alleine zu fliehen und ohne die Aussicht, von einem Raumschiff abgeholt zu werden.

Martia in “Bestiengestalt“.

Nachdem Kirk und McCoy eingewilligt haben, trifft sie die beiden am nächsten Morgen am vereinbarten Treffpunkt in Gestalt einer hünenhaften “Bestie“ mit dichtem Pelz und langen Klauen. Sie führt die beiden durch die Minenschächte bis in eine unbewachte Nische, wo sie ihr Erscheinungsbild in das eines jungen, menschlichen Mädchens wechselt und sie in einen, hinter einem Verschlag verborgenen Schacht lotst.

Martia führt Kirk und McCoy durch die Eislandschaft von Rura Penthe.

Zurück in ihrer “Bestien“-Form, führt sie Kirk und McCoy eine steile, vereiste Felswand empor, wo sie sie mit wärmenden Pelzen ausstattet und hinaus ins ewige Eis von Rura Penthe führt. In einem anstrengenden Gewaltmarsch gelingt es ihnen, aus dem Einflussbereich des Energiefeldes zu entkommen und eine windgeschützte Schlucht aufzusuchen.

Martia wurde durchschaut.

Im Licht und der Wärme einer Thermalfackel verpasst Kirk ihr unvermittelt einen Kinnhaken und erklärt, sie durchschaut zu haben – vor allem, da die Flucht zu reibungslos verlaufen ist und warme Kleidung und Fackeln wohl kaum zur Standardausrüstung von Gefangenen gehört. Martia gibt ihr Versteckspiel auf und gesteht, dass man ihr eine Begnadigung versprochen hat, wenn sie es einfädelt, dass Kirk und McCoy “auf der Flucht umkommen“, nachdem es zu verdächtig wäre, wenn beide bei tragischen Unfällen sterben würden.

Martia als Kirk-Doppelgänger.

Sie verwandelt sich in Kirk und schlägt den völlig überrumpelten Doktor k.o., ehe sie sich ein Handgemenge mit dem echten Raumschiffkapitän liefert. Mitten in die Auseinandersetzung platzen jedoch Kommandant Koth und seine bewaffneten Wachen, die ihnen die ganze Zeit über gefolgt waren.

Martia stirbt im Disruptorfeuer.

Der echte Kirk versucht Verwirrung zu stiften, indem er sich als Martia ausgibt und somit das klassische “Er ist der Echte! – Nein, ihn müssen Sie erschießen!“-Szenario entsteht. Koth ist es jedoch einerlei.

Mit seinem Disruptor eröffnet er das Feuer und vaporisiert Martia, da General Chang ohnehin ihren Tod befohlen hatte, um keinerlei Zeugen zu hinterlassen.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit

Martia, die geheimnisvolle Chamäleonid - Publicityfoto von Iman Abdulmajid, 1991.

In ihrer bevorzugten Gestalt ist Martia eine große, attraktive humanoide Frau mit dunkler Haut, einer Mischung aus Haaren und Federn auf dem Kopf, vollen sinnlichen Lippen, die sich manchmal zu einem raubtierhaften Grinsen teilen, und katzenhaften leuchtend-gelben Augen.
Gekleidet ist sie in einen anliegenden, langen Pelzmantel mit grau-schwarz getigerter Zeichnung. Zudem raucht sie meist eine Stummelzigarre, die sie entweder nonchalant zwischen den Fingern dreht, sie piratenhaft zwischen die Zähne klemmt oder frivol an ihre gespitzten Lippen führt.

Als “Bestie“ (im englischen Original “The Brute“) ist sie eine überdurchschnittlich große Kreatur mit grobschlächtigem Knochenbau, dichtem Ganzkörperfell, scharfen Zähnen und Krallen und dazu übergroße klauenbewehrte Plattfüße, sodass ihr Anblick stark an den legendären Sasquatch aus der nordamerikanischen irdischen Mythologie erinnert.

In ihrer Gestalt als “kleines Mädchen“ scheint sie ein etwa zwölfjähriges Kind mit strähnigem, blondem Haar und Schmutzflecken an Armen und Beinen zu sein.

Unabhängig von ihrer jeweiligen Gestalt behält sie jedoch stets ihre verräterischen gelben Augen und ihre eigene Stimme bei, obwohl sie sehr wohl in der Lage ist letztere ebenfalls zu verändern, wie man anhand ihres Kirk-Doppelgängers erkennen kann.

Martia ist eine überaus skrupellose Person, die vor allen Dingen an ihrem persönlichen Vorteil interessiert ist. Obwohl sie ebenfalls Gefangene auf Rura Penthe ist, macht sie nicht den Eindruck, als ob sie sich körperlich übermäßig abrackern müsste, was die Vermutung nahelegt, dass sie als Spitzel oder ähnliches für die Wachen fungiert und sich so einige Sonderprivilegien erschleichen konnte. Der Umstand, dass andere Häftlinge, die ihr in Größe und Körperkraft weit überlegen sind, sie respektieren bzw. regelrecht fürchten, erhärtet diesen Verdacht.

Als sich ihr die Chance auf Freiheit bietet, greift sie ohne zu zögern zu, auch wenn das den sicheren Tod zweier anderer Lebewesen bedeutet. Zudem setzt sie auch bereitwillig ihre weiblichen Reize ein, um sich Kirks Vertrauen zu erschleichen, was auch eine andere, ebenfalls wenig schmeichelhafte Vermutung bezüglich ihrer Extrabehandlung aufkommen lassen könnte.

Auftritte

Martia - Charakter-Illustration im Online-Videospiel "Star Trek: Timelines", 2016.

Film

  • 1991: Star Trek VI: Das unentdeckte Land (Star Trek VI: The Undiscovered Country) – Sechster Teil der klassischen Star Trek- Spielfilmreihe und zugleich letzter gemeinsamer Auftritt der Original-Besetzung; gedreht von Nicholas Meyer.

Literatur

  • 1991: Star Trek VI: The Undiscovered Country – Der Comic zum Film, geschrieben von Peter David und gezeichnet von Gordon Purcell, basierend auf dem Drehbuch von Nicholas Meyer und Denny Martin Flinn,; herausgegeben von DC Comics.
  • 1992: Star Trek VI: Das unentdeckte Land (Star Trek VI: The Undiscovered Country) – Der Roman zum Film, geschrieben von J. M. Dillard, basierend auf dem Drehbuch von Nicholas Meyer und Denny Martin Flinn; herausgegeben von Pocket Books/Simon & Schuster, New York City. Die deutsche Übersetzung von Andreas Brandhorst erschien 1993 im Wilhelm Heyne Verlag, München.

Videospiele

  • 2016: Star Trek Timelines – Entwickelt von Disruptor Beam und herausgegeben von Disruptor Beam & Tilting Point für Facebook Platform, IOS und Android.
    In dem Online-Strategie-Rollenspiel stellt man als Captain eines Raumschiffes eine Crew zusammen und kann dabei auf Figuren aus sämtlichen Star Trek-Epochen/-Zeitlinien/-Paralleluniversen zurückgreifen.
    Martia gehört zu den super-seltenen Vier-Sterne-Crewmitgliedern.
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