FANDOM


“Kakadus schmecken vielleicht noch feiner als Papageien.”

— Nenepapa ignoriert Ka's Behauptung, er sei ein Kakadu


Nenemama und Nenepapa sind die Gegenspieler im zweiten Kapitel des Kinderbuches "Der Löwe ist los" von Max Kruse.

Sie leben zusammen mit ihrer Tochter auf der Papageienfresserinsel. Der Name der Insel kommt daher, dass die beiden Eingeborenen gerne Papageien fangen und braten. Sie fangen den gestrandeten Kakadu Ka, im Glauben, er sei ein Papagei, um ihn zu fressen bzw. ihrer kranken Tochter zu verfüttern. Auch Ka's Freunde Kim, Pips, Schipp und Zie, die ihn retten wollen, werden später ihre Gefangenen und sollen gefressen werden.

Geschichte

Als der Kakadu Ka in einer Kiste an der Leuchtturminsel angespült wird, wird er von den dort lebenden Kindern Kim und Pips sowie dem Kater Schipp und der Ziege Zie aufgenommen. Der Leuchtturmwärter Guckaus, der der Onkel der Geschwister ist, erklärt ihnen, welches Glück Ka hatte, nicht auf einer nahe gelegenden Insel gelandet zu sein, deren Einwohner am liebsten Papageien essen. Als Ka später demonstrieren will, wie er in die Kiste kam, wird er von der Strömung erfasst und treibt wieder davon.

Auf diese Weise landet Ka am Strand der Papageienfresserinsel, wo er von den Eingeborenen Nenemama und Nenepapa gefangen genommen wird, da sie ihn für einen Papagei halten und ihn an ihre kranke Tochter Nenekiki verfüttern wollen. Ka protestiert; er sei ein Kakadu, doch Nenemama und Nenepapa glauben, dass Kakadus vielleicht noch besser schmecken würden. Dass Nenekiki Ka gar nicht essen will, wird von ihren Eltern ignoriert, da sie meinen, ihn in diesem Fall selbst zu fressen. Erst als Ka sich als Arzt ausgibt, geben ihm Nenemama und Nenepapa eine Chance. Da er aber kein echter Arzt ist und den Zustand von Nenekiki noch verschlimmert, werden Nenemama und Nenepapa wütend auf ihn und wollen ihn doch braten. Unbemerkt von Nenemama und Nenepapa wird Ka von seinen Freunden, die auf der Suche nach ihm zusammen mit dem titelgebenden Löwen auf der Insel gelandet sind, mit der Möwe Mö vertauscht. Diese wird nun von den Papageienfressern für Ka gehalten und in einen Käfig gesperrt, während Nenemama und Nenepapa Zutaten sammeln.

Auf der Suche nach Früchten bemerken Nenemama und Nenepapa die Boote von Kim, Pips, Schipp, Zie und Löwe. Sie beschließen, sie zu versenken und die Fremden einzusperren, damit sie für sie arbeiten. Als Kim, Schipp und Zie an den Strand kommen, treffen sie auf Nenemama und Nenepapa, die ihr Segel gestohlen haben und die Freunde gefangen nehmen wollen. Ka weckt Löwe, der vorher Schlaftabletten genommen hat im Glauben, sie seien gegen Schlaf, auf, und erzählt ihm vom Plan der Eingeborenen, Kim, Pips, Schipp und Zie zu fressen. Als Löwe hört, dass Nenemama und Nenepapa Pips fressen wollen, stürzt er sich auf sie. Da Pips tatsächlich nicht da ist, glaubt Löwe, sie sei schon gefressen worden und frisst beinahe Nenemama und Nenepapa, als Pips, die heimlich bei der Hütte der Papageienfresser geblieben ist, um Nenekiki Tabletten zu geben, mit dieser an den Strand kommt. Nenemama und Nenepapa versprechen ihrer Tochter, keine Papageien mehr zu fressen und ihre Insel zur Papageienpflegerinsel umzubenennen. Ka bleibt auf der Insel als ihr erster Patient.

In anderen Medien

TV-Serie

Nenemama Nenepapa TV

Nenemama und Nenepapa in der TV-Adaption von Der Löwe ist los der Augsburger Puppenkiste

Nenemama und Nenepapa kommen auch in der TV-Adaption der Augsburger Puppenkiste vor, allerdings mit leichten Unterschieden: sie haben nämlich hier noch zusätzlich eine weitere Figur aus dem Buch, den jungen Afrikaner Totokatapi, entführt, um ihn mit ihrer Tochter zu verheiraten. Seine Freilassung ist eines der Versprechen, die sie ihrer Tochter am Ende der Folge geben. Auch sind sie weniger ehrenvoll als im Buch da sie zwar Ka das Versprechen geben, ihn freizulassen, wenn er Nenekiki gesund macht, ihn aber trotzdem fressen wollen.

CD

In der Hörspiel-Adaption, die sich im Gegensatz zur Fernsehserie nicht so strikt an dem Buch orientiert, gibt es auch einige Unterschiede: Ka gibt gar nicht vor, Arzt zu sein, also wird ihm auch gar nicht die Freiheit versprochen. Anstatt in einer Hütte im Urwald wohnen sie in einem Baumhaus. Der größte Unterschied ist ihre Hautfarbe: Im Gegensatz zum Buch und zur Fernsehserie haben Nenemama und Nenepapa keine dunkle, sondern grüne Haut, vermutlich als Reaktion auf die Kritik gegenüber dem Buch, dass die Darstellung der Papageienfresser rassistisch sei. Ein weiterer Unterschied ist, dass hier der Name Papageienpflegerinsel gar nicht erst von den Eingeborenen erfunden wurde: Im Hörspiel war das der ursprüngliche Name der Insel, bis ein unbekannter Scherzbold den Namen auf dem Schild am Strand auf Papageienfresserinsel geändert hat, was Nenemama und Nenepapa erst am Schluß erfahren.

Persönlichkeit

Nenemama und Nenepapa sind als Eltern sehr um ihre Tochter besorgt und wollen Ka für sie zubereiten, da sie meinen, dass es ihr dann besser gehen würde. Auf der anderen Seite wiederum ignorieren sie völlig, dass sie Ka gar nicht essen will. Sie beschließen stattdessen, Ka für sich selbst zu braten. Als Nenekiki geheilt ist, sind ihre Eltern so froh, dass ihr versprechen, nie mehr Papageien zu fressen.

Ka wiederum wird von ihnen wie ein Stück Fleisch behandelt. Seine ständigen Protestrufe, er sei ein Kakadu, kontern sie mit dem Argument, dass Kakadus vermutlich noch besser seien. Als Ka behauptet, ein Arzt zu sein, gehen sie mit ihm etwas respektvoller um und geben ihm die Chance auf Freiheit. Diese verspielt Ka aber mit seinen Anordnungen, da die beiden Eltern nun doch beschließen, ihn zu braten.

Die Papageienfresser mögen keine Fremden auf ihrer Insel und sind auch nicht sehr gastfreundlich zu ihnen. Als sie die fremden Boote sehen, behauptet Nenepapa, dass fremde Leute nichts Gutes bedeuten würden. Ohne überhaupt die Absicht der Fremden zu kennen, beschließen die Eingeborenen, sie als Sklaven einzusperren. In der TV-Serie wird erwähnt, dass sie den jungen Totokatapi gefangen haben, der auf ihre Insel gekommen ist, um ihn mit ihrer Tochter zu verheiraten.

Es wird angedeutet, dass Nenemama und Nenepapa Kannibalen sind: Als sie Kim und den Tieren erklären, dass sie die Tiere schlachten und Kim für sich arbeiten lassen wollen, weckt Ka Löwe mit dem Argument, dass Nenemama und Nenepapa Kim und Pips fressen wollen. Löwe glaubt fälschlicherweise, dass Pips schon gefressen wurde. Die Behauptung der Eingeborenen, keine Pips gefressen zu haben, ignoriert er. Auch wenn es sich als Irrtum herausstellt, ist es nicht ausgeschlossen bzw. nicht widerlegt, dass sie Pips gefressen hätten, zumindest hatten sie kein Wort darüber verloren, was sie mit ihr gemacht hätten, wäre sie da gewesen.

Zitate

“Nenepapa: Wie sollen wir denn den Papagei anrichten? Mit Speck gespickt, in Trüffelsoße, mit frischen Kräutern garniert? Rezept 185?
Nenemama: Nein, ich schlage Rezept 92 vor: Am Spieß knusprig geröstet, zwei Stunden gedreht, mit Ananas gefüllt, mit Kokosmilch übergoßen, dazu feinen Bananensalat.”

— Nenemama und Nenepapa diskutieren das Rezept für Ka

“Diese fette weiße Ziege werden wir schlachten. Und aus der gelben Katze werde ich mir einen schönen Pelzkragen machen. Und der kleine Junge muss mein Holz hacken.”

— Nenemama erklärt ihren Gefangenen, wie sie und Nenepapa sie fressen wollen


Wissenswertes

  • Da Nenemama und Nenepapa wie stereotypische Kannibalen aussehen, wurden sowohl das Buch (besonders die neue, eingefärbte Auflage), sowie die TV-Verfilmung von einigen Leuten als rassistisch bezeichnet.
    • Allerdings muss man sagen, dass die Neuauflage des Buches überarbeitet wurde: Jeglicher Hinweis im Text, dass die Papageienfresser schwarz sind, wurde entfernt, sowie das in der ursprünglichen Auflage oft vorhandenene Wort "Neger".
      • Die CD änderte vermutlich aus diesem Grund die Hautfarbe der Papageienfresser auf grün.

Gallerie

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.