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Peter Creedy ist ein Antagonist im dystopischen Kult-Comic V wie Vendetta (engl. V for Vendetta) von Alan Moore und David Lloyd aus dem Jahr 1982, sowie der aktiv agierende zweite Hauptantagonist der gleichnamigen Filmadaption von James McTeigue aus dem Jahr 2005.

Dargestellt wurde der skrupellose, faschistische Politiker und Chef einer Gestapo-ähnlichen Geheimpolizei vom britischen Schauspieler Tim Pigott-Smith (*1946, †2017).

In der deutschen Übersetzung wurde er von Christian Rode (*1936, †2018) synchronisiert.

Charakterbiographie

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Creedy erstattet Großkanzler Sutler Bericht.

Creedy ist einer der engsten Wegbegleiter auf Großkanzler Sutlers Weg nach oben und war der Hauptarchitekt der “Saint Mary’s Krise“, da es seine Idee war, den, mit Hilfe von Lewis Protheros pharmakologischen Ressourcen im Labor gezüchteten, Supervirus nicht auf eine verfeindete Nation, sondern auf die landeseigene Zivilbevölkerung loszulassen. Der als vollkommen skrupellos und eiskalt geltende Mann, der sogar von seinen eigenen Untergebenen heimlich “Creepy Creedy“ genannt wird, ist als Parteichef von Nordfeuer und Leiter des “Fingers“ Großkanzler Sutlers rechte Hand.

In seiner menschenverachtenden Härte steht er dem Kanzler in nichts nach, hat im Gegensatz zu diesem jedoch keinerlei Bedenken, sich auch selbst die Finger schmutzig zu machen und ist in der Zeit der “Restauration“ verantwortlich für die Verhaftung und Deportation zahlloser “politisch und/oder gesellschaftlich Unerwünschter“.
Bei der Festnahme des TV-Entertainers Gordon Deitrich, der in seinem Übermut Adam Sutler in einem Sketch veralbert hat, bereitet es Creedy sichtlich sadistisches Vergnügen, den Moderator mit einer Stahlrute zu verprügeln, ehe seine Leute ihn mit einem schwarzen Sack über dem Kopf abführen.

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Creedy genießt es, Gordon Deitrich zu misshandeln.

Die Aktivitäten V’s hingegen vertiefen aber die Kluft, die sich zwischen ihm und Sutler aufgetan hat, um ein vielfaches. Der Großkanzler, der es in seiner Hybris inzwischen für unter seiner Würde erachtet, sich persönlich mit seinen Beratern abzugeben, macht Creedy persönlich verantwortlich für die empfindlichen Störungen der öffentlichen Ordnung und droht, ihn zu entlassen, sollte er den maskierten Unruhestifter nicht dingfest machen.
Peter Creedy hat jedoch eigene Pläne und gedenkt, eines schon sehr nahen Tages aus Sutlers Schatten zu treten und selbst das Amt des Großkanzlers zu übernehmen. Dazu hat er bereits vor einiger Zeit getreue Leute in die Leibwache Sutlers eingeschleust, die nur auf den Befehl zum Zuschlagen warten.

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Creedy lässt sich ein einen Deal mit V ein.

Creedy ist sogar bereit, sich zum Schein mit V zu verbünden, als dieser an ihn herantritt. Nachdem Sutler wegen seines wiederholten Versagens seinen Rücktritt fordert, sieht er seine Stunde gekommen. Auf seinen Befehl hin, nehmen seine Agenten Adam Sutler gefangen und schleifen ihn unzeremoniell zum Treffen mit V. Ohne mit der Wimper zu zucken und mit einem Ausdruck puren Ekels und blanker Verachtung knallt Creedy den vor Angst wimmernden und schluchzenden Sutler ab.
Anschließend versucht er, zusammen mit seinen Männern, V zu erschießen, dem die Kugeln aber nichts anzuhaben scheinen und der in Nullkommanichts alle mit seinen scharfen Messern getötet hat.

Zuletzt stirbt der sonst furchtlose Peter Creedy, nunmehr doch mit einem Anflug von Angst, durch V’s Hände, der ihm das Genick bricht.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit

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Creedy stirbt in V’s stählernem Griff.

Peter Creedy ist ein großer Mann Ende fünfzig, von durchschnittlicher Statur mit dünn werdendem ergrautem Haar und harten, ungewöhnlich dunkelblauen Augen mit stechendem Blick.
Er trägt stets tadellos sitzende Anzüge, doch kann seine stilsichere, weltmännische Fassade nicht darüber hinwegtäuschen, dass er trotz allem nur ein brutaler, sadistischer Schläger ist, der zu Macht und Einfluss gekommen ist.

Wenn er nicht gerade andere einschüchtert oder ihnen Schmerzen zufügt, was ihm offenkundig sadistisches Vergnügen bereitet, verfügt er über eine fast schon soziopathische Gefühlskälte und hat bestenfalls Gleichgültigkeit bis hin zu unverhohlener Verachtung für seine Mitmenschen übrig. Alles, was ihn interessiert ist die Mehrung seines Einflusses, um eines Tages den Großkanzler vom Thron stoßen zu können, um selbst zu herrschen.
Das einzige, wofür er etwas wie Zuneigung zu empfinden scheint, ist die blühende Orchideensammlung in seinem Gewächshaus, die er hingebungsvoll pflegt, wobei auch diese Pflege, begleitet von klassischer Musik, mehr von kühler Akkuratesse als von wirklicher Leidenschaft zeugt.

Creedy in der Comicvorlage

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Peter Creedy in der Graphic-Novel V wie Vendetta.

Im Comic V wie Vendetta ist Peter Creedy der Nachfolger von Derek “Bittermandel“ Almond, des von V getöteten Chefs des “Fingers“. Entgegen der Filmadaption ist er in der Originalstory weniger grausamer Sadist mit soziopathischen Zügen, sondern mehr ein opportunistischer Mitläufer und Speichellecker, der die Gunst der Stunde nutzt, um auf der Partei-Leiter nach oben zu klettern.
Nach der Ermordung des Führers übernimmt er als Interims-Regierungschef die Herrschaft, nur um kurz darauf von einem seiner eigens angeheuerten Schläger mit einem Rasiermesser umgebracht zu werden.

Sonstiges

  • Peter Creedys Film-Charakterisierung, seine Skrupellosigkeit und seine Bereitschaft zum eigenen Vorteil gegen den Kanzler vorzugehen, spielt auf Heinrich Himmler an, der während der dunklen Jahre der nationalsozialistischen Diktatur der zweitmächtigste Mann nach Hitler war.

Galerie

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