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Sir Thomas Spivey & William Slade, gemeinsam agierend als Jack the Ripper, sind die aktiv handelnden Hauptantagonisten des mit Thrillerelementen angereicherten Kriminalfilms Mord an der Themse (engl. Original Murder by Decree) von Bob Clark aus dem Jahr 1979. Die britisch-kanadische Koproduktion lässt den fiktiven Meisterdetektiv Sherlock Holmes und den realen Serienmörder, der unter dem Pseudonym Jack the Ripper in die Kriminalgeschichte eingegangen ist, aufeinandertreffen.

Das mörderische Duo ist bestrebt, im Namen der Freimaurer eine Indiskretion des britischen Königshauses zu vertuschen, die die Monarchie in ihren Grundfesten erschüttern und das gesamte Empire in sich zusammenbrechen lassen könnte. Um die Gefahr für die königliche Familie zu tilgen, gehen die Beiden buchstäblich über Leichen, wobei der angesehene Mediziner und königliche Leibarzt Spivey seine Opfer mit chirurgischer Präzision ausweidet und der Kutscher Slade als sein Leibwächter und treibende Kraft agiert.

Ihr blutiges Treiben, welches den berüchtigten Ripper dank der Londoner Klatschpresse zur makaberen Legende werden lässt, ruft schließlich den nicht minder legendären Privatermittler aus der Baker Street 221b auf den Plan, um den brutalen Frauenmördern ein für allemal das Handwerk zu legen.

Verkörpert wurde Sir Thomas Spivey wurde vom britischen Hintergrunddarsteller Roy Lansford (*1928, †2009) und in der deutschen Synchronfassung von Friedrich Georg Beckhaus (*1927) gesprochen.

Sein mörderischer Kompagnon William Slade wurde vom britischen Schauspieler Peter Jonfield (*1946) dargestellt.

Biographie[]

Vorgeschichte[]

Sir Thomas Spivey und William Slade durchkämmen das Elendsviertel Whitechapel nach ihren Opfern.

Sir Thomas Spivey und William Slade durchkämmen das Elendsviertel Whitechapel nach ihren Opfern.

Als sich Prinz Albert Victor, der Enkel und mögliche Thronerbe Ihrer Majestät Königin Victorias, auf eine Liebschaft mit der Bürgerlichen Annie Crook einlässt und diese zum Schein auch noch in einer katholischen Zeremonie ehelicht, befürchten die einflussreichen Mitglieder des Freimaurerordens Premierminister Salisbury, Innenminister Matthews und Polizeichef Warren einen weitreichenden Skandal. Die Situation spitzt sich noch weiter zu nachdem sich herausstellt, dass Prinz Albert gemeinsam mit Annie ein Kind gezeugt hat, welches infolge der Heirat tatsächlich einen legitimen Anspruch auf den Thron des Britischen Empires hätte.

Sir Thomas fällt im Schutz der Dunkelheit über sein zweites Opfer Annie Chapman her...

Sir Thomas fällt im Schutz der Dunkelheit über sein zweites Opfer Annie Chapman her...

Um zu verhindern, dass irgendetwas über diese Indiskretion an die Öffentlichkeit dringt, beauftragen die Drei ihren fanatisch-ergebenen Ordensbruder William Slade mit der Vertuschung dieser für sie unerfreulichen Angelegenheit. Nachdem der umtriebige Prinz recht bald das Interesse an Annie verloren hatte und sich mittlerweile nach anderen hübschen jungen Frauen umsieht, wird der renommierte Arzt Sir Thomas Spivey, seines Zeichens ebenfalls loyaler Freimaurer, von Slade im Namen der drei Verschwörer angewiesen, die junge Frau in seiner Klinik für Nerven- und Geisteskranke wegzuschließen.

... während Slade das anschließende blutige Gemetzel überwacht.

... während Slade das anschließende blutige Gemetzel überwacht.

Slade soll zudem das Kind finden und beseitigen, in dem die mächtigen Männer eine ungeheuerliche Bedrohung für die englische Monarchie sehen. Gemeinsam mit Spivey verhört er Annie Crook und setzt sie so lange unter Druck bis sie einen kompletten psychischen Zusammenbruch erleidet, zuvor jedoch verrät, dass sie ihr kleines Töchterchen in die Obhut ihrer Freundin, der fünfundzwanzigjährigen Prostituierten Mary Jane Kelly vom Londoner East End gegeben hat, um es dem Zugriff der mächtigen Ordensmänner zu entziehen. Diese hat das Mädchen ihrerseits an einem sicheren Ort versteckt und sich in ihrer Angst ihren Freundinnen Mary Ann, Annie,Elizabeth und Catherine anvertraut, ehe sie selbst untertaucht.

Die Ripper-Morde[]

Sir Thomas läuft tagsüber als respektierter Arzt unerkannt durch Londons Straßen...

Sir Thomas läuft tagsüber als respektierter Arzt unerkannt durch Londons Straßen...

Sir Thomas Spivey, Spivey, der weiterhin im Glauben gelassen wird, sich auf einer Geheimmission von absoluter Wichtigkeit zu befinden, die von allerhöchster Stelle legitimiert ist, vollkommen gleichgültig welche martialischen Handlungen vonnöten sein mögen, bleibt weiterhin an Slades Seite während sie das von Armut und Kriminalität überwucherte Elendsviertel Whitechapel nach Mary Kelly und dem Kind durchkämmen. Um an Informationen über ihren Aufenthaltsort zu gelangen, machen sie zunächst Kellys Freundinnen ausfindig, welche ebenfalls als Prostituierte arbeiten und ihrem Gewerbe vor allem nachgehen um ihre Alkoholsucht zu finanzieren oder weil sie die Armut schlicht dazu zwingt, ihre Körper auf der Straße feilzubieten. Das Vertrauen der glücklosen Frauen erschleichen sie sich, indem sie ihnen Weintrauben als Geschenk anbieten – in jener Gegend eine schier unbezahlbare Köstlichkeit – weswegen die meisten von ihnen nicht lange zögern, ehe sie in die schwarze Kutsche steigen.

... um Nachts als frauenmordender "Jack the Ripper" sein blutiges Werk zu verrichten.

... um Nachts als frauenmordender "Jack the Ripper" sein blutiges Werk zu verrichten.

Nachdem sie alle verwertbaren Informationen erhalten haben, ermordet Spivey auf Slades drängen hin, die Prostituierten auf brutalste Weise und verstümmelt ihre Körper nach archaischen Überlieferungen aus der Mythologie der Freimaurer. So hat er der dreiundvierzigjährigen Mary Ann Nichols die Kehle durchgeschnitten und ihren Unterleib aufgeschlitzt, um ihre Innereien freizulegen und auch der siebenundvierzig Jahre alten Annie Chapman, welche sie etwa eine Woche später in ihre Gewalt bekommen haben, hat er die Kehle durchtrennt und die Bauchdecke geöffnet, um sie regelrecht auszuweiden und ihr ihre eigenen Gedärme über die Schulter zu legen. Ihre Gebärmutter haben die beiden als Trophäe mitgenommen.

Spivey verstümmelt den Unterleib seines vierten Opfers Catherine Eddowes.

Spivey verstümmelt den Unterleib seines vierten Opfers Catherine Eddowes.

Die unerhörte mediale Aufmerksamkeit, die ihre Taten auf sich ziehen, zwingen Spivey und Slade, sich die nächsten drei Wochen unterzutauchen und abzuwarten. Am letzten Septembertag nehmen sie ihre Jagd wieder auf und finden in der vierundvierzigjährigen Elizabeth Stride ihr nächstes Opfer. Bevor sie aber mit den Verstümmelungen des Leichnams beginnen können, werden sie bei von jemandem gestört und müssen die Tote mit “lediglich“ aufgeschlitzter Gurgel zurücklassen. Jene blutige Nacht sollte als das “Doppelereignis“ (engl. Original “Double-Event“) in trauriger Erinnerung bleiben, denn nichtmal eine Stunde später fällt ihnen die sechsundvierzig Jahre alte Catherine Eddowes zum Opfer, der Spivey nicht nur die Kehle durchschneidet und sie ausweidet, um auch ihr das Gedärm um die rechte Schulter zu legen. Zudem hat er ihr Gesicht regelrecht zerfetzt und wiederum ein Stück der Gebärmutter und eine Niere mitgenommen.

Sherlock Holmes' Ermittlungen[]

Slade eliminiert weitere unliebsame Zeugen.

Slade eliminiert weitere unliebsame Zeugen.

Das zunehmend brutale und scheinbar immer irrationalere Vorgehen von Spivey und Slade – insbesondere, dass sie beginnen, der Presse Briefe zuzuspielen, in denen sie sich über die ermittelnden Beamten unter der Leitung der Scotland Yard Inspektoren Lestrade und Foxborough Briefe lustig machen und mit dem Pseudonym Jack the Ripper unterzeichnen, erweckt die Besorgnis und den Unmut der Hintermänner dieser Tragödie, die sich eine diskrete Vertuschungsaktion im Verborgenen erwartet hatten anstatt jenes makaberen Grand Guignol-artigen Spektakels mitten unter den Augen der Öffentlichkeit und der sensationslüsternen Zeitungen, die jedes grausame Detail genüsslich in ihren Sonderausgaben ausschlachten.

Slade und Spivey haben Mary Kellys Versteck ausfindig gemacht...

Slade und Spivey haben Mary Kellys Versteck ausfindig gemacht...

Zu allem Überfluss beginnt der für seinen scharfen Verstand berühmte Privatdetektiv Sherlock Holmes zusammen mit seinem langjährigen treuen Kameraden Dr. John Watson in dem sogenannten “Ripper-Fall“ zu ermitteln, nachdem er vom Vorsitzenden eines Bürgerschutzkomitees aufgesucht worden war. Am Tatort des vierten “Ripper-Mordes“ findet sich zudem ein mit Kreide an die Wand geschriebenes Graffiti mit den Worten “The Juwes are the men that will not be blamed for nothing“. Obwohl der ebenfalls anwesende Sir Charles Warren die sofortige Entfernung der Botschaft mit der Begründung, sie könne Anlass zu antisemitischen Ausschreitungen geben, anordnet, kann Holmes in dem Text eine gänzlich andere Bedeutung erkennen.

... und suchen sie in derselben Nacht heim, um sie bei lebendigem Leibe zu vivisezieren.

... und suchen sie in derselben Nacht heim, um sie bei lebendigem Leibe zu vivisezieren.

Juwes“ bezieht sich nicht etwa auf Juden, sondern ist ein Hinweis auf Jubela, Jubelo und Jubelum, den Mördern von Hiram Abif, den Gründervater der Freimaurer, die der Überlieferung nach für ihr Verbrechen auf dieselbe Weise gerichtet wurden, in der der Ripper seine Opfer abzuschlachten pflegt. Obwohl Spivey und Slade dem legendären Detektiv in ihrem Leichtsinn einen direkten Fingerzeig auf eine Beteiligung der Freimaurer geliefert haben, werden sie vom ganz und gar nicht erfreuten Polizeichef Warren gedeckt, der in der Pflicht steht, seine Mitbrüder trotz allem zu schützen und außerdem zunehmend nervös wird, ob der geheimen Handzeichen und Gesten seines Ordens, die Holmes offenbar kennt.

Ende der Mordserie[]

Spivey und Slade werden von Sherlock Holmes und Dr. Watson auf frischer Tat ertappt.

Spivey und Slade werden von Sherlock Holmes und Dr. Watson auf frischer Tat ertappt.

Anstatt ihre Suche in den schmutzigen Gassen und dunklen Winkeln Whitechapels fortzusetzen, beschließt Slade stattdessen Sherlock Holmes die Arbeit zu überlassen und heften sich an seine Fersen. Seine akribischen Recherchen führen ihn zunächst in Sir Thomas Spiveys Klinik zu Annie Crook, die sich kurz nach seinem Besuch das Leben nimmt, und weiter zum königlichen Wahrsager Robert Lees, der de-facto unter polizeilichen Hausarrest gestellt wurde nachdem er behauptet hatte, er habe Jack the Ripper in seinen Visionen gesehen und in der Person des Sir Thomas Spivey leibhaftig auf den Straßen Londons wiedererkannt.

Während Slade flieht, lässt Spivey sich widerstandslos überwältigen...

Während Slade flieht, lässt Spivey sich widerstandslos überwältigen...

Nachdem es Holmes schlussendlich gelungen ist, Mary Kelly aufzuspüren, ist für Slade und Spivey die Stunde zu Handeln gekommen. In der Nacht zum 9. November 1888 dringen sie in ihren Unterschlupf, ein kleines möbliertes Zimmer in Miller's Court Nr. 13 an der Dorset Street ein und beginnen, sie auf das Grausamste zu foltern, um von ihr den Aufenthaltsort des Kindes in Erfahrung zu bringen. Spivey, der dabei sein abartiges Meisterwerk vollbringt, unterzieht sie einer regelrechten Vivisektion. Obwohl sie der bedauernswerten Frau in einer Stundenlangen qualvollen Prozedur buchstäblich bei lebendigem Leibe das Fleisch vom Körper schneiden, schweigt sie weiterhin um das kleine Mädchen zu beschützen.

... und Holmes erkennt, dass er über seine Taten vollkommen den Verstand verloren hat.

... und Holmes erkennt, dass er über seine Taten vollkommen den Verstand verloren hat.

Auf dem blutigen Höhepunkt des Massakers, als von Mary Kelly kaum noch etwas übrig ist, das sie als menschliches Wesen identifizieren würde, stürmen Holmes und Watson in den Raum und erstarren sofort angesichts der brutalen Szene, die sich ihnen offenbart. Den Augenblick der Schockstarre für sich nutzend, schleudert Slade dem Detektiv eine Handvoll glühender Kohlen entgegen und rammt seinem ältlichen Kameraden einen glühenden Schürhaken in die Schulter, ehe er seinen völlig apathisch vor sich hin starrenden Mittäter packt, um mit ihm das Weite zu suchen. Draußen ist Slade allerdings gezwungen, Spivey in ihrer Kutsche zurückzulassen und zu Fuß zu fliehen. Auch als Holmes ihn aus dem Gefährt zerrt, bleibt der über und über mit Blut besudelte Arzt völlig teilnahmslos mit leerem, ausdruckslosem Blick. Er hat über seine eigenen widerwärtigen Taten den Verstand verloren.

Slade lauert Holmes an einer Werft am Themse-Ufer auf...

Slade lauert Holmes an einer Werft am Themse-Ufer auf...

Slade hingegen schafft es bis an ein Dock am Ufer der Themse, wo er schließlich von Holmes gestellt wird und ein erbitterter Kampf zwischen den Beiden entbrennt. Zunächst greift er den Detektiv mit seiner, in seinem Spazierstock verborgenen Klinge an und bedient sich nach seiner Entwaffnung einer eisernen Kette, mit der er nach ihm schlägt. Anfänglich behält Slade, angestachelt durch schiere Mordlust die Oberhand, wird jedoch von dem findigen Privatdetektiv nach und nach in die Defensive gedrängt. Letztendlich strauchelt Slade und verheddert sich in ein aufgehängtes Fischernetz, dass Holmes mittels einer Seilwinde in die Lüfte hochzieht. Wie ein gefangenes wildes Tier zappelt und windet sich Slade in dem grobmaschigen Netz bis er sich derart unglücklich darin verheddert, dass er sich selbst stranguliert.

Politik des Schweigens[]

... und liefert sich einen erbitterten Kampf mit dem Meisterdetektiv...

... und liefert sich einen erbitterten Kampf mit dem Meisterdetektiv...

Mit dem bestialischen Mord an Mary Kelly, dem Erstickungstod von William Slade und der Einlieferung des hoffnungslos geisteskranken Sir Thomas Spiveys in eine Irrenanstalt, endet das blutige Treiben von Jack the Ripper. Nichtsdestotrotz konfrontiert Sherlock Holmes die Architekten jener Tragödie, den Premierminister, den Innenminister und den Polizeichef, direkt mit ihrer Schuld obgleich er weiß, dass er sie niemals öffentlich zur Verantwortung ziehen könnte ohne einen Skandal auszulösen, der das Britische Empire zusammenbrechen lassen würde.

... ehe er sich in einem Fischernetz verheddert und in den Schlingen selbst stranguliert.

... ehe er sich in einem Fischernetz verheddert und in den Schlingen selbst stranguliert.

Da die ausführenden Täter bereits bestraft oder tot sind, schwört Holmes, sein Wissen um die Beteiligung der mächtigen Männer und ihrer Freimaurer-Loge für sich zu behalten, wenn sie ihm im Gegenzug garantieren, dass dem unschuldigen Kind, das nichts von seiner Herkunft ahnt oder welche Bedeutung es für die Monarchie haben könnte, kein Haar gekrümmt werden wird. Der Premierminister gibt zu, dass sie trotz allem nicht in Erfahrung bringen konnten, wo sich das Mädchen aufhält und erklärt sich bereit, Holmes' Forderung nachzukommen solange die Angelegenheit keine weitere Erwähnung findet.

Für die Öffentlichkeit bleibt die wahre Identität von Jack the Ripper ein Mysterium und der Kriminalfall wird als “ungelöst“ zu den Akten gelegt.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit[]

Sir Thomas Spivey - über die von ihm verübten Gräueltaten wahnsinnig geworden.

Sir Thomas Spivey - über die von ihm verübten Gräueltaten wahnsinnig geworden.

Sir Thomas Spivey ist ein etwas stämmiger älterer Mann von durchschnittlicher Größe mit einer Halbglatze und einem graumelierten dunklen Haarekranz, die in einen Backenbart münden. Er hat ein im Grunde beinahe sanftmütig wirkendes feingeschnittenes, unauffälliges Gesicht mit schmaler spitzer Nase und einen kleinen Mund mit vollen rosigen Lippen. Während seiner Taten sind die Pupillen seiner an sich graublauen Augen derart geweitet, dass sie auf monströse Weise gänzlich schwarz erscheinen.

Gekleidet ist er in elegante, teure Herrenmode im Stil des späten 19. Jahrhunderts wie z.B. einen schwarzen Gehrock mit dazu passender Weste, einem dunklen Plastron, das von einer Anstecknadel gehalten wird, einem weißen Hemd mit Stehkragen und dunkelgrauen Hosen. Als er vom königlichen Wahrsager auf der Straße erkannt wird, trägt er über seiner Kleidung einen schwarzen Mantel mit breitem Pelzkragen, Zylinder und Handschuhe. Auf seinen nächtlichen Ausflügen durch die nebelverhangenen Londoner Gassen trägt er einen langen schwarzen Mantel und hat eine kleine Arzttasche aus Leder bei sich, in der sich sein Messer, sowie weitere chirurgische Instrumente befinden.

Als kultivierter Mann von Welt lebt er in einem luxuriösen Haus im Herzen Londons und weiß die feineren Dinge des Lebens zu schätzen. Zu den Annehmlichkeiten, die er sich leistet, gehört auch eine bestimmte Sorte von kostspieligen exotischen Weintrauben, welche eigens für eine Handvoll Feinschmecker in die Hauptstadt des Britischen Empires importiert werden. Mit denselben Weintrauben ködert er seine Opfer und hinterlässt anhand derer Stile unwissentlich eine Spur für Sherlock Holmes.

William Slade - erfüllt von blutiger Mordlust und fehlgeleitetem fanatischem Eifer.

William Slade - erfüllt von blutiger Mordlust und fehlgeleitetem fanatischem Eifer.

William Slade ist ein großer hagerer Mann in seinen späten Vierzigern oder frühen Fünfzigern mit schütterem braunem Haar und einem schmalen grimmigen Gesicht. Wie bereits bei seinem Kompagnon sind seine Augen während der Morde zu völliger Schwärze geweitet, wobei sich bei ihm eine Art rötlicher Korona um die Schwärze der Pupillen abzeichnet, was ihm einen durch und durch diabolischen Blick verleiht.

Auch er trägt einen gut sitzenden dunklen Anzug nach der Mode des Viktorianischen Zeitalters und dazu ein weites schwarzes Cape und schwarze Handschuhe. Zudem führt er stets einen extravaganten Spazierstock mit sich, dessen gebogener Knauf wie ein Teufelskopf geformt ist, dessen Augen mit zwei kleinen roten Rubinen besetzt sind. In dem Stock verbirgt sich eine lange, schmale Klinge, mit der er mörderisch umzugehen versteht.

Angetrieben werden sie beide vor allem von Furcht und Zorn. Angst vor den möglichen Konsequenzen, welche diese an sich unbedeutende Liaison des Kronprinzen für die Zukunft der Monarchie haben könnte und Wut auf jene, die in ihren Augen das Britische Empire “verraten“ bzw. “in Gefahr“ gebracht haben. Zu all dem scheint sich ein eklatanter Frauenhass im Allgemeinen und auf Prostituierte insbesondere hinzuzugesellen, der wohl vor allem Slade als treibender Kraft des “Jack the Ripper-Duos“ zuzuschreiben ist.
Inwieweit Spivey von Misogynie getrieben wird, ist unbekannt. Doch zögert er keinen Augenblick, mit seinem Messer unschuldigen Frauen die grausamsten Dinge anzutun, nachdem man ihm eingeschärft hat, er würde im Dienst einer “guten Sache“ handeln und hätte die Sanktionierung von höchster Stelle, möglicherweise sogar vom Königshaus selbst.

Die bis zu völliger Schwärze erweiterten Pupillen legen die Vermutung nahe, dass die beiden Männer vor ihren Taten bewusstseinsverändernde Substanzen wie Tollkirsche, Fliegenpilz, Kokain oder andere Rauschmittel konsumiert haben, um ihre Hemmschwelle noch weiter herabzusenken.
Ihr Tötungstrieb, in den sie sich zu einer regelrechten Folie à deux hineinsteigern, würde zu dieser Vermutung passen, zumal dieser offenbar auch vor kannibalischen Handlungen keinen Halt macht, da sie bei mehreren Gelegenheiten innere Organe ihrer Opfer von den Tatorten mitnehmen und auch in ihren Spottbriefen beschreiben, wie sie die halbe Niere einer der bedauernswerten Frauen gebraten und verspeist haben.

Auftritte[]

1979: Mord an der Themse (engl. Murder by Decree) – Kriminalfilm, gedreht von Bob Clark nach dem Drehbuch von John Hopkins.

Zitate[]

SPIVEY: Sind Sie allein?
CATHERINE: Ja, ja!
SPIVEY: Steigen Sie ein, es ist auf den Straßen gefährlich allein!
CATHERINE: Gott segne Sie, Sir!”

Sir Thomas Spivey lockt Catherine Eddowes in seine Kutsche (Mord An der Themse, 1979)


Reale Vorbilder & Hintergründe[]

Sir William Gull (*1816, †1890) - Historisches Vorbild für Sir Thomas Spivey.

Sir William Gull (*1816, †1890) - Historisches Vorbild für Sir Thomas Spivey.

Die fiktiven Charaktere des Sir Thomas Spivey und des William Slade basieren lose auf zwei realen Personen, die im Laufe der Jahre mit dem Ripper-Fall in Verbindung gebracht worden waren.

Spiveys Vorbild ist der prominente viktorianische Arzt Sir William Gull (*1816, †1890), der bedeutende neurologische Forschungsarbeit zu den Bereichen Magersucht, Myxödemen und der Querschnittslähmung geleistet hatte und für seine erfolgreiche Behandlung der Typhus-Infektion des Prinzen von Whales und späteren Königs Edward VII. zum Leibarzt de Königshauses ernannt und in den Adelsstand erhoben worden war.

Gull wurde erstmals 1976 vom britischen Journalisten und Schriftsteller Stephen Knight (*1951, †1985) als möglicher Ripper-Kandidat ins Spiel gebracht. In seinem Buch Jack the Ripper: The Final Solution beschreibt Knight ausführlich die Verschwörungstheorie rund um das britische Königshaus und der Beteiligung der Freimaurer, welche seither Stoff für zahlreiche literarische und filmische Adaptionen geliefert hat, von Historikern und Kriminologen jedoch weitgehend abgelehnt wird.

Aus praktischer Sicht wäre es zudem ohnehin überaus unwahrscheinlich gewesen, dass sich hinter dem Ripper Sir William Gull verbirgt, der zum Zeitpunkt der brutalen Mordserie bereits älter als siebzig Jahre war und bereits mehrere Schlaganfälle erlitten hatte, weswegen er schon rein körperlich nicht in der Lage gewesen wäre, die Taten zu verüben. Zudem war er zu seiner Zeit eine überaus prominente, weithin bekannte Persönlichkeit, welche sich wohl kaum in einer anrüchigen Umgebung herumtreiben hätte können, ohne erkannt zu werden.

Nichtsdestotrotz wurden fiktionalisierte Versionen des Arztes bereits mehrfach als Jack the Rippers Identität genutzt, wie im Fernsehzweiteiler Jack the Ripper – Das Ungeheuer von London aus dem Jahr 1988, der zwischen 1989 und 1998 veröffentlichten zehnteiligen Graphic Novel From Hell von Alan Moore und Eddie Campbell, sowie in dessen gleichnamiger Verfilmung durch die Hughes-Brothers aus dem Jahr 2001 mit Sir Ian Holm (*1931, † 2020) in der Rolle des Sir William Gull.

John Netley (*1860, †1903) - Inspirationsquelle für William Slade.

John Netley (*1860, †1903) - Inspirationsquelle für William Slade.

Slade sollte auf dem britischen Kutscher John Netley (*1860, †1903) basieren, der zur Zeit der Ripper-Mordserie in London bei einem Unternehmen namens Messrs Thompson, McKay and Co. angestellt war und von seinen Arbeitgebern als “sehr anständig und solide“ beschrieben worden war. Er kam im September 1903 im Alter von dreiundvierzig Jahren bei einem tragischen Unfall ums Leben.

Die Zeitung Marylebone Mercury and West London Gazette beschrieb den Unfallhergang am 26. September 1903 wie folgt:
An der Ecke London’s Park Road und Baker Street stieß das Rad seiner Kutsche gegen einen der steinernen Pfosten, welche damals die Straße säumten, woraufhin er vom Kutschbock stürzte und unter die Hufe seiner Pferde geriet, ehe sein Kopf von einem der Hinterräder zermalmt wurde.

Auch Netleys Beteiligung als Chauffeur und Komplize von Jack the Ripper wurde erstmals 1976 in Knights Buch kolportiert und in diverse dramatische Bearbeitungen des historischen Kriminalfalles übernommen, wie auch in den oben erwähnten Filmen, sowie auch der Graphic Novel. In der Leinwandadaption von From Hell wurde John Netley von Jason Flemyng (*1966) dargestellt.

Wissenswertes[]

  • Mord an der Themse ist der zweite Film, der Sherlock Holmes und Jack the Ripper aufeinandertreffen lässt. Bereits 1965 ermittelte der Detektiv in Sherlock Holmes’ größter Fall (A Study in Terror) gegen den notorischen Frauenmörder, der sich in jener Adaption als angehöriger des britischen Hochadels Edward Osborne, Lord of Carfax entpuppt.
  • Dies ist die erste Filmadaption, welche Jack the Ripper mit diabolischen, gänzlich schwarzen Augen darstellt. Das Stilmittel, welches den abgründigen Wahnsinn und die innere Leere des Charakters aufzeigen soll, wurde 2001 in der Verfilmung von From Hell erneut verwendet.
  • Im ursprünglichen Drehbuchentwurf wurden für Spivey und Slade die Originalnamen der historischen Personen verwendet, auf denen die Beiden basierenSir William Gull und John Netley. Aus Respekt den Verstorbenen und ihren Nachkommen gegenüber entschloss man sich jedoch, sie in Sir Thomas Spivey und William Slade umzubenennen.
  • Neben Mord an der Themse wurde im Jahr 1979 ein weiterer Film veröffentlicht, der sich mit dem Ripper-Thema befasst – der Science Fiction-Thriller Flucht in die Zukunft (Time After Time) mit Malcolm McDowell (*1943) als zeitreisender H.G. Wells und David Warner (*1941, †2022) als Dr. Stevenson alias Jack the Ripper.
    [Anmerkung: McDowell, der hier als Protagonist besetzt worden war, spielte bereits zahlreiche Schurken wie Alex DeLarge in Uhrwerk Orange (1971), Caligula im gleichnamigen Film (1979), Dr. Tolian Soran in Star Trek: Treffen der Generationen (1994) und John Rainbird in Feuerteufel – Die Rückkehr (2002). Auch David Warner verkörperte mehrfach Bösewichte wie Ed Dillinger alias Sark in Tron (1984), Gul Madred in Raumschiff Enterprise: Das Nächste Jahrhundert (1992) oder Ra's al Ghul in Batman: The Animated Series (1992-1999)].
  • James Mason (*1909, †1984) und Donald Sutherland (*1935, †2024), welche in diesem Film den heldenhaften Dr. John Watson bzw. den königlichen Wahrsager Robert Lees verkörperten, spielten beide die Rolle des Richard Straker in zwei verschiedenen Filmadaptionen von Stephen Kings Brennen muss Salem – Mason im Jahr 1979 und Sutherland 2004. Letzterer verkörperte außerdem den niederträchtigen Präsident Snow in der Verfilmung der Tribute von Panem-Trilogie.
  • Das vornehme Haus, welches als Kulisse für Sir Thomas Spiveys Wohnsitz genutzt wurde, existiert tatsächlich und ist noch heute an der Adresse 1 Carlton Gardens Sw1, Westminster, City Of Westminster, Greater London in unmittelbarer Nähe zum St. James Park zu finden.