Trelane ist der Hauptantagonist in Tödliche Spiele auf Gothos (The Squire of Gothos), der siebzehnten Episode der ersten Staffel der klassischen Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise (Star Trek) von 1967.

Der geheimnisvolle, beinahe allmächtige Trelane ist seit je her fasziniert von der Menschheit und ihrer militärischen Geschichte. Als er eines Tages das Raumschiff USS Enterprise bemerkt, das seinem selbstgeschaffenen Planeten Gothos passiert, kann er nicht wiederstehen und beschließt, mit der Besatzung zu spielen, ob es ihnen in den Kram passt oder nicht.

Dabei verstrickt er den Kommandanten des Schiffes, Captain James T. Kirk in ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel mit potentiell tödlichem Ausgang und einer überraschenden Wendung.

Dargestellt wurde das übermächtige Wesen in menschlicher Gestalt vom US-amerikanischen Schauspieler William Campbell (*1923; †2011).

In der deutschen Synchronfassung wurde er von Horst Gentzen (*1930; †1985) gesprochen. In ursprünglich geschnittenen, jedoch nachträglich wieder in die Episode eingefügten Szenen wurde er nachträglich von Thomas Hailer (*1945; †2014) synchronisiert.

Charakterbiographie

Der Squire von Gothos

“General“ Trelane begrüßt seine unfreiwilligen Gäste.

Um sich die Zeit zu vertreiben, erschuf sich das beinahe allmächtige Energiewesen Trelane in den Tiefen des Weltraums den Planeten Gothos als Spielplatz. Von dort aus beobachtete er voller Faszination das geschäftige Treiben der Menschen auf der Erde. Am meisten begeisterte er sich für die großen Schlachten und Kriege der weit entfernten Welt und begann, sich sein Refugium nach dem Gesehenen auszubauen. Unter anderem kreierte er ein prächtiges Schloss, dessen üppige Einrichtung Elemente des 18. Und 19. Jahrhunderts enthielt.

Trelane ist entzückt zu erfahren, dass es auch weibliche Crewmitglieder auf der Enterprise gibt.

Zudem nahm er die Gestalt eines männlichen Menschen in prächtiger, mit Auszeichnungen dekorierter Uniform an und nannte sich seither General Trelane im Ruhestand, Squire von Gothos. Auf dem Höhepunkt seiner Spiellaune wollte es der Zufall, dass das Raumschiff USS Enterprise auf dem Weg zu einer Mission seinen Planeten passierte.

Waffenbrüder

Trelane gibt Captain Kirk eine Kostprobe seiner Kräfte.

In allerhöchstem Maße entzückt, dass die Objekte seines Interesses so unverhofft auf seiner Türschwelle erscheinen, kann er nicht wiederstehen und entführt kurzerhand den Captain des Schiffes James T. Kirk und den Steuermann Lieutenant Hikaru Sulu, um sie als lebendige Statuen in seiner Galerie bewundern zu können.

Trelane erscheint auf der Brücke der Enterprise.

Um es der Besatzung, die angestrengt nach ihren verschwundenen Kameraden sucht, etwas “bequemer“ zu machen, stattet er ein wenige Quadratkilometer großes Fleckchen von Gothos rund um sein Anwesen mit einer atembaren Schauerstoff-Stickstoffatmosphäre aus. Er heißt den Suchtrupp in seinem Haus willkommen und befreit Kirk und Sulu aus ihrer Starre, um von ihnen allen möglichst alles über ihre Schlachten und ihre Bewaffnung zu erfahren.

Trelane schäkert mit Bootsmann Theresa Ross.

Zudem bietet Trelane den hoffnungslos überrumpelten Sternenflotten-Offizieren einen reich gedeckten Tisch und heißt sie zugreifen. Dabei offenbart er seinen unfreiwilligen Gästen unbeabsichtigt, dass er einige eklatante Fehler macht: Seine Eindrücke von der Erde sind seit Jahrhunderten überholt, das prasselnde Feuer in seinem Kamin gibt keinerlei Hitze ab und seine herrlichen Speisen und Getränke sind absolut geschmacklos. Den Umstand nutzend, dass er offenbar alles über Formen aber nichts über Substanz weiß, gelingt es dem Außenteam auf die Enterprise zurückzukehren und das Weite zu suchen.

Trelane droht, Commander Spock zu erschießen, sollte Kirk nicht “mitspielen“.

Trelane denkt jedoch nicht im Traum daran, seine “Spielzeuge“ gehen zu lassen und legt ihnen buchstäblich den ganzen Planeten Gothos in den Weg, egal in welche Richtung sie zu fliegen versuchen. Nachdem er die Kommandocrew in seinen Salon zurückgebracht hat, erzwingt er geselliges Beisammensein und verlangt von Kommunikations-Offizier Lieutenant Uhura, dass sie auf dem Cembalo spielt, während er mit der attraktiven Bootsmann Theresa Ross, einem anderen weiblichen Crewmitglied Walzer tanzt.

Die königliche Jagd

“Richter“ Trelane verurteilt Captain Kirk zum Tode.

Captain Kirk, dem die Charade zu viel wird, provoziert Trelane, woraufhin dieser ihn voller Begeisterung zum Duell herausfordert. Als Kirk jedoch, anstatt mitzuspielen, den Schuss seiner altertümlichen Vorderlader-Pistole nutzt, um die Vorrichtung zu zerstören, die Trelane bei der Erschaffung seiner kleinen Spielwelt unterstützt, löst der Squire von Gothos die Gesellschaft erbost auf und schickt alle bis auf Kirk auf ihr Schiff zurück.

Trelane stellt Kirk in einer “Königlichen Jagd“ nach.

Den Captain selbst “verurteilt“ Trelane, nun wie ein historischer Richter auftretend, standrechtlich zum Tod durch den Strang. Von Kirk aufgestachelt, lässt er sich jedoch darauf ein, eine “königliche Jagd“ zu veranstalten, anstatt die Hinrichtung sofort zu vollstrecken. Mit einem Säbel bewaffnet, hetzt Trelane Kirk über die Ländereien rund um sein Schloss, ehe er ihm, seine Kräfte nutzend, den Fluchtweg mit Gitterwänden abschneidet, die plötzlich aus dem Nichts erscheinen.

Trelane wähnt sich als Sieger des Wettstreits.

Ehe Trelane aber zum tödlichen Streich ausholen kann, tauchen zwei schwebende, in grünem Licht leuchtende Energiesphären auf, die sich als seine Eltern entpuppen auf und stellen ihn zur Rede. Sich weinerlich verteidigend, er habe nichts Falsches getan, wird er von ihnen scharf getadelt, weil er sich nicht verantwortungsvoll um seine “menschlichen Haustiere“ gekümmert hat und drohen ihm, dass wenn er sie nicht gehen lasse, er sich nie wieder einen Planeten bauen dürfe.

Trelane wird von seinen Eltern zurückgeholt.

Unter hilflosem, wütenden schluchzen löst Trelane sich auf und verschwindet, während seine Eltern sich etwas kurz angebunden bei Captain Kirk für das ungezogene Verhalten ihres Kindes entschuldigen und ihn seiner Wege ziehen lassen.

Erscheinungsbild & Persönlichkeit

Trelane in seinem Palast - Publicityfoto von 1967.

In seiner menschlichen Gestalt ist Trelane ein großer, schlanker Mann in seinen Vierzigern mit aus der Stirn frisiertem dunklem Haar, breiten Koteletten und spitzbübisch funkelnden dunklen Augen.

Gekleidet ist er in einen, pompös mit Gold bestickten, royal-blauen Gehrock mit einer Reihe von Orden an der Brust, darunter ein weites weißes Leinenhemd mit Rüschenbesatz, eine ebenfalls bestickte crémefarbene Weste und schlichte grüne Hosen mit kniehohen schwarzen Lederstiefeln.

Als er über Captain James T. Kirk vom Föderations-Raumschiff USS Enterprise “zu Gericht sitzt“, trägt er, ganz der Rolle geschuldet, einen wallenden schwarzen Talar und auf dem Kopf die graue Perücke eines britischen Richters des 19. Jahrhunderts.

Sein kindlich-egozentrisches Verhalten steht in krassem Gegensatz zu seinem adretten dandyhaften Äußeren. Trelane ist eitel, überaus launisch, störrisch bis ins Mark und reagiert in höchstem Maße ungehalten, wenn etwas nicht seinen Vorstellungen oder Wünschen entspricht.

Die explosive Mischung aus nahezu göttlicher Allmacht mit narzisstischer Persönlichkeit und der Unberechenbarkeit eines hoffnungslos verzogenen kleinen Kindes machen Trelane zu einem äußerst gefährlichen Individuum, zumal er den Menschen, trotz seiner Faszination für sie, nicht mehr Bedeutung beimisst als Ameisen, die man nach Belieben mit durch eine Lupe gebündeltem Sonnenlicht piesacken kann.

Auftritte

Fernsehen

Trelane macht Zielübungen mit einem Phaser - Charakter-Illustration im Videospiel “Star Trek: Timelines, 2016“.

  • 1967: Raumschiff Enterprise (Star Trek) – Tödliche Spiele auf Gothos (The Squire of Gothos) – Siebzehnte Episode der ersten Staffel der Original-Serie; gedreht von Don McDougal nach dem Drehbuch von Paul Schneider.

Literatur

  • 1975: Enterprise 11 (Star Trek 11) – Kurzgeschichtensammlung basierend auf ausgewählten Episoden der Originalserie, geschrieben von James Blish nach den Drehbüchern der Serie. Herausgegeben wurde der Kurzgeschichtenband von Bantam Books, New York City. Eine deutsche Übersetzung von Hans Maeter erschien erstmals 1973 im Williams Verlag, Alsdorf.
    1988 wurde das Buch unter dem Titel Die Original-Abenteuer von Raumschiff Enterprise 11 – Der Tag der Taube im Goldmann Verlag, Leipzig, neu aufgelegt.
    Trelane tritt darin in der Kurzgeschichte Der Junker von Gothos (The Squire of Gothos) auf.
  • 1993: Star Trek: A Little Man-to-Man Talk – Ausgabe fünfundvierzig der Star Trek-Comicheft-Reihe geschrieben von Stephen H. Wilson und gezeichnet von Rob Davis. Veröffentlicht wurde es im April 1993 von DC-Comics.
    Zwanzig Jahre nach ihrer letzten Begegnung kehrt Trelane an Bord der Enterprise zurück und entführt Captain Kirk, um mit ihm einen neuen Wettstreit auszutragen, diesmal jedoch nicht in der Kunst des Krieges, sondern der Liebe. Er möchte vom legendären Lebemann Kirk lernen, wie man mit Frauen umgeht und sich ihnen romantisch nähern kann. Dazu konfrontiert er den Captain in einer irrwitzigen Jagd durch die Galaxie mit einer Reihe von Frauen aus dessen Vergangenheit.
  • 1994: Q2 (Star Trek - The Next Generation: Q-Squared) – Geschrieben von Peter David; herausgegeben von Pocket Books/Simon & Schuster, New York City. Die deutsche Übersetzung von Andreas Brandhorst erschien 1999 im Wilhelm Heyne Verlag, München.
    Darin vermischen sich mehrere alternative Realitäten, nachdem Trelane mit seinem bösartigen Gegenstück aus einer dieser Parallelwelten verschmolzen ist und sogar für seinen Mentor Q zur Gefahr wird. Mit den vereinten Kräften von Q und mehreren Enterprise-D-Crews aus verschiedenen Universen, versuchen sie, den völlig außer Kontrolle geratenen Halbwüchsigen wieder zu bändigen.
  • 1998: Star Trek Unlimited: An Infinite Jest – Siebenter Teil der Star Trek Unlimited Comic-Reihe; geschrieben von Dan Abnett & Ian Edginton und gezeichnet von Ron Randall & Tom Morgan. Erschienen ist es im Januar 1998 bei Marvel-Comics.
    Trelane und Q tragen einen spielerischen Wettstreit aus, in dem es um nicht weniger als die Existenz allen Lebens geht und insbesondere um das menschliche Leben in seiner bisher bekannten Form. Als Champions in diesem Wettbewerb wählen beide allmächtigen Geschöpfe ihre jeweiligen Lieblings-Kapitäne James T. Kirk und Jean-Luc Picard aus und versetzen sie in die jeweils andere Epoche. Picard muss sich demnach mit der, aus seiner Sicht hoffnungslos antiquierten Technologie der ersten USS Enterprise herumschlagen, während Kirk im 24. Jahrhundert mit der frisch vom Stapel laufenden, nagelneuen Enterprise-E konfrontiert ist. Als wäre das nicht bereits genug, schicken die beiden omnipotenten Unruhestifter zudem die Klingonen Kang und Gowron in das abstruse Spiel, um die “Stimmung“ etwas aufzupeppen.
  • 2019: Star Trek: Der Q-Konflikt (Star Trek: The Q Conflict) – Sechsteilige Comic-Miniserie; geschrieben von Scott & David Tipton und gezeichnet von David Messina. Erschienen zwischen Januar und Juli 2019 bei IDW Publishing. Eine deutschsprachige Übersetzung wurde im März 2020 als Gesamtausgabe im Cross Cult-Verlag veröffentlicht.
    Alle paar Äonen wird dem allmächtigen Q-Kontinuum von anderen omnipotenten Wesen die Vorherrschaft im Universum streitig gemacht, was regelmäßig in Auseinandersetzungen kosmischen Ausmaßes mündet. Um unerfreuliche Kollateralschäden wie beispielsweise die Auslöschung ganzer Sonnensysteme zu vermeiden, wählen die vier Vertreter jener Superwesen - neben Q außerdem Trelane, Ayelborne von den Organiern und ein Gesandter der Metronen - ihre ganz persönlichen Champions aus, damit diese für sie in einem Wettstreit, von dem nicht weniger als das Schicksal des gesamten Universums abhängt, gegeneinander antreten.
    [Anmerkung: In dieser Comicreihe wurde die fragwürdige Verwandtschaft zwischen Trelane und den Q ignoriert und die beiden Entitäten als Angehörige verschiedener Spezies dargestellt.]

Videospiele

  • 1993: Star Trek: Judgement Rites – Entwickelt und herausgegeben von Interplay Productions für MS-DOS und Macintosh.
    Neben der gesamten Originalbesetzung von Raumschiff Enterprise, konnte auch Trelane-Darsteller William Campbell als Sprecher für seine alte Rolle gewonnen werden.
    Bei seinem nächsten Aufeinandertreffen mit Captain Kirk und dem Raumschiff Enterprise, konnte Trelane sich aus der Obhut seiner Nanny fortstehlen, um ein neues perfides Spiel zu beginnen. Inzwischen hat er eine Faszination für den Ersten Weltkrieg entwickelt und nennt sich seither Baron Trelane von Gothos, trägt eine braune Bomberjacke mit langem weißem Seidenschal und dazu eine preußische Pickelhaube auf dem Kopf. Zudem fliegt er, wie einst sein neuestes Vorbild der Rote Baron, mit einem roten Fokker Dr.I Dreidecker durch die Tiefen des Alls.
  • 2016: Star Trek Timelines – Entwickelt von Disruptor Beam und herausgegeben von Disruptor Beam & Tilting Point für Facebook Platform, IOS und Android.
    In dem Online-Strategie-Rollenspiel stellt man als Captain eines Raumschiffes eine Crew zusammen und kann dabei auf Figuren aus sämtlichen Star Trek-Epochen/-Zeitlinien/-Paralleluniversen zurückgreifen. Trelane ist als Fünf-Sterne-Charaktere eine der seltensten spielbaren Figuren und gehört zu den legendären Fünf-Sterne-Crewmitgliedern.

Wissenswertes

  • Der Schauspieler William Campbell berichtete in einem Interview, dass die Rolle des Trelane ursprünglich für seinen Kollegen Roddy McDowall geschrieben worden war. Letztendlich ging der Part jedoch an Campbell, da man der Meinung war, er wäre mit seiner etwas grobknochigeren Figur geeigneter, um die bedrohlichen Facetten der Figur darzustellen.
  • Bei Campbells Vorsprechen hatte er gerademal einen Satz vorgelesen, als der Casting-Chef ihn unterbrach und sagte: “Geh direkt zur Kostümanprobe! Er ist perfekt für die Rolle!
    (“Go straight to wardrobe! He’s perfect fort he part!“)
  • Während der Dreharbeiten hatte William Campbell einen kleineren Disput mit Captain Kirk-Darsteller William Shatner. Für Trelanes Richter-Verkleidung im letzten Kapitel der Episode, hatte die Ausstattungsabteilung ursprünglich eine voluminöse französische weiße Allongeperücke besorgt, Campbell jedoch bestand darauf, dass dies die falsche Art von Perücke für das aufgebaute Setting sei und wollte ein historisch-britisches Exemplar. Obwohl Shatner klagte, das wäre Zeitverschwendung, stimmte Produzent Gene L. Coon zu, den Dreh zu unterbrechen, bis im Fundus eine akkurate Perücke aufgetrieben wurde.
  • Der Schauspieler John de Lancie, der in Star Trek: The Next Generation, den regelmäßig wiederkehrenden, allmächtigen Antagonisten Q verkörpert hatte, vermutete mehr als einmal, dass Trelane eine der Hauptinspirationsquellen für seine Rolle gewesen sei.
    Tatschlich diskutieren die Trekkies weltweit seit Jahren darüber, ob Trelane ebenfalls ein Q sei oder nicht.
  • Als die Szene gedreht wurde, in der Trelane Kirk durch den Wald auf Gothos jagt, stürzte William Campbell unglücklich und renkte sich dabei die Schulter aus. Im Reflex hob Campbell den verletzten Arm, wodurch die Schulter in einem glücklichen Zufall wieder in die Gelenkspfanne zurückrutschte und die Dreharbeiten fortgesetzt werden konnten. Dennoch verzögerte sich die Arbeit durch den Unfall, sodass ein zusätzlicher Drehtag vonnöten war.
  • Campbell scherzte mehrmals, er habe in seiner Kostümierung als Trelane, am Cembalo sitzend, ausgesehen wie Liberace (*1919; †1987), der legendäre, exaltierte Pianist, der bereits zu Lebzeiten “Mr. Showmanship“ und “King of Bling“ genannt wurde.
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