“Ich habe mein Blut gehasst. Mir mehr als jeder andere gewünscht, die Eldia mögen ausgerottet werden. Doch ich will nicht sterben. Weil ich hier in dieser Welt geboren worden bin. Wir alle gehören unterschiedlichen Nationen und Ethnien an. Doch jetzt, da wir diesem riesigen Feind gegenüberstehen, ist es Zeit, uns zu vereinen. Darum möchte ich, dass alle, die nicht sterben wollen, mir beistehen. Dass wir alle zusammen unsere Zukunft leben! Wenn wir alle unsere Kräfte vereinen, können wir jede Schwierigkeit überwinden! Ich möchte, dass wir alle zusammen mit vereinten Kräften gegen die Dämonen auf der Insel Paradis kämpfen! Ich, Willy Tybur, Sondergesandter der Regierung von Marley, erkläre hiermit den Machthabern von Paradis den Krieg!”

— Willy Tyburs Kriegserklärung

Herzog Willy Tybur (ヴィリー・タイバー Virī Taibā) ist ein zentraler Charakter aus dem Manga Shingeki no Kyojin/Attack on Titan sowie der gleichnamigen Anime-Adaption. Er erscheint im Verlauf der Marley Handlung und in der vierten Staffel des Anime.

Willy ist der Patriarch der mächtigen Tybur-Familie, die seit jeher insgeheim die Kontrolle über die Nation Marley hält. Dies ist insbesondere deshalb erwähnenswert, da Willy und seine Familie Eldia sind. Nichtsdestotrotz sind die Tybur äußerst respektiert und haben Kontakte in alle wichtigen Nationen der Welt. Im Gegensatz zu all seinen Vorfahren, die Marley die Kontrolle über sich selbst gegeben haben, ohne einzugreifen, tritt Willy in den Vordergrund um aktiv Marleys Rolle auf der Weltbühne zu gestalten. Dies sieht er dadurch gerechtfertigt, dass die gesamte Welt von der Gefahr des Urtitanen Eren Jäger, der auf der Insel Paradis lauert, bedroht ist. Zu diesem Zweck kooperiert er mit Marleys Marschall Magath, um die Welt auf einen Angriff auf Paradis zu einen und im Eldia-Ghetto von Rebellio im Zuge eines groß angelegten Festivals eine Kriegserklärung an Paradis zu verkünden.

Er wird im Original von Kazuhiko Inoue gesprochen.

Biographie

Vergangenheit

Willy stammt aus der einflussreichen Tybur-Familie, die trotz ihrer Zugehörigkeit zur Volksgruppe der verhassten Eldia großen Einfluss in Marley hält. Da die Tybur-Familie im Zuge des Großen Titanenkriegs gemeinsam mit Karl Fritz dafür sorgten, dass Marley die Macht über den Großteil der Neun Titanen erhielten, sind sie im Gegenzug zu anderen Eldia äußerst privilegiert. Tatsächlich hält die Tybur-Familie sogar insgeheim die Fäden Marleys in der Hand, nutzt dies aber nicht aus sondern gestattet es den Marley, sich selbst zu regieren. In seiner Kindheit wurde Willy mit vielen Kindern aus aristokratischen oder einflussreichen Familien anderer Nationen bekannt gemacht und hegte diese Kontakte.

Dies hat zur Folge, dass der charismatische Willy im Gegensatz zu Marley überall auf der Welt äußerst populär ist und einen sehr guten Ruf genießt. Nichtsdestotrotz ist Willy davon überzeugt, dass seine Familie und auch alle anderen Eldia eine Schuld für den Terror tragen, den die Eldia während der Herrschaft ihres Imperiums über die Welt brachten. Daher bleiben die Eldia auf dem Festland auch weiterhin eine verachtete Minderheit, die in Ghettos leben muss. Willy verachtet sein eigenes Blut und hätte sich gewünscht, nie geboren zu werden, wenn er die Wahl gehabt hätte. Allerdings wünscht er sich auch nicht, zu sterben, da er nun einmal in die Welt hineingeboren wurde.

Im Jahr 854 beschließt Willy, das es nicht länger im Vorteil Marleys ist, dass die Tybur-Familie sich aus den politischen Geschehen zurückhält. Dies liegt primär daran, dass auf der Insel Paradis an den Usurpator Eren Jäger gefallen ist, der nicht an den Schwur des Pazifismus gebunden ist und daher in der Lage wäre, die Mauertitanen zu entfesseln um Marley zu zerstören. Um dies zu verhindern, beschließt Willy seine Kontakte und seinen Einfluss zu nutzen, um zu organisieren, dass alle Armeen der Welt sich für einen Angriff auf die Insel vereinen. Auf diese Weise soll die Gefahr, die der Urtitan bildet, gestoppt werden und Marley soll gleichzeitig die Gelegenheit bekommen, die Insel zu erobern und ihre Bodenschätze an sich zu reißen.

Vorbereitungen für das Festival

Willy trifft Kommandant Magath

In Vorbereitung dieses Plans sucht Willy in Begleitung seiner gesamten Familie das Hauptquartier des Marley-Kriegerprogramms auf. Er will dort den Leiter des Programms, den pragmatischen Theo Magath, treffen, da er diesen für vielversprechend hält und ihn der antiquierten Führungsriege des Marley-Militärs vorzieht. Um sich ein Bild von Magath zu machen, sucht Willy nun das Hauptquartier auf. Als Magath dort eintrifft, hat die Tybur-Familie sich bereits einquartiert und Willy heißt den Kommandanten jovial willkommen. Er stellt ihm seine Familie vor und fragt dann amüsiert, ob Magath bereits erkannt hat, wer von ihnen der Träger des Kriegshammer-Titanen ist. Magath verneint dies wahrheitsgemäß und direkt, was Willy gefällt.

Er behauptet, gekommen zu sein um die Statue des legendären Helos zu betrachten, der Marley vor 100 Jahren von dem Joch der Titanen befreite. Er behauptet, dass die Statue wahrlich ein Inbegriff Marleys sei, woraufhin Magath nur behauptet, dass die Statue innen hohl ist. Er bemäkelt, dass Marley in den letzten Jahren vergessen hat, wie es ist, Krieg zu erleben und dass die Marley kriegslustiger geworden sind, da sie ihre Kriege primär durch die Titanen führen. Willy ist von Magaths Zweifeln beeindruckt und Magath impliziert außerdem, dass ihm klar ist, dass die Tyburs die wahre Autorität in Marley sind. Willy gibt Magath recht, behauptet aber, dass nicht die Tyburs den Weg des Militarismus gewählt haben, sondern Marley freie Hand gegeben haben.

Willy und Magath treffen Vorbereitungen

Er offenbart Magath die Hintergründe für diese Entscheidung, gibt aber auch zu, dass diese Entscheidung Marley an den Rand der Finsternis getrieben hat. Er verkündet, dass er plant, der Menschheit diese und noch weitere Wahrheiten auf einem Festival zu offenbaren, welches er plant. Willy will im Eldia-Ghetto von Rebellio sein Festival veranstalten und zu diesem Reporter und Würdenträger aus der ganzen Welt einladen. Dort plant Willy, im Zuge eines Theaterstücks die Wahrheit über die Welt zu offenbaren, die bisher ein treu gehütetes Geheimnis der Tyburs ist. Außerdem will er die Nationen so für den Angriff auf Paradis einstimmen. Er offenbart Magath, dass die Welt einen neuen Helos braucht und bittet Magath, ihn bei seinem Vorhaben zu unterstützen.

Magath willigt ein, woraufhin Willy veranlasst, dass Magath zum Marschall und somit einem der hochrangigsten Militärführer Marleys befördert wird. Bei ihrem nächsten Treffen gratuliert Willy Magath zu seiner Beförderung. Magath wiederum offenbart, dass er bereits dabei ist, das Militär grundlegend umzustrukturieren um den maroden Militärapparat zu verjüngen. Er warnt außerdem kryptisch, dass es Feinden gelungen sein könnte, Marley zu infiltrieren. Auf seine Führungsrolle angesprochen gesteht Willy Magath, dass er es als große Belastung empfindet, nun direkt die Kontrolle über das Land zu übernehmen und dass die Verantwortung ihn überwältigt. Nichtsdestotrotz kann er sich nun nicht mehr vor der Verantwortung drücken und muss das Steuerrad der Nation weiterhin fest in der Hand halten.

Willy erklärt das Ziel des Festivals

Am Vorabend des Festivals sind bereits viele Gäste – darunter auch einige Kindheitsfreunde Willys – eingetroffen und Willy gibt einen Empfang um alle willkommen zu heißen. Als ein Würdenträger Marleys eine recht geschmacklose Rede hält und die Gäste dadurch beleidigt und verärgert, schreitet Willy schnell ein um die Stimmung zu retten. Schnell gelingt es ihm, die Menge zu amüsieren und nutzt die Gelegenheit, um ihnen in seiner Rede seine Pläne für den folgenden Tag zu nennen. Er verkündet, dass die Welt in einem Kreislauf der Gewalt gefangen ist – erst brachten die Eldia den Schrecken, dann nutzte Marley sie aus, um Schrecken zu bringen. Willy behauptet, dass er daher den Wunsch, die Eldia auszurotten, gut verstehen kann. Er offenbart aber, eine Lösung gefunden zu haben, die er den Menschen bei seiner Theaterproduktion am Abend des Festivals präsentieren will.

Kriegserklärung beim Festival

Am nächsten Tag fährt Willy mit Magath in einer Kutsche zum Festival. Magath informiert ihn, dass es einer Gruppe aus Paradis gelungen ist, Marley zu infiltrieren, und dass sie einen Anschlag auf das Festival planen könnten. Obwohl dies Willys Tod bedeuten könnte, ist Willy bereit sich trotzdem auf die Bühne zu stellen und seine Rede zu halten – er ist bereit zu sterben um Krieg mit Paradis auszulösen.

Willy tritt auf die Bühne

Unmittelbar vor Beginn der Rede wird Willy am Rand der Bühne von Kiyomi Azumabito, einer Diplomatin aus Hizuru, aufgesucht. Willy behauptet bescheiden, dass es eine Ehre sei und dass er aufgrund der kommenden Vorstellung doch sehr nervös ist. Kiyomi entgegnet freundlich, dass Willy sehr mutig ist und ihre Familie dies auch wohlwollend anerkennt. Sie schüttelt Willy die Hände und verlässt die Bühne dann. Kurz nachdem Kiyomi gegangen ist, beginnt die Vorstellung. Willy tritt auf die Bühne und rezitiert die Geschichte der Eldia und Marley sowie des Großen Titanenkriegs, wie sie stets allen bekannt war. Er verrät dabei auch, dass die Anzahl der Menschen, die durch die Eldia und Titanen getötet wurden, die dreifache Zahl der aktuellen Weltbevölkerung beträgt. Nachdem Willy bei der gescheiterten Rückeroberungsmission vierer von Marleys Kriegern geendet ist, offenbart er aber, dass diese Geschichte nicht die ganze Wahrheit ist.

Willy offenbart, dass die Wahrheit, die er nun verraten wird, in der Tybur-Familie mit dem Kriegshammer-Titanen weitervererbt wird und dass dies das erste Mal ist, dass auch die Öffentlichkeit von ihnen erfährt. Den versammelten Zuschauern offenbart Willy nun, dass es weder der Held Helos noch die Tybur-Familie waren, die dem Krieg ein Ende setzten und die Welt retteten. Er verkündet, dass es stattdessen niemand geringeres als König Karl Fritz selbst war, der des Krieges überdrüssig war und aus Mitleid mit Marley, welches seit Jahrhunderten bitter unterdrückt wurde, sein eigenes Volk der Eldia verdammte. Willy erklärt, wie es König Fritz und der Tybur-Familie, die die Eldia für Privilegien verrieten, das Blatt für die Marley wendeten und es ihnen ermöglichten, die Macht zu ergreifen. Willy geht dabei insbesondere auf den Pazifismus-Schwur von König Fritz ein, der verhindern soll, dass die Macht des Urtitanen gegen Marley verwendet wird.

Willy warnt die Welt vor den Titanen in den Mauern

Willy lässt auch nicht aus, dass die Tybur-Familie erheblich von ihrem Verrat der Eldia profitiert haben und behauptet, dass die Tyburs letzten Endes nichts anderes als Diebe sind, die auf Ruhm, Reichtum und Einfluss aus sind. Er behauptet, diese kompromittierenden Einzelheiten der Weltbühne offenzulegen, da er erkannt hat, dass die Welt sich in einer äußerst kritischen Lage befindet. Er erinnert daran, dass die Mauern von Paradis abertausende kolossale Titanen beinhalten, die vom Urtitanen befehligt werden könnten, die gesamte Welt und alles Leben dort niederzutrampeln. Zwar kann diese Option dank Karl Fritz' Friedenschwur nicht von den Urtitanen königlichen Blutes verwendet werden, doch Willy offenbart den Zuhörern, dass es auf Paradis einen Umsturz gab und der Urtitan nicht länger in den Händen der königlichen Familie ist. Stattdessen ist der Träger Eren Jäger, der die Mauertitanen somit entfesseln und auf die Nationen der Welt hetzen und diese dem Erdboden gleichmachen könnte.

In einer emotionalen Fortsetzung seiner Rede gibt Willy zu, dass er sein Blut gehasst hat, da er sich als Eldia mitschuldig für all jene Verbrechen empfand, die die Eldia in den letzten Jahrtausenden begangen haben. Willy fügt aber an, dass er dennoch nicht sterben möchte, da er bereits in diese Welt geboren wurde. Damit auch alle anderen Menschen gemeinsam in Frieden und ohne Angst der Zerstörung miteinander leben können, beendet Willy daraufhin seine Rede mit einem flammenden Plädoyer für einen vereinten Angriff auf die Insel Paradis. Er fleht alle Anwesenden an, ihm ihre Stärke zu leihen, damit sie die Eldia-Dämonen von Paradis von der Erde tilgen können und endlich Frieden haben. Die Kriegserklärung, die Willy unter tosendem Applaus der Zuschauer ausspricht, besiegelt allerdings sein Schicksal.

Willy wird vom Attackierenden Titanen getötet

Im selben Moment verwandelt sich Eren Jäger, der bereits seit längerer Zeit geheim in Marley verweilt und der die Rede im Keller eines Hauses hinter der Bühne mitverfolgt hat, in seine Titanenform. Mit einem dröhnenden Schrei bricht der attackierende Titan zum Schrecken aller Zuschauer und zum Entsetzen Willys aus der Häuserwand hervor und tötet alleine durch seine Transformation sämtliche in dem Haus lebende Bewohner. Unmittelbar nach seiner Verwandlung lässt Eren einen mächtigen Schlag auf die Bühne herabsausen. Er zertrümmert sowohl die Bühne als auch Willy, dessen zermalmten Körper er in die Luft wirft und in dem Glauben, Willy sei der Kriegshammertitan, verschlingt. Stattdessen offenbart Willys Schwester sich als der Kriegshammertitan, als sie sich aus den Trümmern befreit und ihre eigene Transformation beginnt.

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